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bloombergbloomberg+1bloombergAnlagestrategien zur Steueroptimierung, die lange Zeit Hedgefonds, Family Offices und sehr wohlhabenden Privatpersonen vorbehalten waren, werden nun über TikTok, YouTube Alphabet Inc. und Instagram an normale Amerikaner vermarktet. Finanz-Influencer und Beratungsfirmen wetteifern darum, komplexe Techniken einem weitaus breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Im Zentrum des Trends steht "Tax Alpha" – ein Ansatz, der die Rendite nach Steuern steigern soll, indem gezielt Investitionsverluste generiert werden, um steuerpflichtige Gewinne auszugleichen. Strategien wie Direktindexierung und steuerbewusste Long-Short-Investitionen existieren seit Jahren, aber Fortschritte im algorithmischen Handel haben sie kostengünstiger und für Anleger mit kleineren Portfolios zugänglich gemacht, wie Bloomberg am Dienstag berichtete.bloomberg
Nicholas Crown, ein in Chicago ansässiger Vermögensverwalter mit über zwei Millionen TikTok-Followern, sagt: "Das Internet liebt Tools, die sich wie für Superreiche reserviert anfühlten, auf die sie jetzt Zugriff haben". Crown hat in Selfie-Videos erklärt, wie Direktindexierung – das Halten einzelner Aktien innerhalb eines Index anstelle des Kaufs eines Indexfonds – mehr Möglichkeiten schafft, Verlustpositionen zu verkaufen und die Steuerlast zu senken.newfortunetimes+1
Laut Bloomberg-Schätzungen sind mittlerweile über 1 Billion Dollar in steuerbewusste Strategien investiert. Das Brokerhaus Public bietet Direktindexierung mit Mindestanlagen von nur 1 000 Dollar an, während der Investmentmanager Nuveen ein "Steuervorteils-Long-Short-Handbuch" für Finanzberater bewirbt.bloomberg+1
Die rasante Expansion stößt auf Skepsis. Fidelity Investments hat die Eröffnung neuer Long-Short-Konten eingestellt, während Charles Schwab The Charles Schwab Corporation Anfang des Jahres neue Hebelgrenzen und Mindestkontostände einführte, mit der Begründung, die Produkte müssten "verantwortungsbewusst wachsen". Das US-Finanzministerium prüft zudem mehrere steuerbewusste Taktiken, darunter sogenannte "351-Konvertierungen", die es Anlegern ermöglichen, konzentrierte Aktienpositionen in neu geschaffene börsengehandelte Fonds (ETFs) zu übertragen, ohne sofort Kapitalertragssteuern auszulösen.bloomberg+1
Crown selbst warnt, dass die mit den Strategien verbundenen Kosten für Menschen mit weniger als 1 Million Dollar an investierbarem Vermögen "völlig absurd" seien. Dal Coger, ein 71-jähriger pensionierter Headhunter, erlebte die Schattenseite aus erster Hand, nachdem er etwa 325 000 Dollar in ein steuerbewusstes, separat verwaltetes Konto investiert hatte. Sein Berater empfahl den Verkauf von etwa 670 Aktien von Lockheed Martin , nachdem die Aktie um etwa 8 Prozent gefallen war, doch die Aktie stieg in den folgenden drei Monaten um mehr als 40 Prozent. Coger beendete die Strategie im April mit dem Fazit: "Man sollte nicht in Dinge investieren, die man nicht vollständig versteht".bloomberg
Jeffrey Janson, Berater bei Fiduciary Financial Advisors, sagt, dass bei kleineren Portfolios "die Implementierungskosten die Vorteile zunichtemachen können, und es besteht immer das Potenzial für Tracking-Fehler oder Überoptimierung, die unbeabsichtigte Risiken mit sich bringt".bloomberg