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sedaily+1wwdwwdDie Kosten für die Durchquerung des Panamakanals sind auf ein Rekordniveau gestiegen. Die durchschnittlichen Höchstgebote bei Auktionen erreichten diesen Monat rund 1,1 Millionen Dollar, was mehr als dem 16-Fachen des Vorjahreszeitraums entspricht. Grund dafür ist das Zusammentreffen der Schließung der Straße von Hormus und sinkender Wasserstände durch das Wetterphänomen El Niño, was eine der weltweit wichtigsten maritimen Nadelöhre massiv belastet.sedaily+1
Wie drastisch die Lage ist, zeigte sich diese Woche, als der Eigentümer der Seaspan Benefactor, eines von Ocean Network Express gecharterten 10.100-TEU-Containerschiffs auf der Route von Asien an die US-Ostküste, rund 4 Millionen Dollar zahlte, um sich einen bevorzugten Transitplatz zu sichern. Laut Bloomberg war dies mehr als das Doppelte des durchschnittlichen Gebots der vorangegangenen sieben Tage.wwd+1
Die Panamakanal-Behörde (ACP) führt täglich Auktionen durch, bei denen Reedereien ohne vorherige Reservierung um Transitplätze bieten können. Seit dem Beginn der von den USA und Israel geführten Bombenkampagne gegen den Iran am 28. Februar, die faktisch zur Schließung der Straße von Hormus führte, weichen asiatische Abnehmer von Rohöl und Erdölprodukten verstärkt auf Importe von der US-Golfküste aus. Dies hat eine Welle von zusätzlichem Verkehr durch den Kanal ausgelöst.english.aaj+1
Gleichzeitig haben sich die seit Juni verschärfenden El-Niño-Bedingungen negativ auf den Wasserstand des Gatún-Sees ausgewirkt, dem künstlichen Reservoir, das das Schleusensystem des Kanals speist. Die ACP hat den maximalen Tiefgang der Schiffe seit Anfang Juli bereits zweimal gesenkt und wird ihn am 16. August weiter auf 48,5 Fuß, am 26. August auf 48 Fuß und am 3. September auf 47,5 Fuß reduzieren.logisticsinsider+1
Bis zu dieser Woche warteten rund 110 Schiffe auf die Durchfahrt. Für Schiffe in Richtung Norden ohne Reservierung stiegen die durchschnittlichen Wartezeiten von 2,3 Tagen am 16. Juli auf 7,9 Tage an. In Richtung Süden kletterten die Wartezeiten auf 9,6 Tage.wwd
Der Logistikdienstleister Flexport, der für 14 Kunden insgesamt 30 Container an Bord der Seaspan Benefactor geladen hat, erklärte, das 4-Millionen-Dollar-Gebot folge einer betrieblichen Logik und sei keine Panikreaktion. „Ein verpasster Transit kostet nicht nur einmalig 10 Tage. Er wirkt sich auf die nächste Fahrt und die darauffolgende aus“, schrieb der Spediteur in einem Beitrag am Dienstag. Zudem zeige der Auktionskalender der ACP für den Rest des Augusts keinerlei freie Plätze mehr.wwd
Die Reedereien geben die Kosten bereits an die Verlader weiter. CMA CGM wird seinen Zuschlag für Fracht von Fernost an die US-Ost- und Golfküste ab dem 10. September von 320 auf 500 Dollar pro TEU anheben. Die Mediterranean Shipping Company wird ab dem 12. September eine Gebühr von 149 Dollar pro TEU auf derselben Route erheben, was eine Erhöhung gegenüber der am 19. August in Kraft tretenden Gebühr von 100 Dollar darstellt.wwd
Die US-Klimabehörde NOAA erwartet, dass der diesjährige El Niño stärker als üblich ausfallen wird. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit weiterer Tiefgangsbeschränkungen oder Obergrenzen für die täglichen Durchfahrten im weiteren Jahresverlauf, was eine Wiederholung der schweren Störungen während der Dürre von 2023 bis 2024 bedeuten würde.logisticsinsider+1