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indexboxindexboxindexboxDie Kupferpreise sind von ihrem Rekordhoch von 14.334 US-Dollar pro Tonne am 10. August zurückgegangen, doch Analysten von Sprott Asset Management und der Saxo Bank sehen in diesem Rücksetzer lediglich eine Korrektur innerhalb einer tieferen strukturellen Verknappung, die keine Anzeichen einer Abschwächung zeigt. Das Metall hat im vergangenen Jahr rund 45 Prozent an Wert gewonnen. Getrieben wird diese Entwicklung nicht von einem klassischen Industriezyklus, sondern von einem begrenzten Minenangebot, das auf eine rasant steigende Nachfrage durch KI-Infrastruktur, Stromnetze und Elektrofahrzeuge trifft.indexbox+1
Die Minenproduktion bleibt in der gesamten Kupfer-Lieferkette weiterhin hinter den Erwartungen zurück. Chile, der weltweit größte Produzent, verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 die geringste Fördermenge seit 2018 und senkte seine Prognose für das Gesamtjahr, wie aus einer Analyse von Sprott vom August hervorgeht. Codelco hat sein Jahresziel von 1,34 Millionen Tonnen aufgegeben, während Antofagasta seine Prognose für 2026 auf 625.000 bis 655.000 Tonnen senkte, nachdem Stürme den Betrieb in der Mine Los Pelambres lahmgelegt hatten.proactiveinvestors+1
Die Schmelzlöhne (Treatment Charges), also die Gebühren, die Minenbetreiber an Schmelzhütten für die Verarbeitung von Konzentrat zahlen, sind auf unter minus 150 US-Dollar pro Tonne gefallen. Dies entspricht einem Einbruch von mehr als 240 US-Dollar im Vergleich zu Ende 2023 und deutet auf eine akute Rohstoffknappheit im Upstream-Bereich hin. BHP berichtete in seinen Ergebnissen für das Geschäftsjahr 2026, dass Kupfer zum ersten Mal einen größeren Beitrag zum Konzernergebnis leistete als Eisenerz. Das Kupfersegment steuerte 54 Prozent zum Konzern-EBITDA bei einer Marge von 70 Prozent bei.sprott+2
S&P Global prognostiziert, dass die weltweite Kupfernachfrage von rund 28,4 Millionen Tonnen im Jahr 2025 auf etwa 42 Millionen Tonnen bis 2040 steigen wird, wobei ohne erhebliche neue Kapazitäten ein potenzielles Angebotsdefizit von 10 Millionen Tonnen droht.moneycontrol
Die kurzfristige Preisentwicklung wurde maßgeblich von der Unsicherheit über US-Zölle geprägt. Das US-Handelsministerium empfahl einen gestuften Zoll auf raffiniertes Kupfer: 15 Prozent im Jahr 2027, steigend auf 30 Prozent im Jahr 2028. Die Behörde verpasste jedoch ihre eigene Frist am 30. Juni für eine endgültige Entscheidung. Händler haben daraufhin präventiv Metall in amerikanische Lagerhäuser verlagert, was die Verfügbarkeit andernorts verringert hat. Ole Hansen von der Saxo Bank wies darauf hin, dass die USA, die nur 6 bis 7 Prozent des weltweiten Kupfers verbrauchen, mittlerweile fast 70 Prozent des an den drei großen Terminbörsen der Welt registrierten Kupfers halten.indexbox+1
Der Spread zwischen Kassa- und Dreimonatskontrakten an der LME London Stock Exchange weitete sich am Montag auf 535 US-Dollar pro Tonne aus, den höchsten Stand seit 2021. Am Dienstag lieferten Händler, darunter Trafigura, jedoch mehr als 20.000 Tonnen in LME-Lagerhäuser, was den unmittelbaren Druck etwas milderte. Der dreimonatige Benchmark-Kupferpreis fiel am Dienstag um 1,2 Prozent auf 13.986,50 US-Dollar pro Tonne.moneycontrol+1
Sprott warnte, dass sich der Kupfermarkt „immer tiefer in eine mehrjährige Phase struktureller Verknappung hineinbewegt“, da neue Minen von der Entdeckung bis zur Produktion 15 bis 20 Jahre benötigen können. Der Vorstandsvorsitzende von BHP wies darauf hin, dass der Aufbau neuer Kupferkapazitäten 16.000 bis 30.000 US-Dollar pro Tonne kostet, während der Erwerb bestehender Produktionsanlagen durch Übernahmen inklusive Aufschlägen weit über 100.000 US-Dollar pro Tonne kostet.sprott+1
Laut Hansen würden nur zwei Entwicklungen seine positive Einschätzung für Kupfer ändern: ein klares Ende der Zollrisiken, das die amerikanischen Kupferbestände zurück auf die Weltmärkte bringt, oder ein Ende des Ausbaus der KI-Infrastruktur.indexbox