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reuters+1reuters+1reutersZwei der größten Investmentbanken Europas haben mit dem breiten Konsens der Ökonomen gebrochen und prognostizieren, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Straffungspolitik nach der für nächste Woche erwarteten Zinserhöhung nicht beenden wird. JPMorgan und BNP Paribas teilten am Donnerstag mit, dass sie nun eine weitere Anhebung um 25 Basispunkte im Dezember erwarten, was den Einlagensatz auf 2,75 % heben würde, da anhaltende Inflationsrisiken und erhöhte Energiepreise die Argumente für weitere Maßnahmen stärken.reuters
Beide Banken hatten zuvor erwartet, dass der Straffungszyklus der EZB ohne eine Erhöhung im Dezember enden würde. Die revidierten Ausblicke deuten darauf hin, dass die Kreditkosten im Euroraum länger als erwartet erhöht bleiben werden.reuters
Die Märkte haben eine Anhebung um 25 Basispunkte bei der EZB-Sitzung am 10. September fast vollständig eingepreist, wobei Daten der LSEG eine Wahrscheinlichkeit von 99,2 % zeigen. Eine Reuters-Umfrage ergab, dass alle 65 befragten Ökonomen für nächste Woche einen Anstieg des Einlagensatzes auf 2,50 % erwarten. Doch während etwa 91 % dieser Ökonomen dies als den letzten Schritt bis zum Jahresende sehen, preisen die Märkte fast eine weitere Anhebung über den September hinaus ein, was eine Lücke zwischen dem Konsens der Prognostiker und den Erwartungen der Händler schafft.tmgm+1
Der Ökonom von JPMorgan, Greg Fuzesi, sagte, die Prognose für Dezember spiegele "ein Zusammenspiel zwischen anhaltenderem Druck durch Energiepreise, solidem Wachstum, hartnäckiger Kerninflation und einem neutralen Zinssatz wider, den die EZB leicht ansteigen sieht". Er merkte an, dass die EZB-Kommentare den Nahostkonflikt genau verfolgt hätten und restriktiver geworden seien, wenn die Risiken für die Energieversorgung zunahmen, und dass die Chancen auf eine dauerhafte Deeskalation bis Dezember "zunehmend geschwunden" seien.reuters+1
BNP Paribas schlug einen ähnlichen Ton an und schrieb, dass "die Persistenz des Energieschocks und die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft Zweitrundeneffekte wahrscheinlicher machen".reuters
Zur Unterstützung der Argumente für eine weitere Straffung fiel der endgültige Einkaufsmanagerindex für den Euroraum für August mit 52,0 aus, was auf eine stetige Expansion in Dienstleistung und Fertigung hindeutet. Joe Hayes, leitender Ökonom bei S&P Global Market Intelligence, sagte, die Daten brächten den Euroraum "auf Kurs für ein solides Wachstum im dritten Quartal" und merkte an, dass der seit Mai beobachtete disinflationäre Trend nun ins Stocken geraten sei.sharecast
Die Kerninflation hat sich ebenfalls als hartnäckiger erwiesen als erwartet, angetrieben nicht nur durch Energie, sondern auch durch Technologiepreise und anhaltendes Lohnwachstum – Druckfaktoren, die sich laut Fuzesi bis Dezember wahrscheinlich nicht "auf gutartige Weise" auflösen werden. Er fügte hinzu, dass mindestens zwei Ratsmitglieder kürzlich signalisiert hätten, dass die Schätzung der EZB für den neutralen Zinssatz in Richtung 2,25 % bis 2,50 % steigen könnte, was bedeutet, dass erst eine dritte Anhebung die Politik in den leicht restriktiven Bereich bringen würde.investing
JPMorgan erwartet nun, dass der Leitzins während des gesamten Jahres 2027 bei 2,75 % gehalten wird, wobei jegliche Zinssenkung auf 2028 verschoben wird. Eine vierte Anhebung bereits im März bleibe möglich, so Fuzesi, obwohl eine Deeskalation im Nahen Osten, sich entspannende Gasmärkte nach dem Winter und Lohndaten, die sich zielkonformen Niveaus nähern, diese Debatte erschweren könnten. BNP Paribas erwartet, dass die EZB die Tür für weitere Schritte nächste Woche "weit offen" lassen wird, falls sich die Hinweise auf Zweitrundeneffekte bei der Inflation weiter verdichten.investing+1