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cryptobriefing+1cryptonewscryptobriefing+1Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Philip R. Lane, warnte am Montag, dass die rasante Aufrüstung im Euroraum die langfristigen Kreditkosten in die Höhe treiben und die Inflation anheizen könnte, da die Militärausgaben in der 27-Mitglieder starken Europäischen Union im Jahr 2025 418 Milliarden Euro erreichten, fast das Doppelte der 218 Milliarden Euro von 2021.ieu-monitoring
Auf dem Jahreskongress der European Economic Association am University College Dublin skizzierte Lane die makroökonomischen Folgen eines Kontinents, der in einem seit Jahrzehnten nicht mehr gesehenen Tempo aufrüstet. Sein Podium, das vom Europäischen Stabilitätsmechanismus organisiert wurde und den Titel "Europe's Defence Build-Up: Macroeconomic, Fiscal, and Financial Stability Challenges" trug, untersuchte das Spannungsfeld zwischen kurzfristigen Wachstumsvorteilen und langfristigen fiskalischen Risiken.ecb.europa+1
Die EZB-Analyse stellt fest, dass die Multiplikatoren für Verteidigungsausgaben bei etwa 1 liegen, was bedeutet, dass jeder ausgegebene Euro etwa einen Euro an BIP generiert. Doch diese Gewinne sind mit Vorbehalten verbunden. Historische Episoden anhaltender Aufrüstung haben die Haushaltsdefizite um durchschnittlich 2,6 Prozentpunkte des BIP ausgeweitet, wobei die Schuldenquoten innerhalb von drei Jahren um etwa 7 Prozentpunkte stiegen.cryptobriefing
Im Rahmen des EU-Fiskalrahmens können Mitgliedstaaten zwischen 2025 und 2028 zusätzliche 1,5 Prozent des BIP an fiskalischer Flexibilität für Verteidigungsausgaben in Anspruch nehmen, sofern sie die nationale Ausnahmeklausel aktivieren. Vierzehn Euro-Länder haben dies getan, wobei die meisten die Ausgabensteigerungen an einer Basislinie von 2021 messen.cryptonews
Lane und seine Podiumskollegen untersuchten, wie Hunderte Milliarden an Verteidigungsaufträgen mit dem Privatsektor um Arbeitskräfte, Materialien und industrielle Kapazitäten konkurrieren. Die Finanzierungsmethode ist entscheidend: Defizitfinanzierte Ausgaben, steuerfinanzierte Ausgaben und gemeinsame europäische Kreditaufnahmen erzeugen jeweils unterschiedliche Inflationsdynamiken.cryptobriefing
Die Herausforderung wird durch das Mandat der EZB erschwert, die Geldpolitik für 20 Euro-Länder mit sehr unterschiedlichen fiskalischen Ausgangslagen festzulegen. Deutschlands Spielraum für eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben unterscheidet sich stark von dem Italiens oder Griechenlands. Die Präsentation der EZB merkte an, dass der inländische Wachstumsvorteil verwässert wird, wenn Aufträge in großem Umfang an nicht-europäische Lieferanten fließen, während die fiskalischen Kosten unverändert bleiben.cryptobriefing
Die EZB räumte ein, dass die fiskalischen Multiplikatoren für Verteidigungsausgaben mit "erheblicher Unsicherheit" behaftet sind, wobei akademische Schätzungen je nach Zusammensetzung der Ausgaben, Importanteil und geldpolitischen Reaktionen von beachtlichen kurzfristigen Effekten bis hin zu nahezu null oder sogar negativen Ergebnissen reichen. Lanes Präsentation deutete an, dass die Ausrichtung von Verteidigungsforschung und -entwicklung auf Europas grüne und digitale Transformation Produktivitätsspillover über den Militärsektor hinaus bringen könnte, warnte jedoch, dass politische Entscheidungsträger mit einer "wirklich breiten Spanne möglicher wirtschaftlicher Ergebnisse anstelle einer einzigen verlässlichen Prognose" arbeiten."cryptonews