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ecb.europaecb.europaecb.europa+1Ökonomen der Europäischen Zentralbank veröffentlichten am Montag einen Blogbeitrag, in dem sie argumentieren, dass Chinas Ölbevorratung vor dem Krieg, die rasche Verbreitung von Elektrofahrzeugen und der geringere petrochemische Verbrauch eine zentrale Rolle dabei spielten, die globalen wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs zu begrenzen, der dem weltweiten Ölmarkt täglich rund 14 Millionen Barrel entzogen hat.ecb.europa
Die Analyse mit dem Titel „Energy shock: why oil and gas prices have risen less than expected“ vergleicht die aktuelle Krise mit den durch Russlands Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 ausgelösten Energieengpässen und versucht zu erklären, warum ein weitaus größerer Angebotsschock zu einer vergleichsweise moderaten Preisreaktion geführt hat.ecb.europa
Die Sperrung der Straße von Hormus nach US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran Ende Februar 2026 unterbrach den Transit von rund 20 Millionen Barrel pro Tag, was einem Fünftel des weltweiten Ölangebots entspricht. Nach Pipeline-Ausweichlösungen durch Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate belief sich der Netto-Angebotsverlust auf durchschnittlich rund 14 Millionen Barrel pro Tag (mb/d) und stellte damit den Rückgang von etwa 1 mb/d durch Russlands Krieg in der Ukraine weit in den Schatten.ecb.europa
Dennoch führten beide Konflikte zu auffallend ähnlichen Preisanstiegen. Bis Anfang Juni lag der Ölpreis laut den EZB-Ökonomen rund 29 % über dem Niveau vor dem Konflikt, nachdem er von einem Höchststand von über 50 % wieder zurückgegangen war. Nach der russischen Invasion stiegen die Preise in der Spitze ebenfalls um rund 30 %, ein weitgehend vergleichbares Ergebnis trotz eines vierzehnmal kleineren Schocks.ecb.europa
Rohöl der Sorte Brent notierte am Montag bei rund 90 US-Dollar pro Barrel, nachdem es sich nach einem kurzen Überschreiten der Marke von 100 US-Dollar in der Vorwoche wieder etwas verbilligt hatte. Die Rendite 10-jähriger deutscher Bundesanleihen sank unterdessen unter 3,2 %, blieb jedoch nahe dem in der vergangenen Woche erreichten 15-Jahres-Hoch, da Investoren die inflationären Folgen der erhöhten Energiekosten abwägten.barchart+2
Der EZB-Blog nannte mehrere Faktoren für die verhaltene Preisreaktion, wobei China eine herausragende Rolle einnimmt. Die chinesischen Rohölbestände stiegen von geschätzten 92 Tagen Importdeckung im Jahr 2023 auf rund 115 Tage Anfang 2026, was ein erhebliches Polster bot, als die Lieferungen durch die Meerenge gestoppt wurden. Chinas rascher Übergang zu Elektrofahrzeugen trug zudem dazu bei, dass der globale Ölmarkt vor Beginn des Konflikts einen Angebotsüberschuss von rund 2,5 mb/d aufwies.ecb.europa
Ein schwächerer petrochemischer Verbrauch in China und eine geringere Nachfrage nach Kerosin im Nahen Osten trugen zu einer deutlichen Abwärtskorrektur der weltweiten Ölnachfrageprognosen bei. Die Internationale Energieagentur senkte ihre Nachfrageprognose für das zweite Quartal 2026 im Vergleich zum Januar um 3 mb/d und prognostizierte einen Rückgang von rund 2 % im Jahresvergleich, was weitaus drastischer ist als das nach der Ukraine-Invasion verzeichnete Defizit von 0,6 mb/d.ecb.europa
Eine koordinierte Rekordfreigabe von 400 Millionen Barrel aus strategischen Reserven, mehr als das Doppelte der im Jahr 2022 freigegebenen 182 Millionen Barrel, entspannte die Lage am Markt zusätzlich.journalrecord+1
Die EZB-Autoren warnten, dass die Bedingungen „äußerst volatil“ bleiben, insbesondere nachdem erneute Angriffe zwischen den USA und dem Iran Anfang dieses Monats die Sorge vor einer anhaltenden Störung wieder angefacht haben. Eine länger andauernde Sperrung der Straße von Hormus würde die vorhandenen Puffer allmählich aufzehren und die Märkte dazu zwingen, die Erwartung einer raschen Lösung aufzugeben, was das Risiko neuer Preissprünge erhöht.reuters+2
Die EZB beließ die Leitzinsen in der vergangenen Woche unverändert bei 2,25 %, wobei Präsidentin Christine Lagarde anmerkte, dass auch eine Zinserhöhung diskutiert worden sei.freemalaysiatoday+1