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ft+1finextra+1finextraEin vom Kreml unterstütztes Fintech-Unternehmen namens A7 nutzte gefälschte Rechnungen, Briefkastenfirmen und eine industrielle Dokumentenfälschung, um trotz westlicher Sanktionen gegen Russland mehr als 6,9 Milliarden Dollar durch das internationale Bankensystem zu schleusen. Dies geht aus einer am 21. September veröffentlichten Recherche der Financial Times hervor, die auf Hunderttausenden geleakten internen Dateien basiert.ft+1
Die Untersuchung ergab, dass A7, das Ende 2024 vom sanktionierten moldauischen Flüchtigen Ilan Shor mit Unterstützung der russischen Staatsbank Promsvyazbank gegründet wurde, Schwachstellen im SWIFT-Zahlungsnetzwerk ausnutzte. Diese hängen davon ab, dass die sendenden Banken angemessene Kundenprüfungen durchführen. Sobald A7 die Kontrollen einer einzelnen Mitgliedsbank umgangen hatte, konnte es Zahlungen durch das gesamte System leiten.finextra
A7 stützte sich auf ein Netzwerk von Scheinfirmen in Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, Hongkong und Kirgisistan, um Zugang zu SWIFT-angeschlossenen Banken zu erhalten. Wenn Banken Transaktionen hinterfragten, legten A7-Mitarbeiter gefälschte Rechnungen und andere Dokumente vor, um eine legitim wirkende Papierspur zu erzeugen. Die Mitarbeiter änderten Warenbeschreibungen, Zollcodes und andere Transaktionsdetails, um Sanktionsprüfungen zu vermeiden. In einem Fall wurden Dokumente für 500 Nachtsichtgeräte, die für einen russischen Kunden bestimmt waren, als harmlose Waren getarnt.africa.businessinsider
Das Netzwerk versuchte zudem, die intern als "russische Spur" bezeichneten Hinweise aus den Dokumenten zu entfernen, unter anderem durch das Löschen kyrillischer Schriftzeichen. Etwa 100 fiktive Unternehmen wurden identifiziert, die während des Zeitraums der geleakten Daten Zahlungen tätigten.albeu+1
Allein Konten von Standard Chartered in Hongkong erhielten zwischen Ende 2024 und August 2025 1,1 Milliarden Dollar von A7-nahen Einheiten. Die First Abu Dhabi Bank, die größte Bank der VAE, eröffnete Konten für 17 A7-nahe Einheiten, die mehr als 1,8 Milliarden Dollar an ausgehenden Zahlungen tätigten. DBS in Hongkong erhielt 273 Millionen Dollar, während Kunden der Citigroup 74 Millionen Dollar und Kunden der Deutschen Bank in Europa etwa 18 Millionen Dollar erhielten. Auch JPMorgan Chase stellte Konten für das Netzwerk zur Verfügung.europeanbusinessmagazine+1
Die First Abu Dhabi Bank teilte der Financial Times mit, dass alle A7-Konten identifiziert und geschlossen wurden. Standard Chartered, Citigroup, JPMorgan und die Deutsche Bank verwiesen auf ihre Verpflichtungen zur Geldwäschebekämpfung, lehnten aber weitere Kommentare ab.finextra
Der Großteil des Geldes floss letztlich auf chinesische Bankkonten, während A7 auch Tether, eine an den Dollar gekoppelte Kryptowährung, zur Abwicklung von Transaktionen nutzte. Eine gemeinsame Untersuchung des Open Source Centre und von TRM Labs ergab Anfang des Jahres, dass A7 wahrscheinlich zweistellige Milliardenbeträge durch das internationale Bankensystem bewegt hat, wobei On-Chain-Analysen die Krypto-Aktivitäten mit dem iranischen IRGC, nordkoreanischen Hackern und der Hamas in Verbindung brachten. Das Wall Street Journal News Corp berichtete im August, dass A7 behauptet, fast 20 Prozent der Zahlungen im russischen Außenhandel abzuwickeln, was mehr als 100 Milliarden Dollar jährlich entspricht.wsj+3
Die Enthüllungen werfen kritische Fragen zur Wirksamkeit des Sanktionsregimes auf, das nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 verhängt wurde, sowie zur Fähigkeit großer internationaler Banken, staatlich unterstützte Umgehungsgeschäfte zu erkennen, die über ihre eigenen Systeme abgewickelt werden.