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reuters+1motor1+1sedaily+1Volkswagen gab am vergangenen Freitag, dem 18. September, eine Firmenwertabschreibung von rund 6 Milliarden Euro auf seine 75-prozentige Beteiligung an Porsche bekannt. Dies geschah im Rahmen einer umfassenderen Gewinnwarnung, die den Aktienkurs einbrechen ließ und verdeutlichte, wie weit die einst so geschätzte Sportwagenmarke innerhalb des größten europäischen Automobilherstellers gefallen ist.reuters+1
Die nicht zahlungswirksame Abschreibung wurde durch gesunkene finanzielle Erwartungen für Porsche ausgelöst, deren operative Umsatzrendite 2025 auf 1,1 Prozent einbrach, nach 14,1 Prozent im Vorjahr. Volkswagen erwartet nun für 2026 eine operative Konzernmarge von nur noch bis zu 1 Prozent, deutlich weniger als die zuvor prognostizierten 4 bis 5,5 Prozent. Die Abschreibung ist Teil von rund 10 Milliarden Euro an Einmalkosten, die der Konzern gemeldet hat, einschließlich Restrukturierungskosten, während VW die größte Umstrukturierung seiner 89-jährigen Geschichte vorantreibt.wsj+3
Im Zentrum des Niedergangs von Porsche steht die sich verschlechternde Position in China, dem lange Zeit wichtigsten Einzelmarkt. Die Verkäufe dort erreichten 2021 ihren Höhepunkt und sind seitdem jedes Jahr gesunken, mit einem Rückgang von 32 Prozent im ersten Halbjahr 2026 auf nur noch 14 501 Fahrzeuge. Die Bedingungen in Nordamerika, dem Nahen Osten, Afrika und Indien boten kaum Entlastung. Zölle aus den USA und die kostspielige Umstellung auf Elektrifizierung haben das Problem verschärft und sowohl Volumen als auch Margen unter Druck gesetzt.sedaily+1
Porsche-Chef Michael Leiters hält an einem mittelfristigen Margenziel von 10 bis 15 Prozent fest und prognostizierte laut einem internen Memo, das Reuters vorliegt, eine Erholung der operativen Umsatzrendite auf 5,5 bis 7,5 Prozent für das laufende Jahr. Doch Analyst Ferdinand Dudenhöffer sagte gegenüber Reuters, "die Tage, in denen Porsche ein Gewinnbringer war, sind vorbei", und warnte, dass die Strategie der Marke "Wert vor Volumen" sie "immer kleiner" mache.jalopnik+1
In einer Entwicklung, die vor wenigen Jahren noch undenkbar schien, erzielte Skoda, die budgetorientierte tschechische Marke von VW, im ersten Halbjahr 2026 eine operative Umsatzrendite von 8,3 Prozent und lag damit deutlich vor den 7,8 Prozent von Porsche im gleichen Zeitraum. 2025 war der Abstand noch eklatanter: 8,3 Prozent bei Skoda gegenüber 1,1 Prozent bei Porsche. Automobilanalyst Matthias Schmidt sagte gegenüber Reuters, "die tschechische Marke ist faktisch zum neuen Porsche des Konzerns geworden".sedaily+1
Der Vergleich ist aussagekräftig, da beide Marken die operative Umsatzrendite auf die gleiche Weise ausweisen, nämlich als operatives Ergebnis geteilt durch den Umsatz, was einen direkten Vergleich ermöglicht. Das Ergebnis von Skoda war kein Einzelfall: Es ging mit Rekordumsätzen, einem Rekordbetriebsergebnis und mehr als einer Million Auslieferungen einher, gestützt durch Verkaufsschlager wie den Octavia und ein wachsendes Angebot an erschwinglichen Elektrofahrzeugen.motor1
Die Abschreibung reduziert den Firmenwert von Porsche auf etwa 10 Milliarden Euro, verglichen mit den 18,8 Milliarden Euro zum Zeitpunkt des Börsengangs 2022, einem der größten in Europa. Für Volkswagen, das auf die Cashflows von Porsche angewiesen ist, um seine Umstrukturierung zu finanzieren, einschließlich der vor Wochen vereinbarten Streichung von 50 000 Stellen, stellt der Wertverlust eine direkte Herausforderung dar. Wie Dudenhöffer es ausdrückte: Die Frage ist nicht mehr, ob Porsche die Erträge von VW anführen kann, sondern ob die Marke verhindern kann, sie weiter nach unten zu ziehen.jalopnik+2