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reuterscnbc+1fxstreetNur wenige Tage nach einer historischen koordinierten Währungsintervention zwischen den USA und Japan, die den USD/JPY kurzzeitig unter 156 drückte, hat der Yen seinen Abwärtstrend wieder aufgenommen. Die Märkte reagieren auf ein kostspieliges und ungedecktes Fiskalpaket, das nach Ansicht von Analysten den Zielen der Intervention entgegenwirkt.
Das japanische Kabinett billigte am Mittwoch den Plan von Premierministerin Sanae Takaichi, die Verbrauchssteuer auf Lebensmittel und alkoholfreie Getränke für zwei Jahre ab April 2027 von 8 % auf 1 % zu senken. Dies ist die erste Senkung seit Einführung der Steuer im Jahr 1989. Der Generalrat der Liberaldemokratischen Partei stimmte der Maßnahme am selben Tag zu, obwohl Mitglieder Bedenken äußerten, wie das jährliche Einnahmedefizit von rund 5 Billionen Yen gedeckt werden soll.theedgemarkets+2
Zusätzlich plant die Regierung jährliche Direktzahlungen von etwa 600 Milliarden Yen an Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen, wodurch deren Steuerlast auf Lebensmittel effektiv auf null sinkt. Takaichi hat versprochen, keine neuen Schulden aufzunehmen, blieb aber konkrete Finanzierungsquellen schuldig. Finanzministerin Satsuki Katayama betonte die Notwendigkeit fiskalischer Disziplin, ohne Details zu nennen.fxstreet+3
Ein Vorschlag des LDP-Abgeordneten Daishiro Yamagiwa sah diese Woche vor, die ETF-Bestände der Bank of Japan im Wert von 37 Billionen Yen zur Deckung der Lücke zu nutzen. "Die Aktienkurse sind so hoch, dass es nicht schaden würde, über ein beschleunigtes Verkaufstempo nachzudenken", sagte Yamagiwa laut Reuters am Dienstag in einem Online-Programm.reuters
Die fiskalische Ankündigung erfolgte nur Tage nach der ersten koordinierten Yen-Kaufintervention seit 1998, die am 3. August sowohl von Finanzministerin Katayama als auch von US-Finanzminister Scott Bessent bestätigt wurde. Die Operation drückte den Dollar von fast 164 Yen – einem 40-Jahres-Hoch – auf unter 156. Japan soll schätzungsweise über 50 Milliarden Dollar für die Maßnahme aufgewendet haben.cnbc+4
Doch bereits am Donnerstag schwächte sich der Yen wieder ab. Bas van Geffen, Senior Macro Strategist bei der Rabobank, merkte an, dass "diese Steuersenkungen nicht zu Investitionen führen, die Japans Wirtschaftswachstum strukturell verbessern könnten – was dem JPY die nötige Unterstützung hätte geben können".fxstreet
Geoff Yu von BNY teilte diese Sorge und schrieb am Dienstag, dass "koordinierte Interventionen Zeit gekauft, aber die ausländischen JPY-Bestände nicht wesentlich erhöht haben." Er betonte, dass eine dauerhafte Nachfrage nach dem Yen "eine Straffung der BoJ, fiskalische Konsolidierung und Strukturreformen" erfordere – nichts davon werde durch die Steuersenkung geliefert. Yu wies zudem darauf hin, dass Finanzminister Bessent selbst eingeräumt habe, dass Interventionen zwar "Marktsignale" geben könnten, Japan aber "politische Folgemaßnahmen" benötige.fxstreet
Der wahre Test, so van Geffen von der Rabobank, "könnte die Währung selbst sein". Da der Yen allmählich wieder abwertet und die Finanzierungsfrage ungeklärt bleibt, scheinen die Märkte ihr Urteil darüber zu fällen, ob eine Intervention ohne fiskalische Glaubwürdigkeit Bestand haben kann.fxstreet