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marketing-interactive.marketing-interactive+1.analyticsinsight.marketing-interactive.marketing-interactive+1.Das Vogue Magazine sieht sich wachsender Kritik ausgesetzt, nachdem es in seiner August-Ausgabe 2025 erstmals ein KI-generiertes Model in einer bezahlten Anzeige für die Modemarke Guess präsentierte. Die doppelseitige Anzeige, die von der Londoner Marketingagentur Seraphinne Vallora erstellt wurde, zeigt ein blondes Model in Sommerkleidung, wobei nur ein kleiner Hinweis auf den künstlichen Ursprung hinweist.
Die Kontroverse entbrannte, als die TikTok-Nutzerin @lala4an ein Video über das KI-Model veröffentlichte, das schnell über 2 Millionen Aufrufe erzielte. Fachleute aus der Modebranche und Leser reagierten mit weit verbreiteter Verurteilung auf Social-Media-Plattformen, wobei viele damit drohten, ihre Vogue-Abonnements zu kündigen.marketing-interactive+1
Das Model Felicity Hayward, das seit über einem Jahrzehnt in der Modebranche arbeitet, sagte gegenüber der BBC, dass der Einsatz von KI-Models "faul und billig" wirke und beschrieb die Entscheidung der Vogue als "sehr entmutigend und ziemlich beängstigend". Branchenkritiker argumentieren, dass KI-generierte Models menschliche Models, Visagisten, Hairstylisten und Fotografen bei traditionellen Fotoshootings verdrängen könnten.sineadbovell.substack+1
Das ehemalige Model Sinead Bovell warnte, dass "Schönheitsideale bereits von KI beeinflusst werden" und äußerte Bedenken, dass junge Menschen sich mit "Menschen vergleichen, die vollständig künstlich sind". Der australische Abgeordnete David Shoebridge twitterte, dass Guess mit digital perfekten Körpern, die nicht existieren, "unmögliche und unverantwortliche Schönheitsideale schafft".style.yahoo+1
Die Mitbegründerinnen von Seraphinne Vallora, Valentina Gonzalez und Andreea Petrescu, haben eine leidenschaftliche Verteidigung ihrer umstrittenen Arbeit gestartet und sich gegen die Kritik gewehrt, dass KI-Models menschliche Talente ersetzen. Die 25-jährigen Unternehmerinnen argumentieren, dass ihre Technologie Arbeitsplätze schaffe statt vernichte, und beschreiben einen arbeitsintensiven Prozess, der Moodboards, Stylisten und gelegentlich echte Fotografen für Posen-Tests umfasst. "Warum können Ingenieure, Grafikdesigner, 3D-Künstler, Programmierer, Architekten – jede Art von Kreativen – nicht auch Schönheit erschaffen?", schrieb das Studio auf Instagram und betonte, dass ihre Bilder "KI-gesteuert, aber von Menschen, Kreativen und Designern gemacht" seien.marketing-interactive+1
Die Verteidigung der Agentur konzentriert sich darauf, KI lediglich als ein weiteres kreatives Werkzeug zu positionieren, ähnlich wie Photoshop oder Digitalkameras, als diese erstmals aufkamen. Gonzalez sagte gegenüber BuzzFeed, dass ihr Durchbruch kam, als der Mitbegründer von Guess, Paul Marciano, ihre Arbeit auf Instagram entdeckte und ihr blondes Model aus zehn KI-generierten Optionen auswählte. Trotz der Kritik an der Aufrechterhaltung unrealistischer Schönheitsideale schob Gonzalez die Verantwortung auf die Vorlieben der Verbraucher: "Es sind nicht einmal wir, es ist die Öffentlichkeit. Wenn sie die Vielfalt geliebt hätten, hätten wir unser Instagram mit Vielfalt überflutet." Das Duo hält daran fest, dass ihr Instagram-Account mit 220.000 Followern die Marktnachfrage nach ihrer fantasiegetriebenen Bildsprache beweise, wobei Gonzalez behauptet: "Wir schaffen keinen neuen Standard. Der Standard war schon immer da."style.yahoo+1
Die Einführung von KI-generierten Models in der Modebranche stellt einen seismischen Wandel in der Werbepraxis dar, wobei große Publikationen wie Elle und Harper's Bazaar neben der umstrittenen Vogue-Kampagne ebenfalls die digitalen Kreationen von Seraphinne Vallora präsentieren. Dieser technologische Wandel erfolgt in einer Zeit, in der die Branche mit wirtschaftlichem Druck zu kämpfen hat; die jährliche Umfrage von McKinsey ergab, dass nur 20 % der Führungskräfte in der Modebranche für 2025 eine Verbesserung der Verbraucherstimmung erwarten, während 39 % eine Verschlechterung der Bedingungen prognostizieren.australianphotography+1
Der Produktionsprozess hinter diesen digitalen Models offenbart sowohl die Raffinesse als auch die Grenzen der aktuellen KI-Technologie. Das fünfköpfige Team von Seraphinne Vallora benötigt bis zu einem Monat, um jedes KI-Model von der Konzeption bis zum endgültigen Bild zu entwickeln, wobei die Gebühren für Großkunden im niedrigen sechsstelligen Bereich liegen – Kosten, die mit traditionellen Fotoshootings vergleichbar sind. Kritiker weisen jedoch auf grundlegende Mängel der Technologie hin: Während KI "perfekte Knochenstrukturen und makellose Haut" erzeugen kann, wirken die tatsächlichen Kleidungsstücke in den Anzeigen oft "unordentlich", was eine traditionelle Fotografie der echten Kleidungsstücke erfordert. Die Agentur gibt zu, dass sie "noch keine Plus-Size-Models erstellt haben, unter Berufung auf technologische Einschränkungen", während sie ihren Mangel an ethnischer Vielfalt eher den Präferenzen der Algorithmen als technischen Einschränkungen zuschreibt. Dieser technologische Rückschritt findet statt, während Marken wie Guess bemerkenswerterweise vermeiden, diese KI-Bilder auf ihren eigenen Social-Media-Plattformen zu zeigen, was auf eine interne Ambivalenz gegenüber ihrer Innovation hindeutet.afaqs+2