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reutersreuters+1reuters+1Die Aktien der Universal Music Group brachen am Freitag um 23 % ein und erreichten mit 14,88 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Das weltweit größte Musiklabel hatte zuvor Ergebnisse für das zweite Quartal vorgelegt, die trotz eines starken Umsatzwachstums die Profitabilitätserwartungen verfehlten. Der Abverkauf zog auch den größten UMG-Aktionär Vivendi mit hinab, der mit minus 14 % den schwersten Tagesverlust seit August 2002 verbuchte.investing+1
Die Zahlen legten ein Kernproblem der UMG-Strategie offen: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 13,3 % auf 3,29 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenprognosen, aber die bereinigte EBITDA-Marge verringerte sich von 22,7 % im Vorjahr auf 20,5 %. Zudem brach der freie Cashflow im ersten Halbjahr um rund 85 % auf nur noch 24 Millionen Euro ein. Von Visible Alpha befragte Analysten hatten ein bereinigtes EBITDA von 707,9 Millionen Euro erwartet; das Unternehmen lieferte 674 Millionen Euro.marketscreener+2
Die Zahl, die Anleger am meisten beunruhigte, war das organische Wachstum der Abonnementeinnahmen. Ohne die Auswirkungen der Übernahme von Downtown Music Holdings im Februar wuchsen die Abonnementerlöse im zweiten Quartal währungsbereinigt um nur 6,7 %, nach 7,9 % im ersten Quartal. Inklusive Downtown stiegen die Abonnementerlöse von 1,37 Milliarden Euro um 16,6 %, von Bloomberg befragte Analysten hatten jedoch ein Plus von 19,2 % erwartet.reuters+2
UMG führte den Rückstand auf Gegenwind bei den Marktanteilen zurück, der die positiven Effekte von Preiserhöhungen bei Spotify , YouTube und Apple Music zehrte. Barclays-Analyst Julien Roch schrieb, die Ergebnisse seien die schwächsten seit dem zweiten Quartal 2024 gewesen.straitstimes
Verschlechterte Margen waren auf mehrere Faktoren zurückzuführen: die Integration der gewinnpräschwächeren Übernahme von Downtown, ein ungünstiger Umsatzmix im Bereich Recorded Music, höhere Rechtskosten sowie Verluste in der Merchandising-Sparte, die nach einem Umsatzrückgang von 10,7 % einen bereinigten EBITDA-Verlust von 5 Millionen Euro auswies. Zudem hatte eine Einigung mit einem Internetanbieter im Vorjahr den Vorjahresvergleich begünstigt, wodurch der aktuelle Rückstand noch deutlicher hervortritt.investing+1
Die Nettoverschuldung von UMG stieg im Vergleich zum Ende des Jahres 2025 um 72,8 % auf 4,13 Milliarden Euro. Dies spiegelt den Downtown-Deal, Aktienrückkäufe in Höhe von 734 Millionen Euro und Dividenden von 514 Millionen Euro wider, was teilweise durch 379 Millionen Euro aus dem Verkauf von Spotify-Aktien ausgeglichen wurde.musicbusinessworldwide
JPMorgan erklärte, dass sich die Abonnementtrends in der zweiten Jahreshälfte verbessern könnten, wenn UMGs Dynamik bei den Marktanteilen zunimmt und die Veröffentlichungs-Pipeline anzieht. Mögliche Einsparungsprogramme und geplante KI-basierte Dienste könnten zudem als zukünftige Katalysatoren wirken. In der Analystenkonferenz sagte Finanzvorstand Matt Ellis, das Unternehmen sei hinsichtlich des Abonnementswachstums in der zweiten Jahreshälfte „vorsichtig optimistisch“, und verwies auf weitere Preisanpassungen sowie verbesserte Marktanteile im Vorfeld des dritten Quartals.reuters+1
Auch der Branchenkonkurrent Warner Music Group gab am 30. Juli im Zuge der allgemeinen Neubewertung der Profitabilitätserwartungen in der Musikbranche kräftig nach.investing