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fxstreetEuropean Central Bank+1fxstreetDie Rabobank hat ihre Inflationsprognosen für die Eurozone kräftig angehoben. Laut einer in dieser Woche veröffentlichten Analyse der Strategen der niederländischen Bank wird die Gesamtinflation im Januar und Februar 2027 im Jahresvergleich voraussichtlich einen Höchststand von 4,4 Prozent erreichen, da sich die stark steigenden Öl- und Erdgaspreise auf die Wirtschaft der Region auswirken.fxstreet
Die revidierten Aussichten der Strategen Bas van Geffen und Elwin de Groot weichen deutlich von den eigenen Prognosen der Europäischen Zentralbank vom September ab, die für 2026 eine durchschnittliche Inflation von 3,0 Prozent und bis 2028 einen Rückgang auf 2,1 Prozent vorsehen. Die Rabobank prognostiziert nun eine durchschnittliche Inflation von 3,1 Prozent im Jahr 2026 und 3,5 Prozent im Jahr 2027. Getrieben wird dies durch die Energiekosten, die die Gesamtinflation in jedem Jahr um rund 0,5 Prozentpunkte in die Höhe treiben.ecb.europa+2
Die Eurozone hat mit einem erneuten Energiepreisschock zu kämpfen, der mit dem Konflikt im Nahen Osten zusammenhängt. Die Energieinflation im Euroraum beschleunigte sich laut Eurostat im August auf 14,3 Prozent nach 10,3 Prozent im Juli, was die Gesamtinflation auf 3,3 Prozent trieb: den höchsten Stand seit September 2024. Die Strategen der Rabobank warnten, dass sich die Auswirkungen über den Energiesektor hinaus ausweiten könnten, falls der Krieg in den kommenden Monaten zu „etwas höherem Druck auf die Lieferketten“ führt.cnbc+1
Trotz des Anstiegs der Gesamtinflation bleibt die Kerninflation verhaltener. Die Rabobank prognostiziert lediglich einen Anstieg der Kerninflation um 0,1 Prozentpunkte, während die Eurostat-Daten zeigten, dass die Kerninflation im August tatsächlich von 2,5 Prozent im Juli auf 2,4 Prozent sank. Dennoch wies die Bank auf ein Lohnrisiko hin: „Da die Inflation Anfang nächsten Jahres voraussichtlich einen Höchststand von rund 4,5 Prozent erreichen wird, ist dieses Risiko nicht vernachlässigbar“, schrieben die Strategen und wiesen darauf hin, dass Arbeitnehmer höhere Löhne fordern könnten, um den Kaufkraftverlust auszugleichen.fxstreet+1
Die EZB hat ihren Einlagensatz am 10. September um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent angehoben. Dies war die zweite Erhöhung in diesem Jahr, begründet mit dem anhaltenden, energiebedingten Preisdruck durch den Nahostkonflikt. Die Märkte preisen eine weitere Straffung ein. Eine Reuters-Umfrage von Anfang September deutete darauf hin, dass der Zinsschritt im September der letzte der EZB gewesen sein könnte, obwohl BBVA Research Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, S.A. nun eine weitere Erhöhung auf 2,75 Prozent bis zum Jahresende erwartet. Laut BNN Bloomberg preisen die Märkte für 2027 einen Einlagensatz von über 3 Prozent ein.bnnbloomberg+4
Die Rabobank geht jedoch davon aus, dass der Einlagensatz über einen längeren Zeitraum bei fast 2,50 Prozent bleiben wird, wobei Senkungen unter dieses Niveau vor 2028 unwahrscheinlich sind. „Wir glauben, dass der Rückgang der Kerninflation schleppend verlaufen wird“, schrieben die Strategen und deuteten an, dass die EZB die Zinsen „einige Zeit am oberen Ende der neutralen Spanne“ halten wird.fxstreet
Die missliche Lage der Eurozone spiegelt einen breiteren globalen Straffungszyklus wider. Die US-Notenbank Federal Reserve hat in dieser Woche ebenfalls die Zinsen angehoben, während die Bank of Japan den Leitzins auf ein 31-Jahres-Hoch schraubte und die Reserve Bank of Australia die Zinsen in diesem Jahr bereits dreimal erhöht hat.bnnbloomberg