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dmnews+1itv+1itvRund 240.000 Uber Fahrer in sieben europäischen Ländern haben eine Sammelklage gegen den Fahrdienstvermittler eingereicht. Sie werfen dem Unternehmen vor, dass sein KI-gestütztes Preisbildungssystem gegen EU-Datenschutzrecht verstößt und ihre Einnahmen systematisch gedrückt hat.
Die Klage, die am 2. September von Worker Info Exchange International (WIE) beim Bezirksgericht Amsterdam eingereicht wurde, vertritt Fahrer aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Polen und Rumänien. WIE fordert das Gericht auf, die Praktiken von Uber für rechtswidrig zu erklären, das Unternehmen zur Einstellung dieser Praktiken zu verpflichten und den betroffenen Fahrern Schadenersatz zuzusprechen.dmnews+2
Im Zentrum des Falls steht der Wechsel von Uber von einem festen Preismodell, bei dem die Fahrpreise auf Basis von Zeit- und Tarifsätzen mit einer Standardprovision von 25 % berechnet wurden, zu einem dynamischen System für Festpreise im Voraus ("Upfront Pricing"), das ab 2020 eingeführt wurde. Unter dem neueren Modell ist der von den Fahrgästen gezahlte Betrag nicht mehr direkt an die Vergütung der Fahrer gekoppelt.itv
Die Fahrer behaupten, dass der Algorithmus von Uber individuelle Profile von ihnen erstellt und aus ihrem Verhalten lernt, etwa welche Fahrten sie annehmen oder ablehnen und wann und wo sie arbeiten, um den Mindestbetrag vorherzusagen, den sie für eine bestimmte Fahrt akzeptieren würden. "Ein Computer-Algorithmus sollte nicht eigenständig Entscheidungen treffen, die Menschen ihre Existenzgrundlage entziehen", sagte James Farrar, Direktor von Worker Info Exchange.cryptobriefing+1
Fahrer Kola Oba, der seit neun Jahren für Uber fährt, erklärte gegenüber ITV News, dass ihm und einem Fahrerkollegen für dieselbe Strecke vom selben Ort unterschiedliche Fahrpreise angeboten wurden: 22 Pfund für ihn und 26 Pfund für seinen Kollegen. "Ich glaube, genau hier kommt der Algorithmus ins Spiel", sagte er.itv
WIE schätzt, dass betroffene Fahrer in Großbritannien nach den Preisänderungen real durchschnittlich 5.337 Pfund weniger pro Jahr verdienten, bei kumulierten Verlusten von 26.239 Pfund pro Fahrer zwischen August 2021 und Juni 2026.dmnews+1
Uber hat die Vorwürfe kategorisch zurückgewiesen. "Die Uber-App nutzt Echtzeitinformationen über die Fahrt wie Strecke, Dauer und Ziel, um die Fahrpreise zu berechnen", teilte das Unternehmen in einer Erklärung mit. "Fahrer sehen ihren Verdienst und das Ziel einer Fahrt, bevor sie entscheiden, ob sie sie annehmen."itv
Die Klage erfolgt nur wenige Wochen, nachdem die niederländische Datenschutzbehörde eine Geldbuße von 825 Millionen Euro gegen Uber verhängt hatte, weil Fahrerkonten durch automatisierte Systeme ohne ausreichende menschliche Aufsicht deaktiviert wurden. Dies war die zweithöchste Strafe, die jemals unter der DSGVO verhängt wurde. Diese Strafe war die dritte, die die niederländische Aufsichtsbehörde gegen Uber verhängte, nach einer Geldbuße von 290 Millionen Euro im Jahr 2024 wegen der Übermittlung personenbezogener Daten von Fahrern in die Vereinigten Staaten.reuters+2
Eine Studie der Universität Oxford aus dem Juni 2025, die zusammen mit WIE durchgeführt wurde, ergab, dass die durchschnittliche Take-Rate von Uber nach der Einführung dynamischer Preise von etwa 25 % auf 29 % stieg, wobei das Unternehmen bei einigen Fahrten mehr als 50 % des Fahrpreises einbehielt. Im selben Zeitraum stieg der jährliche Betriebsgewinn von Uber von 1,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf 5,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025.itv+1
WIE rechnet damit, dass der Fall in Amsterdam Anfang 2027 verhandelt wird. Das KI-Gesetz der EU, dessen schrittweise Umsetzung 2024 begann, stuft beschäftigungsbezogene KI-Systeme als "hochriskant" ein, was den Ansprüchen der Fahrer zusätzliches regulatorisches Gewicht verleiht. Das Ergebnis könnte einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie Plattformen der Gig-Economy in ganz Europa automatisierte Systeme zur Steuerung und Bezahlung von Beschäftigten nutzen dürfen.cryptobriefing+1