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sci+1scispaceAstronomen haben mithilfe des James Webb Space Telescope Wassermoleküle und Silikatstaub um einen sterbenden Stern in nur 0,55 Lichtjahren Entfernung von Sagittarius A*, dem supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße, entdeckt. Diese Entdeckung stellt bisherige Annahmen darüber infrage, was in der extremsten Strahlungsumgebung der Galaxie überleben kann.
Die Ergebnisse, die am 11. August 2026 in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht wurden, stellen das erste kontinuierliche mittlere Infrarotspektrum dar, das jemals für IRS 3, eine der hellsten Infrarotquellen nahe dem galaktischen Zentrum, gesammelt wurde.sci+1
IRS 3 ist ein Roter Riese mit etwa der sechsfachen Masse der Sonne und einem Alter von rund 72 Millionen Jahren. Der Stern ist in seine asymptotische Riesenastphase eingetreten und stößt durch starke Sternwinde Gas- und Staubschichten ab, während er sich dem Ende seines Lebens nähert. Obwohl er sich in einer Umgebung befindet, die von intensiver ultravioletter Strahlung und Röntgenstrahlung aus der Region um Sagittarius A* dominiert wird, produziert der Stern weiterhin Staub und beherbergt intakte Wassermoleküle.sci
"Galaktische Zentren gehören zu den extremsten Umgebungen, daher ist es eine wichtige Frage, ob Sterne dort weiterhin ihre Umgebung anreichern können", sagte Dr. Florian Peißker, Hauptautor der Studie von der Universität zu Köln. "Mit Webb können wir direkt beobachten, wie sich Sterne unter diesen Bedingungen verhalten, und sehen, dass die Staubproduktion bemerkenswert widerstandsfähig bleibt."space+1
Unter Verwendung des Mid-Infrared Instrument (MIRI) von Webb erstellte das Forschungsteam ein Spektrum, das zwei Absorptionsmerkmale zeigt, die nur durch sauerstoffreichen, silikatbasierten Staub erzeugt werden können. Damit wurden frühere Vermutungen aus bodengestützten Beobachtungen widerlegt, dass IRS 3 kohlenstoffreich sein könnte. Die Forscher modellierten etwa 100 000 Variationen der umgebenden Hülle des Sterns mithilfe von Strahlungstransportcode und fanden eine geschichtete Schalenstruktur, die sich etwa 10 000 astronomische Einheiten vom Stern erstreckt, wobei die Temperaturen von etwa 927 Grad Celsius in Sternnähe auf minus 173 Grad Celsius in den äußeren Regionen fallen.space+1
Der Nachweis von Wasser ist besonders bemerkenswert, da Wassermoleküle zerbrechlich sind und durch die Strahlung in der Nähe eines supermassereichen Schwarzen Lochs leicht zerstört werden können. Der Fund deutet darauf hin, dass die Staubschicht des Sterns dick genug ist, um die empfindliche Chemie vor ihrer rauen Umgebung zu schützen.sci
"Der Nachweis von Wasser ist besonders aufregend, weil er zeigt, dass molekulares Material in einer Umgebung überleben kann, die von intensiver Strahlung dominiert wird", sagte Dr. Macarena Garcia Marin, eine ESA-Astronomin und Koautorin. "Das sagt uns, dass Sterne selbst in der Nähe eines supermassereichen Schwarzen Lochs weiterhin Material an ihre Umgebung abgeben können."yahoo+1
Wasser und Staub sind wesentliche Bestandteile bei der Bildung neuer Sterne und Planeten, was bedeutet, dass Material, das von alternden Sternen wie IRS 3 ausgestoßen wird, letztendlich zukünftige Generationen von Himmelskörpern hervorbringen könnte – selbst in den gewalttätigsten Umgebungen der Galaxie.space