Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter
[forminator_form id="25163"]

reutersreuters+1reutersDie niederländische Straßenverkehrsbehörde, die das "Full Self-Driving"-System (FSD) von Tesla vor vier Monaten zugelassen hat, weigert sich offenzulegen, wie sie die Sicherheit der Technologie festgestellt hat. Sie beruft sich dabei auf die Pflicht zur Wahrung von Geschäftsgeheimnissen des Autobauers. Experten kritisieren diese Haltung, da sie Unternehmensinteressen über die öffentliche Transparenz stelle.
Eine am Donnerstag veröffentlichte Reuters-Recherche zeigt, dass Tesla die niederländische Behörde RDW seit Ende 2024 gedrängt hat, Dokumente zur FSD-Sicherheitsprüfung vertraulich zu behandeln. Dies geht aus bisher unveröffentlichtem E-Mail-Verkehr hervor, der über eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz erlangt wurde. Die Behörde lehnt es ab, Details zu Testmethoden, Leistungsdaten oder den Bewertungskriterien des Systems offenzulegen, obwohl sie sich gleichzeitig für eine EU-weite Zulassung von FSD einsetzt.reuters+2
Der Schriftverkehr zeigt, dass Vertraulichkeit für Tesla während des gesamten Zulassungsprozesses oberste Priorität hatte. In einer E-Mail-Konversation vom April 2025 versuchte ein Tesla-Vertreter sicherzustellen, dass die RDW ein bestimmtes Dokument "niemals" veröffentlichen würde. Er fragte, wie die Behörde garantieren wolle, dass das Material "vor der Öffentlichkeit unter Verschluss gehalten wird", und fügte hinzu, dass das Unternehmen keine weiteren Informationen bereitstellen könne, "bis diese Angelegenheit geklärt ist".news.yahoo+1
Die RDW erklärte gegenüber Reuters, sie habe Informationen nicht auf Wunsch von Tesla zurückgehalten, sondern entscheide selbst über den Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Die Behörde hatte im April verkündet, FSD sei "sicherer als andere Fahrerassistenzsysteme", schwächte diese Aussage im Juni jedoch ab auf "mindestens so sicher wie andere Fahrerassistenzsysteme". Belege oder Daten für beide Behauptungen blieb sie schuldig.reuters+1
Experten für europäisches Fahrzeugsicherheitsrecht sind der Ansicht, dass die Behörde unter dem Deckmantel von Geschäftsgeheimnissen viel zu viele Informationen zurückhält. Oliver Carsten, Professor für Verkehrssicherheit an der University of Leeds, der an der Ausarbeitung europäischer Vorschriften für automatisiertes Fahren beteiligt war, sagte gegenüber Reuters: "Ich sehe keinen Grund, warum das nicht öffentlich sein sollte".news.yahoo+1
Frank Mutze, Referent beim Europäischen Verkehrssicherheitsrat (ETSC), erklärte, der Öffentlichkeit bleibe nur das Vertrauen darauf, dass die Behörden "ihre Hausaufgaben gemacht haben, was für uns natürlich nicht ausreicht".reuters+1
Zulassungsbehörden in sechs europäischen Ländern, darunter Deutschland, Norwegen und Dänemark, erklärten gegenüber Reuters, sie könnten aufgrund von Geschäftsgeheimnissen keine Daten zu FSD-Tests oder -Leistungen veröffentlichen. Die norwegische Straßenbaubehörde stellte fest, dass die von ihr geprüften Daten aus der niederländischen Bewertung "nicht mit dem übereinstimmen, was Tesla auf seiner Website veröffentlicht". Dies ist eine Anspielung auf eine frühere Reuters-Recherche, wonach Teslas selbst veröffentlichte FSD-Sicherheitsstatistiken geschönt sind.news.yahoo+1
Die RDW strebt nun eine EU-weite Zulassung für FSD über eine Sonderregelung an, da die aktuellen Vorschriften für Kraftfahrzeuge das freihändige automatisierte Fahren auf Autobahnen beschränken. Eine Abstimmung der EU-Mitgliedstaaten könnte bereits im Oktober stattfinden und erfordert eine qualifizierte Mehrheit. Frankreich hat bereits Widerstand signalisiert: Der französische Verkehrsminister erklärte im vergangenen Monat, man werde FSD in seiner derzeitigen Form wegen Bedenken über Geschwindigkeitsüberschreitungen und unzureichender Systeme zur Fahrerüberwachung nicht zustimmen.ednews+2