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investing+1investinginvestingMoody's hat am Freitag das langfristige Rating für Polens vorrangige unbesicherte Verbindlichkeiten von A2 auf A3 herabgestuft, während gleichzeitig der Ausblick für Albanien von stabil auf positiv angehoben wurde. Diese gegensätzlichen Entscheidungen unterstreichen die auseinanderlaufenden fiskalischen Entwicklungen in Mittel- und Südosteuropa.
Die Herabstufung Polens, die von einem Ratingausschuss am 16. September beschlossen wurde, spiegelt eine laut Moody's anhaltende Verschlechterung der fiskalischen Stärke des Landes wider. Große Haushaltsdefizite haben zu einem deutlichen Anstieg der Staatsverschuldung geführt und die Schuldentragfähigkeit geschwächt, so die Agentur. Sie prognostiziert, dass das gesamtstaatliche Defizit trotz weiterhin starken Wirtschaftswachstums in den Jahren 2026 und 2027 bei etwa 7 % des BIP verharren wird.investing+1
Die Staatsverschuldung wird voraussichtlich von 59,7 % im Jahr 2025 auf 68,9 % des BIP im Jahr 2027 steigen, getrieben durch Gesundheitskosten, öffentliche Investitionen sowie Verpflichtungen im Verteidigungs- und Sozialbereich. Moody's senkte zudem Polens kurzfristiges Emittentenrating auf Prime-2 von P-1 und reduzierte die Länderobergrenzen für Lokal- und Fremdwährungen auf Aa2 von Aa1.investing+1
Die Agentur bewertet die Wirksamkeit der Fiskalpolitik als geschwächt und verweist auf eine prozyklische Haltung in den letzten Jahren sowie auf politische Zwänge, einschließlich der Blockade zwischen Regierung und Präsident sowie der Nähe der Parlamentswahlen im November 2027, die den Spielraum für Konsolidierungen einschränken. Moody's hatte den Ausblick für Polen bereits im September 2025 aufgrund steigenden Ausgabendrucks und politischer Blockaden auf negativ gesenkt.reuters+2
Der neue stabile Ausblick spiegelt die Erwartung von Moody's wider, dass das reale BIP-Wachstum robust bleibt – 3,7 % im Jahr 2026 und 3,2 % im Jahr 2027 – und sich die Schuldenlast gegen Ende der 2020er Jahre im Bereich von 70–75 % des BIP stabilisiert.investing+1
In einer deutlich anderen Entscheidung änderte Moody's den Ausblick für Albanien auf positiv und bestätigte gleichzeitig das Ba3-Rating des Landes. Die Revision spiegelt eine Stärkung der fiskalischen und externen Positionen Albaniens sowie eine beschleunigte Dynamik bei Strukturreformen im Zusammenhang mit dem EU-Beitrittsprozess wider.investing+1
Albanien verzeichnete in den letzten drei Jahren jeweils kleine Primärüberschüsse. Moody's prognostiziert für 2026–2027 Haushaltsdefizite von durchschnittlich 2,3 % des BIP, wobei die Staatsverschuldung bis 2027 von 52,9 % Ende 2025 auf 50,2 % des BIP sinken soll. Das Leistungsbilanzdefizit verringerte sich 2025 auf ein Rekordtief von 0,7 % des BIP, unterstützt durch starke Tourismuseinnahmen und Rücküberweisungen, während die Devisenreserven im Juni 2026 etwa 7,9 Milliarden Euro erreichten.investing+1
Die beiden Maßnahmen verdeutlichen, wie fiskalische Disziplin – oder deren Fehlen – weiterhin die Kreditwürdigkeit von Staaten in ganz Europa prägt. Polens Defizit von rund 7 % des BIP ist mehr als dreimal so hoch wie das prognostizierte Defizit Albaniens, obwohl beide Volkswirtschaften solide Wachstumszahlen aufweisen.