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reuters+1reuters+1cnbc+1Die deutsch-französische Verteidigungsgruppe KNDS, Hersteller der Leopard-2-Panzer und Caesar-Haubitzen, hat ihren geplanten Börsengang verschoben, nachdem es nicht gelang, Investoren bei der gewünschten Bewertung zu gewinnen. Dies beendet wochenlange Unsicherheit über das, was eines der größten Marktdebüts Europas der letzten Jahre hätte werden sollen.
Das Unternehmen und seine Anteilseigner – darunter die französische staatliche Holdinggesellschaft GIAT Industries und die deutsche Familie Wegmann – erklärten, sie würden die Kapitalmärkte beobachten und den Börsengang wieder aufnehmen, sobald sich die Bedingungen verbessern. Die duale Notierung in Paris und Frankfurt war für die erste Julihälfte erwartet worden.
Die Verschiebung folgt auf einen Bericht der Financial Times vom 30. Juni, wonach KNDS Schwierigkeiten hatte, Investoren von einer Notierung bei einer Bewertung von über 12 Milliarden Euro zu überzeugen. Die Familie Wegmann hatte laut Reuters deutlich gemacht, dass sie unter 12,5 Milliarden Euro nicht fortfahren würde. Diese Untergrenze erwies sich angesichts eines breiteren Ausverkaufs bei europäischen Verteidigungsaktien, der vergleichbare Bewertungen gedrückt hat, als schwer zu erreichen.reuters+1
Frühere Schätzungen hatten den Wert von KNDS auf bis zu 20-25 Milliarden Euro beziffert, doch als das Unternehmen am 24. Juni offiziell seine Absicht zum Börsengang bekannt gab, waren die Erwartungen bereits auf den Bereich von 15 Milliarden Euro gesunken. In den darauffolgenden Tagen schwächte sich das Interesse der Investoren weiter ab, da die Volatilität im Sektor anhielt.cnbc+3
KNDS hatte monatelang politische und unternehmerische Hürden überwunden, um die Phase des Börsengangs zu erreichen. Frankreich und Deutschland gaben am 22. Juni bekannt, dass sie vereinbart hatten, jeweils 40-prozentige Anteilseigner des Unternehmens zu werden, wobei Berlin seinen Anteil von der Familie Wegmann erwarb. Dieser Deal beseitigte das letzte große Hindernis für die Notierung, die durch monatelanges deutsch-französisches Ringen um Governance und Stimmrechte kompliziert worden war.bloomberg+3
Das Unternehmen meldete im Mai starke Ergebnisse für 2025 mit einem Umsatz von 4,4 Milliarden Euro und einem Auftragsbestand von 33,1 Milliarden Euro – Zahlen, die das Vertrauen der Investoren vor dem Angebot stärken sollten.reuters
Die Verzögerung ist ein Rückschlag für die europäischen Kapitalmärkte im Verteidigungssektor, die einer der wenigen Lichtblicke in einem ansonsten langsamen Jahr für Börsengänge auf dem Kontinent waren. Bloomberg berichtete im Mai, dass die IPO-Pläne von KNDS bereits aufgrund von Bewertungsbedenken wackelten, als Wettbewerber wie Rheinmetall starke Kursrückgänge verzeichneten. Der Stoxx Europe Aerospace and Defense Index ist von seinen früheren Höchstständen zurückgegangen, was die Nachfrage nach neuen Verteidigungsnotierungen belastet.bloomberg
KNDS erklärte, es bleibe dem Börsengang verpflichtet und werde den Zeitpunkt bei Marktstabilisierung neu bewerten.