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reuters+1bloombergglobalbankingandfinance+1Es wird allgemein erwartet, dass die Europäische Zentralbank den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent anhebt, wenn sie am Donnerstag, dem 10. September, ihre geldpolitische Entscheidung bekannt gibt. Dies wäre die zweite Zinserhöhung der EZB im Jahr 2026, nachdem die Währungshüter den Einlagensatz im Juni angesichts des wachsenden Inflationsdrucks durch steigende Energiepreise infolge des USA-Iran-Konflikts auf 2,25 Prozent angehoben hatten.reuters+1
Die Entscheidung folgt auf Daten von Eurostat, die zeigten, dass die Inflation im Euroraum im August auf 3,3 Prozent beschleunigt hat, nach 2,9 Prozent im Juli, was fast ausschließlich auf höhere Energiekosten zurückzuführen ist. Die Energiepreise allein stiegen im August mit einer Jahresrate von 14,3 Prozent, gegenüber 10,3 Prozent im Vormonat.europa+1
Die Finanzmärkte haben die Viertelprozent-Erhöhung vom Donnerstag bereits vollständig eingepreist, doch Händler positionieren sich nun für einen längeren Straffungszyklus, als die meisten Ökonomen erwarten. Laut Bloomberg deuten Swap-Preise auf etwa 90 Basispunkte an EZB-Zinserhöhungen bis Dezember 2027 hin, was drei Viertelprozent-Schritte sowie eine 60-prozentige Chance auf einen vierten bedeutet. Dies würde den Einlagensatz in Richtung 3 Prozent oder darüber treiben, weit über die eigenen Signale der EZB hinaus.bloomberg
Eine letzte Woche veröffentlichte Reuters-Umfrage ergab, dass etwa 91 Prozent der befragten Ökonomen erwarten, dass der Einlagensatz das Jahr 2026 bei 2,50 Prozent beendet, wobei die meisten die Erhöhung am Donnerstag als letzten Schritt in dem kürzesten Straffungszyklus der EZB seit 15 Jahren betrachten. Eine Bloomberg-Umfrage kam zu einem ähnlichen Ergebnis, wobei eine Mehrheit der Befragten davon ausgeht, dass der Einlagensatz bis 2027 bei 2,50 Prozent verharrt.bloomberg+1
Die Commonwealth Bank of Australia schlägt einen Mittelweg ein und prognostiziert eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte im Dezember, was den Einlagensatz auf 2,75 Prozent bringen würde, da die erhöhten Energiepreise länger anhalten als ursprünglich erwartet.commbank
Die Kluft zwischen den Prognosen der Ökonomen und der Marktpreisgestaltung spiegelt die Unsicherheit über die Entwicklung der Energiekosten wider. Der Brent-Ölpreis ist wieder in die Nähe von 100 Dollar pro Barrel geklettert, da der USA-Iran-Konflikt weiterhin die Ölversorgungswege im Nahen Osten stört. Carsten Brzeski, globaler Makrochef bei ING, bezeichnete den erwarteten Schritt am Donnerstag als eine Art Versicherungserhöhung, oder wie er es nannte, eine taubenhafte Zinserhöhung.fxstreet+1
Auf die Entscheidung der EZB folgt eine Pressekonferenz von Präsidentin Christine Lagarde, bei der die Märkte die Forward Guidance genau auf Anzeichen dafür prüfen werden, ob die Erhöhung im September die letzte ist oder ob weitere Straffungen bevorstehen. Signale aus Frankfurt in den letzten Wochen deuteten auf mögliche weitere Maßnahmen hin, was darauf hindeutet, dass die Währungshüter bereits den Grundstein für ihren nächsten Schritt legen. Mit der Entscheidung der Federal Reserve am folgenden Dienstag und dem Treffen der Bank of England am 17. September stellen die kommenden acht Tage die konzentrierteste Phase an geldpolitischem Risiko dar, mit der die Märkte in diesem Quartal konfrontiert sind.globalbankingandfinance+1