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reuters+1reutersreutersDie Europäische Zentralbank (EZB) hat am Freitag die Ergebnisse eines neuartigen umgekehrten Stresstests zu geopolitischen Risiken veröffentlicht. Dabei wurde festgestellt, dass einige Banken in der Eurozone bei schweren Szenarien wie militärischen Konflikten oder Cyberangriffen die Anforderungen an die Liquidität in Fremdwährungen verletzen könnten.reuters+1
Die Übung, die 110 Banken im Euroraum unter direkter EZB-Aufsicht umfasste, unterschied sich von herkömmlichen Stresstests dadurch, dass die Institute eigene plausible geopolitische Szenarien entwickeln mussten. Jedes dieser Szenarien war so schwerwiegend, dass es die harte Kernkapitalquote (CET1) um 300 Basispunkte reduzieren würde. Der Test ist Teil der Aufsichtsprioritäten der EZB für 2026–2028 und spiegelt die wachsende Sorge um die Finanzstabilität in einem volatilen geopolitischen Umfeld wider.bancaditalia+2
Die Banken identifizierten am häufigsten militärische Konflikte, Lieferkettenunterbrechungen, Energieschocks, Wirtschaftssanktionen, politische Instabilität und Cyberangriffe als ihre größten Bedrohungen. Ein Viertel der 110 Institute nannte explizit einen Konflikt im Nahen Osten, während andere auf eine Eskalation des Ukraine-Krieges, sich verschlechternde Handelsbeziehungen zwischen den USA und China sowie zunehmende Spannungen um Taiwan hinwiesen.reuters
Obwohl die Liquiditätspositionen der Banken unter den modellierten Szenarien im Allgemeinen über den regulatorischen Mindestanforderungen blieben, warnte die EZB, dass die Liquidität in Fremdwährungen strukturell knapper sei. Einige Institute könnten bei akutem Stress unter die Mindestliquiditätsquote von 100 Prozent fallen. Die Zentralbank merkte an, dass mehrere Banken nur eine begrenzte oder gar keine Variabilität bei den Liquiditätskennzahlen für Fremdwährungen projizierten – ein Ansatz, den sie als problematisch bezeichnete, da frühere Krisen einen engen Zusammenhang zwischen Liquiditätsengpässen und Solvenzdruck gezeigt haben.cyprus-mail+1
Die Übung habe Inkonsistenzen in der Art und Weise aufgezeigt, wie einige Banken Schocks in Kapital- und Liquiditätsauswirkungen übersetzten, so die EZB, die eine Nachverfolgung bei den betroffenen Banken ankündigte.reuters
Die EZB äußerte zudem Skepsis gegenüber einigen der vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen der Banken, darunter Vermögensverkäufe und Kapitalerhöhungen in Zeiten von Marktturbulenzen. In einigen Fällen sähen Banken Maßnahmen vor, die in Bezug auf ihre vollständige Umsetzbarkeit nicht ausreichend durch Fakten belegt zu sein scheinen, hieß es. Die vorgeschlagenen Managementmaßnahmen konnten etwas mehr als ein Drittel der projizierten Kapitalverluste im Rahmen der Übung ausgleichen.reuters
Die Ergebnisse werden in den laufenden aufsichtlichen Dialog der EZB einfließen und könnten qualitative Bewertungen im Rahmen des aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (SREP) beeinflussen, auch wenn die Übung nicht zu Änderungen an der Säule-2-Empfehlung oder den Verschuldungsquotenanforderungen der Banken führen wird.bancaditalia+1