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cnbc+1ft+1cnbcLateinamerikanische Aktien hängen die US-Börsen in diesem Jahr mühelos ab. Getragen werden sie von einem Zusammenspiel makroökonomischer Faktoren, das laut einem der führenden Ökonomen der Region die besten Investitionsbedingungen seit einer Generation bietet.
Der iShares Latin America 40 ETF , eine viel beachtete Benchmark für die Region, hat seit Jahresbeginn (Stand Mitte September) eine Rendite von rund 18 % erzielt und ist seit Ende 2024 um mehr als 70 % nach oben geschnellt. Damit übertrifft er den S&P 500, der im gleichen Zeitraum um etwa 11 % zulegte. Die Rallye hat das Interesse institutioneller Anleger weltweit geweckt: Europäische Investoren haben im Jahr 2026 mehr Geld in lateinamerikanische Aktien gesteckt als in jedem anderen vollen Kalenderjahr seit 2010, wie die Financial Times News Corp unter Berufung auf Zahlen von Morningstar berichtet.cnbc+3
In einem im August veröffentlichten Bericht schrieb Ernesto Revilla, Chefökonom für Lateinamerika bei Citi Citigroup Inc. , dass „Lateinamerika vor dem Abflug steht“. Er argumentiert, dass ein schwächerer US-Dollar, starke Rohstoffpreise, eine günstige Geopolitik und eine Welle wirtschaftsfreundlicher Wahlergebnisse Bedingungen geschaffen haben, wie man sie seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat. Ein schwächerer Dollar sei dabei der wichtigste Faktor, so Revilla, da er die lokalen Währungen stärkt, die Bedienung von Dollar-Schulden verbilligt und die Rohstoffpreise stützt.citigroup+1
Die Realzinsen in der Region gehören zu den höchsten weltweit. In Brasilien erreichen die Carry-Renditen bis zu 10 %, was Zuflüsse in festverzinsliche Wertpapiere und Devisen anzieht. Danny Osorio, CEO von Andean Capital Advisors, erklärte, dass die privaten Kapitalströme „neuen Schwung erhalten haben“, da „die Region auf einem stabileren Fundament steht als seit langem“. Er verwies dabei auf die Rückführung von Kapital nach Kolumbien, Peru, Ecuador und Argentinien.cnbc
Der kolumbianische Peso hat im Jahr 2026 gegenüber dem Dollar um fast 23 % aufgewertet und notierte Mitte September bei rund 3.100 Peso pro Dollar. Die Banco de la República führte die Rallye auf eine geringere inländische Risikoaversion, hohe Zinsdifferenzen (mit einem Leitzins von 12 %) und gestiegene Auslandsbestände an Staatsanleihen nach der Wahl von Präsident Abelardo de la Espriella im Juni zurück.colombiaone
Brasilien, die größte Volkswirtschaft der Region, bietet sowohl kurzfristige Chancen als auch Risiken. Der iShares MSCI Brazil ETF ist in diesem Jahr um 18 % gestiegen, mit einer hohen Gewichtung von Vale , Petrobras Petróleo Brasileiro S.A. – Petrobras , Itaú Unibanco und Nu Holdings . Nu gab am 10. September seine Expansion in die USA bekannt. Die Präsidentschaftswahlen in Brasilien, deren erste Runde für den 4. Oktober angesetzt ist, wirken als zusätzlicher Katalysator: Jüngste Umfragen zeigen ein enges Rennen zwischen Flávio Bolsonaro und dem amtierenden Präsidenten Lula da Silva, was die Bovespa beflügelt.as-coa+2
Die Rallye ist nicht ohne Schwachstellen. Steigende US-Zinsen stellen die größte Bedrohung dar. „Wenn die USA in Sachen Zinsen niesen, bedeutet das für Lateinamerika eine schwere Lungenentzündung“, warnte Osorio. Durch El Niño verursachte Dürren und Überschwemmungen belasten die Landwirtschaft in Kolumbien und Peru, und die Analysten von Citi räumen selbst ein, dass „ein Teil der Chancen bereits in den Bewertungen eingepreist ist“. Damit die Gewinne anhalten, so Andres Cardona von Citi, müssen sich die Erträge verbessern: „Selbst eine bescheidene Umschichtung von globalem Kapital in die Region könnte jedoch erhebliche Auswirkungen haben“.cnbc