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reutersmorningstarmorningstar+1Der Mehrheitseigner von Volkswagen hat seinen bisher deutlichsten öffentlichen Appell an den Automobilhersteller gerichtet, umfassende Kostensenkungen zu beschleunigen. Er warnte, dass Europas größter Autobauer riskiere, dauerhaft hinter die Konkurrenz zurückzufallen, wenn Maßnahmen verzögert werden.
Die Porsche Automobil Holding SE , das Investmentvehikel der Milliardärsdynastie Porsche-Piëch, erklärte am Freitag, dass Volkswagen "jede Option" prüfen sollte, um die Wende einzuleiten. Das Unternehmen unterstütze die Restrukturierungsvorschläge des Managements vollumfänglich, einschließlich des Abbaus von zehntausenden Arbeitsplätzen.bloomberg+1
"Der Volkswagen-Konzern steht an einer historischen Weichenstellung. Im Interesse des Unternehmens und seiner nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit müssen nun alle Verantwortung übernehmen", sagte Hans Dieter Pötsch, Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche SE und Chef des VW-Aufsichtsrats, laut Reuters. "Je länger Entscheidungen aufgeschoben werden, desto größer werden die Probleme", fügte er hinzu.businesstimes+1
Porsche-SE-Finanzvorstand Johannes Lattwein forderte den Konzern auf, Überkapazitäten abzubauen, Kosten zu senken und die Entscheidungsfindung zu stärken. Die Erklärung ist die bisher klärste öffentliche Botschaft der Eigentümerfamilien an das VW-Management vor dem Hintergrund des intensivierten Wettbewerbs durch chinesische Automobilhersteller.reuters
Die Dringlichkeit wurde durch die eigenen Finanzergebnisse der Porsche SE unterstrichen. Die Holding wies für das erste Halbjahr einen Verlust nach Steuern von 2,22 Milliarden Euro aus. Ursache waren nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen von 3 Milliarden Euro auf die Volkswagen-Beteiligung sowie weitere 200 Millionen Euro auf den Anteil an der Porsche AG Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG. Das bereinigte Halbjahresergebnis nach Steuern sank um 14,5 % auf 949 Millionen Euro.morningstar+1
CEO Oliver Blume versucht seit Jahren, den Konzern nach Verzögerungen bei der Softwareentwicklung, ausufernden Kosten und sinkender Rentabilität schlanker aufzustellen. In einer internen Mitteilung warnte er kürzlich, dass Volkswagen in der Verwaltung und Infrastruktur einen Kostennachteil von 20 % gegenüber Mitbewerbern hat. Diese Lücke würde theoretisch den Abbau von weiteren 50.000 Stellen erfordern, zusätzlich zu den bereits mit den Gewerkschaften bis 2030 vereinbarten 50.000 Arbeitsplätzen in Deutschland.bbc+1
Blumes Handlungsspielraum hat sich verengt. Der Aufsichtsrat, in dem die Gewerkschaften großen Einfluss haben, lehnte im vergangenen Monat Pläne ab, vier deutsche Werke zu schließen und bis zu 100.000 Stellen zu streichen. Blume plant stattdessen, die jährliche europäische Produktionskapazität um weitere 500.000 Einheiten zu drosseln, Führungs- und Verwaltungsstellen zu reduzieren sowie Modell- und Ausstattungsvarianten drastisch zu streichen. Die Verhandlungen über die genaue Ausgestaltung der Maßnahmen dauern an.reuters+1