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science.science+1.science.science.science.Linguist Ahmad Al-Jallad von der Ohio State University hat die Hauptvariante der Dhofar-Schrift erfolgreich entschlüsselt: ein rätselhaftes, 2.400 Jahre altes Schriftsystem, das in omanischen Höhlen und ausgetrockneten Flussbetten gefunden wurde. Ihm gelang dies durch die Identifizierung von drei Abecedarien, die der für südarabische Schriften typischen Halḥam-Reihenfolge folgen, was unerwartete Verbindungen zu nordarabischen statt zu lokalen südarabischen Schriftsystemen offenbart.
Der Durchbruch bei der Entschlüsselung der Dhofar-Schrift gelang, als Al-Jallad drei Abecedarien (uralte Alphabetreihen ähnlich unserem ABC) identifizierte, die der für südarabische Schriften charakteristischen Halḥam-Reihenfolge folgten. Im Gegensatz zur gewohnten phönizisch stammenden Alphabetreihenfolge (A-B-C) ordnen südsemitische Sprachen ihre Buchstaben beginnend mit der Sequenz h-l-ḥ-m an. Dieses charakteristische Ordnungssystem lieferte den entscheidenden Schlüssel zur Enträtselung der Schrift.science+2
Al-Jallads Analyse begann mit einer Inschrift aus einer Höhle in Dhofar, die etwa 26 sich nicht wiederholende Glyphen enthielt, von denen er vermutete, dass sie eher eine Alphabetliste als einen Satz darstellten. Seine Theorie bestätigte sich, als er zwei weitere Inschriften mit identischen Sequenzen entdeckte: eine aus einer anderen Höhle in Dhofar und eine dritte im Schlangenmuster aus Dukm im Oman. Durch die Zuordnung dieser Dhofar-Glyphen zu ihren Entsprechungen im Halḥam-System konnte Al-Jallad den Symbolen schließlich Lautwerte zuweisen, was die Aussprache und Übersetzung von Wörtern dieser lang verschollenen Sprache ermöglichte.roger-pearse+2
Die Entschlüsselung der Dhofar-Schrift hat faszinierende Verbindungen zu anderen antiken Schriftsystemen offenbart und zeigt insbesondere unerwartete Verbindungen zu nordarabischen statt zu lokalen südarabischen Schriften. Nach der Untersuchung der Formen der Glyphen kam Al-Jallad zu dem Schluss, dass sie höchstwahrscheinlich von denen abstammen, die im Thamudischen B verwendet wurden, einer auf der nördlichen Arabischen Halbinsel (der heutigen Provinz Nadschd in Saudi-Arabien) weit verbreiteten Schrift. Dies deutet auf einen nördlichen Ursprung anstelle einer lokalen Entwicklung hin. Diese Entdeckung fordert bisherige Annahmen über die Entwicklung von Schriftsystemen in der Region heraus und weist auf komplexe Muster des kulturellen Austauschs auf der Arabischen Halbinsel hin.leidenuniv.academia
Die nördlichen Verbindungen der Dhofar-Schrift unterstreichen die historische Bedeutung des aramäischen Einflusses auf arabische Schriftsysteme. Das Aramäische, eine nordwestsemitische Sprache, die erstmals im 12. Jahrhundert v. Chr. belegt ist, entwickelte sich zu einer dominanten Verwaltungssprache im gesamten Nahen Osten und beeinflusste zahlreiche Schriftsysteme. Der Austausch zwischen dem Aramäischen und dem Arabischen in vorislamischen Dokumenten deutet auf eine weit verbreitete Zweisprachigkeit hin, wobei der Kontakt zwischen diesen Sprachen Jahrhunderte vor der Ausbreitung des Christentums in Arabien zurückreicht. Diese sprachliche Interaktion hilft, charakteristische Merkmale früher sesshafter Formen des Arabischen zu erklären, während umgekehrt der Kontakt mit dem Arabischen charakteristische Merkmale westaramäischer Dialekte erklären könnte.roger-pearse+2
Die Dokumentation der Dhofar-Schrift nahm Anfang der 1990er Jahre eine bedeutende Wende, als der omanische Epigraphiker Ali Mahāsh al-Shahri mit der britischen Epigraphikerin Geraldine King zusammenarbeitete, um die in den Höhlen von Dhofar gefundenen gemalten Inschriften systematisch zu erfassen. Ihre akribische Arbeit ergab, dass die Dhofar-Schrift aus zwei verschiedenen Untertypen bestand, die sie als Schrift 1 und Schrift 2 klassifizierten. Al-Jallads jüngster Durchbruch entschlüsselt speziell Schrift 1, die vorherrschende dieser Varianten.science
Al-Shahri, der sich heute in seinen 70ern befindet, hat einen Großteil seines Lebens der Bewahrung und dem Verständnis des sprachlichen Erbes von Dhofar gewidmet. Für seine Beiträge zum omanischen Erbe und zur Kultur wurde er mit dem Verdienstorden Oman, Erste Klasse, ausgezeichnet. Er dokumentiert weiterhin die vom Aussterben bedrohte Shahri-Sprache (auch bekannt als Jibbali/Śḥərɛ̄́t), die zur neusüdarabischen Sprachfamilie gehört. Seine Veröffentlichung aus dem Jahr 2000 mit dem Titel „Die Sprache von Aad / لغة عاد“ stellt eine wertvolle zweisprachige Ressource dar, die 210 Sprichwörter, Toponymie, traditionelles Wissen und kulturelle Praktiken der Region enthält. Trotz dieser Bemühungen äußerte al-Shahri die Sorge, dass die Zeit davonläuft, da Ältere mit Wissen über diese alten Sprachraditionen versterben und möglicherweise unersetzliches Kulturwissen mit sich nehmen.zenodo+1
Moderne Technologie revolutioniert die Entschlüsselung antiker Schriften, wobei sich künstliche Intelligenz als mächtiges Werkzeug zur Enträtselung historischer Geheimnisse etabliert. Zu den KI-Anwendungen gehören heute die optische Zeichenerkennung zur Digitalisierung alter Texte, die Verarbeitung natürlicher Sprache zur Analyse grammatikalischer Strukturen und Algorithmen des maschinellen Lernens zur Mustererkennung in unentschlüsselten Schriften. Diese technologische Revolution hat zu einem Paradigmenwechsel bei der Geschwindigkeit und Genauigkeit der Entschlüsselung geführt und hilft Forschern, riesige Textarchive zu verarbeiten, die zuvor als zu umfangreich für eine menschliche Analyse galten.repository.fit+1
Die Indusschrift bleibt eines der faszinierendsten unentschlüsselten Schriftsysteme der Welt, wobei neuere Ansätze unterschiedliche Wege zur Entschlüsselung dieses antiken Codes beschreiten. Forscher haben spezialisierte Deep-Learning-Systeme wie ASR-net (Ancient Script Recognition) entwickelt, die einzelne Indus-Symbole mit einer Genauigkeit von 95 % identifizieren können. Unterdessen hat die Regierung von Tamil Nadu eine Belohnung von 1 Million US-Dollar für die erfolgreiche Entschlüsselung der Schrift ausgesetzt, während konkurrierende Theorien vermuten, dass sie alles darstellt, von einem Proto-Brahmi-Alphabet bis hin zu einem symbolischen System statt echter Schrift. Diese Entwicklungen zeigen zusammen mit dem Algorithmus des MIT zum Abgleich verlorener Sprachen mit bekannten Sprachen, wie die Schnittmenge von traditioneller Wissenschaft und computergestützten Methoden schließlich die Geheimnisse der hartnäckigsten sprachlichen Rätsel der Menschheit lüften könnte.thefridaytimes+3