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cnbccnbc+1reutersDer japanische Yen stabilisierte sich am Dienstag nahe der Marke von 160 je US-Dollar, nachdem US-Finanzminister Scott Bessent die Bank of Japan öffentlich zu Zinserhöhungen aufgefordert hatte. Unterdessen stiegen Japans maßgebliche Kreditkosten im Zuge eines weltweiten Ausverkaufs am Anleihemarkt auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten.
Am Rande eines Treffens der G20-Finanzminister in Asheville, North Carolina, richtete Bessent eine bemerkenswerte Botschaft an die Märkte. „Ich verfüge über Informationen, die der Markt nicht hat, und ich bin davon überzeugt, dass die japanische Regierung und die BOJ die Schritte unternehmen werden, die zu einem stärkeren Yen führen“, sagte Bessent am Montag gegenüber CNBC. Auf die Frage, ob dies Zinserhöhungen bedeute, antwortete Bessent: „Ich denke, der Markt preist das jetzt ein.“cnbc+1
Ein hochrangiger Vertreter des US-Finanzministeriums erklärte gegenüber dem japanischen Sender NHK, Bessent habe Japan in getrennten Gesprächen mit der japanischen Finanzministerin Satsuki Katayama und BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda am Wochenende gedrängt, die Zinsen weiter anzuheben und den Märkten eine klare Vision für das Erreichen einer nachhaltigen Finanzpolitik zu präsentieren. Katayama erklärte vor Journalisten, die USA und Japan kämen überein, ihre koordinierten Bemühungen um „ordnungsgemäße“ Yen-Bewegungen fortzusetzen, um die globale Marktstabilität zu sichern, berichtete Reuters.reuters+1
Japans Rendite zehnjähriger Staatsanleihen stieg am Dienstag um 6 Basispunkte und überstieg erstmals seit 1996 kurzzeitig die Marke von 3 %. Die Bewegung spiegelt wider, dass die Märkte eine höhere Wahrscheinlichkeit einer BOJ-Zinserhöhung im September einpreisen: nach einigen Schätzungen liegt diese inzwischen bei bis zu 95 %, wobei der erwartete Endzins laut Takuji Okubo, Managing Director bei Japan Macro Advisors, von 1,5 % auf 1,75 % oder höher angepasst werden könnte.cnbc
Der Leitzins Japans liegt derzeit bei 1 %. Eine seltene gemeinsame Intervention der USA und Japans Ende Juli brachte dem Yen nur vorübergehend Erleichterung, seitdem hat die Währung den Großteil dieser Gewinne wieder eingebüßt.reuters
Der breitere globale Ausverkauf an den Anleihemärkten verstärkte den Druck zusätzlich. Die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen stiegen nach der falkenhaften Antrittsrede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole, in der er erklärte, dass die Fed „Arbeit vor sich haben wird“, sollte sich die Inflation nicht abkühlen. Händler preisen laut dem CME FedWatch-Tool nun eine 65-prozentige Chance auf eine Fed-Zinserhöhung im September ein, verglichen mit 41 % vor einer Woche. Erneute militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende trieben zudem die Rohölmarke Brent auf über 91 US-Dollar pro Barrel und schürten Inflationssorgen.wkzo+1
Trotz des diplomatischen Drucks warnten Analysten, dass eine einzelne Zinsanhebung der BOJ möglicherweise nicht ausreicht, um den Verfall des Yen gegenüber dem US-Dollar umzukehren. „Der Yen benötigt über den September hinaus voraussichtlich einen restriktiveren Kurs der BOJ, nicht nur eine einzige Zinserhöhung, um sich nachhaltig von der Marke von 160 zu entfernen“, sagte Charu Chanana, Chef-Investmentstrategin bei Saxo.reuters
Die Sorge Washingtons geht über die Währung selbst hinaus. Japan bleibt der größte ausländische Gläubiger von US-Staatsanleihen, und jede Intervention, die durch den Verkauf von Treasury-Papieren finanziert wird, könnte einen Anleihemarkt weiter destabilisieren, der ohnehin schon unter dem Druck steigender langfristiger Kreditkosten steht.cnbc