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ftDer globale Markt für Speicherchips steckt in der extremsten Versorgungskrise seit Jahrzehnten. Die DRAM-Preise dürften im Jahresvergleich um mehr als 200 Prozent steigen, da Rechenzentren für künstliche Intelligenz fast die gesamte verfügbare Produktion absorbieren und neue Produktionskapazitäten noch Jahre auf sich warten lassen.
Dan Kim, Strategiechef bei der Halbleiter-Analysefirma TechInsights und ehemaliger Chefökonom des U.S. CHIPS Program Office, beschreibt den aktuellen Markt auf einer Intensitätsskala von eins bis zehn als eine Acht – mit Tendenz zur Zehn bis Anfang 2027. "Wir erwarten einen Preisanstieg bei DRAM von über 200 Prozent" im Jahresvergleich, sagte Kim in einem am Freitag vom Financial Times veröffentlichten Podcast-Interview. "Das ist historisch beispiellos."ft
Der Engpass ist kein typischer zyklischer Abschwung. Kim erklärte, dass praktisch das gesamte Speicherangebot bereits vergeben sei, nicht nur für Hochgeschwindigkeitsspeicher für KI-Beschleuniger, sondern über das gesamte Produktspektrum hinweg. "Praktisch der Großteil des Angebots ist ausverkauft", sagte er und fügte hinzu, dass selbst Käufer, die bereit sind, höhere Preise zu zahlen, die Auskunft erhalten, dass die Hersteller nur einen Bruchteil ihrer Bestellungen erfüllen können.ft
Samsung, SK Hynix und Micron – die drei Unternehmen, die die DRAM-Produktion dominieren – haben Berichten zufolge auch ihr gesamtes prognostiziertes Angebot für 2027 bereits verplant. Der CEO von SK Hynix, Kwak Noh-jung, sagte gegenüber Reuters im Juli, dass 2027 "aus Versorgungssicht das schlimmste Jahr in der Geschichte der Branche" werden würde, und prognostizierte, dass die Nachfrage die Produktionskapazität bis über das Jahr 2030 hinaus übersteigen werde. Neue Fabriken, die derzeit in Südkorea, Idaho und China gebaut werden, werden voraussichtlich erst Ende 2027 oder Anfang 2028 mit der Volumenproduktion beginnen.datacenterdynamics+3
Die Auswirkungen gehen weit über Rechenzentren hinaus. Die weltweiten Einzelhandelspreise für Smartphones sind laut dem Global Smartphone Price Increase Tracker von Counterpoint Research bisher im Jahr 2026 um durchschnittlich etwa 15 Prozent gestiegen, während neue Modelle 25 Prozent teurer auf den Markt kommen als im Vorjahr. Gartner schätzte Anfang des Jahres, dass die kombinierten Preise für DRAM und SSD bis Ende 2026 um etwa 130 Prozent steigen würden, was die PC-Preise um 17 Prozent und die Smartphone-Preise um 13 Prozent gegenüber 2025 in die Höhe treibt. Das Unternehmen prognostizierte, dass die weltweiten PC-Auslieferungen in diesem Jahr um 10,4 Prozent und die Smartphone-Auslieferungen um 8,4 Prozent zurückgehen werden.mactech+4
Kim merkte an, dass die chinesischen Speicherhersteller YMTC und CXMT zwar Fortschritte machen – YMTC macht inzwischen 10 bis 15 Prozent der weltweiten NAND-Produktion aus –, aber weiterhin durch Exportkontrollen eingeschränkt sind, die ihnen den Zugang zu fortschrittlicher Lithografie-Ausrüstung verwehren. Die USA machen mittlerweile mehr als 60 Prozent des DRAM-Marktes nach Wert aus, so Kim, getrieben durch die Konzentration der Investitionen in KI-Infrastruktur. Die Frage sei, was im nächsten Abschwung passiere: "Wie viele antizyklische Investitionen können die Chinesen zu diesem Zeitpunkt tätigen, um mehr Marktanteile zu gewinnen? Das wäre das wirklich entscheidende Signal".ft