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marketscreener+1marketscreenereconomictimesDie Rendite der deutschen 10-jährigen Benchmark-Bundesanleihe stieg am Freitag auf 3,286 Prozent, den höchsten Stand seit März 2011, da hartnäckige Inflationsdaten und die restriktive Haltung der Zentralbanken einen breiten Ausverkauf bei europäischen Staatsanleihen auslösten.barchart+1
Dieser Schritt erfolgte, nachdem Inflationsdaten aus Frankreich und Spanien im August einen erneuten Preisdruck zeigten, was die Markterwartungen verstärkte, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen bei ihrem Treffen am 10. September anheben wird. Die Märkte preisen nun einen EZB-Einlagensatz von etwa 2,80 Prozent bis März nächsten Jahres und etwa 2,90 Prozent bis Ende 2027 ein, mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 60 Prozent, dass die Zinsen letztlich 3 Prozent erreichen.economictimes+1
Jüngste Protokolle der EZB deuteten darauf hin, dass die Entscheidungsträger eine weitere Zinserhöhung für wahrscheinlich notwendig halten. Reuters berichtet, dass die Währungshüter bereit sind, im September zu handeln, um die Folgen hoher Energiepreise einzudämmen, auch wenn sie sich zurückhaltend äußern, was weitere Straffungen darüber hinaus angeht.tradingview
Der restriktive Ton setzte sich auf der anderen Seite des Atlantiks fort. Beim Jackson Hole Economic Policy Symposium erklärte die Chefin der Boston Fed, Susan Collins, sie sei offen für eine Erhöhung, falls sie keine Anzeichen für den von ihr erwarteten anhaltenden Rückgang der Inflation sehe. Fed-Chef Kevin Warsh warnte in seiner ersten Grundsatzrede in Jackson Hole, dass die Inflation nicht spürbar nachgelassen habe und die Entscheidungsträger noch Arbeit vor sich hätten.marketscreener+1
Der Druck beschränkte sich nicht nur auf deutsche Anleihen. Die Renditen für 30-jährige französische und deutsche Anleihen erreichten am Freitag neue Mehrjahreshochs, wobei die deutsche 30-Jahres-Rendite auf 3,79 Prozent und die französische auf 4,93 Prozent kletterte, ein 17-Jahres-Hoch. Die Rendite für 10-jährige britische Staatsanleihen stieg über 5 Prozent auf 5,048 Prozent.reuters+1
Der Renditeabstand zwischen italienischen und deutschen 10-Jahres-Anleihen lag bei 82 Basispunkten, während sich der Spread Frankreichs gegenüber Deutschland auf 85,5 Basispunkte ausweitete, den höchsten Stand seit November 2024, was die Sorge der Investoren über die schwierige Haushaltslage in Paris widerspiegelt.economictimes
In den Vereinigten Staaten stieg die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen auf 4,682 Prozent, während die Terminmärkte eine Wahrscheinlichkeit von etwa eins zu drei für eine Zinserhöhung der Fed bei der Sitzung am 15. und 16. September einpreisten.barchart+1
Analysten warnten, dass strukturelle Faktoren weiterhin weltweit auf langlaufenden Anleihen lasten. Die US-Staatsverschuldung beläuft sich mittlerweile auf 40 Billionen Dollar, und eine kürzlich erfolgte Ausweitung der Anleiherückkäufe durch das Finanzministerium hat wenig zur Beruhigung beigetragen. Ein Rückkauf tilgt keine Schulden und löst daher nicht die strukturellen Probleme, die die Renditen nach oben treiben, sagte Natalia Lojevsky, Managing Director bei CIFC Asset Management.marketscreener
In Europa merkten Strategen der Société Générale an, dass Verhandlungen über die Budgets für 2027 die Aufmerksamkeit der Investoren nach der Sommerpause wieder auf fiskalische Herausforderungen und politische Unsicherheit lenken könnten.marketscreener