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reutersglobalbankingandfinancereutersEine fragile Erholungsrallye erfasste am Donnerstag die globalen Anleihemärkte, als die Renditen von ihren historischen Höchstständen zurückwichen. Dies bescherte den Anlegern eine kurze Atempause nach einem heftigen Ausverkauf, der durch steigende Ölpreise, die militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran sowie wachsende Erwartungen weiterer Zinserhöhungen der Zentralbanken ausgelöst worden war.
Die Renditen japanischer Staatsanleihen gaben von ihren Rekordniveaus nach, wobei die Rendite der 30-jährigen JGBs nach einer Auktion mit solider Nachfrage um 8 Basispunkte auf 4,085 % fiel. Einen Tag zuvor hatte die 10-jährige Rendite in Japan zum ersten Mal seit 30 Jahren die Marke von 3 % überschritten. Auch die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen gaben nach und fielen auf 4,776 %, nachdem sie sich zuvor Niveaus angenähert hatten, die Befürchtungen über ein Überschreiten der 5-Prozent-Marke schürten. In Europa hatten die Renditen deutscher Bundesanleihen während des Ausverkaufs am Mittwoch ihren höchsten Stand seit 2011 und britische Gilt-Renditen den höchsten Stand seit 2008 erreicht.reuters+3
Der Ausverkauf wurde durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren angeheizt, wie Michael Metcalfe, Leiter der Makrostrategie bei State Street, erklärte. Dabei trieben steigende Energiepreise die Zinserwartungen am kurzen Ende in die Höhe, während längerfristige Sorgen über die Haushaltslage der Staaten das lange Ende belasteten. Große Technologieunternehmen, die Kapital für KI-Investitionen aufnehmen, erhöhten den Druck zusätzlich, da sie mit staatlichen Emittenten um das Kapital der Anleger konkurrieren.globalbankingandfinance+1
Die Märkte beziffern die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve im September eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte vornehmen wird, nun auf etwa 62 % bis 67 %, was einen deutlichen Anstieg gegenüber den 37 % vor einer Woche darstellt, so das FedWatch-Tool der CME Group . Die falkenhafte Rede des Fed-Chefs Kevin Warsh in der vergangenen Woche, in der er erklärte, es gebe noch nicht „genügend Fortschritte bei der Inflation“, löste diesen Erwartungsumschwung aus.mezha+3
Schwache Arbeitsmarktdaten boten jedoch ein gewisses Gegengewicht. Der ADP-Arbeitsmarktbericht zeigte, dass private Arbeitgeber in den USA im August nur 38.000 Stellen geschaffen haben, womit die Konsensschätzung von 47.000 verfehlt wurde. Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, dämpfte am Mittwoch die Erwartungen an eine Zinserhöhung. Er bezeichnete die steigenden langfristigen Renditen als Ausdruck wirtschaftlicher Stärke, betonte jedoch, dass er vor seiner nächsten geldpolitischen Entscheidung noch Daten sammle.reuters+2
„Wenn dieser Krieg beigelegt werden könnte, wäre das sicherlich ein sehr positives Signal, um die Renditen auf breiter Front wieder nach unten zu bringen“, sagte Gavin Friend, leitender Marktstratege bei der NAB National Australia Bank Limited. „Es würde viele Spannungen abbauen, weil die Zentralbanken sich dann wieder auf normale geldpolitische Erwägungen konzentrieren könnten.“reuters
Die Ölpreise gaben am Donnerstag leicht nach, nachdem sich die USA und der Iran den heftigsten Schlagabtausch seit Juli geliefert hatten. Sowohl Brent als auch US-Rohöl gaben leicht nach, blieben aber über 90 US-Dollar pro Barrel. Die europäischen Erdgaspreise verharrten nahe einem Dreijahreshoch, was die Inflationssorgen auf dem Kontinent weiter schürte.newsquawk+1
Alle Augen richten sich nun auf den US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls) am Freitag, den letzten wichtigen Datenpunkt vor der Fed-Sitzung im September. Auch die Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank und der Bank of Japan stehen kurz bevor. Händler preisen eine Wahrscheinlichkeit von über 95 % für eine Zinserhöhung der EZB sowie eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt der BOJ ein, nachdem Daten gezeigt hatten, dass der japanische Dienstleistungssektor so schnell wie seit fünf Monaten nicht mehr gewachsen ist. Ed Yardeni, der in den 1980er-Jahren den Begriff der „Bond Vigilantes“ (Anleihewächter) prägte, erklärte, er erwarte ein Eingreifen von Finanzminister Scott Bessent durch die Emission kurzfristiger Schuldtitel, sollten die 10-jährigen Renditen 5 % erreichen: eine Schwelle, die die Aktienmärkte erschüttern könnte.reuters+3