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phys+1.phys+1.phys+1.phys+1.phys+1.Ein literarisches Rätsel des Mittelalters, das Wissenschaftler 130 Jahre lang vor ein Rätsel stellte, wurde von Forschern aus Cambridge gelöst. Sie entdeckten, dass das in Chaucers Schriften erwähnte Lied von Wade eine ritterliche Romanze und kein monsterreiches Epos war. Der Durchbruch gelang durch die korrekte Interpretation von „Wölfen“ statt „Elfen“ im einzigen erhaltenen Fragment.
Die entscheidende Fehlübersetzung, die Gelehrte über ein Jahrhundert lang verwirrte, hing an nur drei problematischen Wörtern im Manuskript, insbesondere an der Verwechslung der Buchstaben „y“ und „w“ in der Handschrift des mittelalterlichen Schreibers. Was zuvor als „Einige sind Elfen und einige sind Nattern; einige sind Geister, die an Gewässern wohnen“ übersetzt wurde, wurde nun korrekt als „Einige sind Wölfe und einige sind Nattern; einige sind Seeschlangen, die am Wasser wohnen“ wiedergegeben. Diese einzige Änderung von „Elfen“ zu „Wölfen“ verändert unser Verständnis des Liedes von Wade grundlegend und verschiebt es vom Bereich der übernatürlichen Fantasy hin zur ritterlichen Romanze.mentalfloss+2
Diese Enthüllung ergibt im Kontext von Chaucers Verweisen auf Wade in Bezug auf höfische Intrigen statt auf monsterreiche Epen viel mehr Sinn. Wie Dr. Seb Falk erklärte: „Die Änderung von Elfen zu Wölfen macht einen riesigen Unterschied. Sie rückt diese Legende weg von Monstern und Riesen hin zu den menschlichen Kämpfen ritterlicher Rivalen.“ Die Entdeckung liefert zudem faszinierende Beweise dafür, wie mittelalterliche Prediger Referenzen auf die Popkultur in ihre Predigten einbauten, um ihr Publikum einzubinden – sie nutzten im Wesentlichen das mittelalterliche Äquivalent zu Memes.phys+2
Das Lied von Wade war tatsächlich eine bekannte mittelalterliche Erzählung, die ihren Helden eher unter berühmte Ritter wie Lancelot und Gawain einordnete, anstatt sie in die Kategorie der mythischen Monstergeschichten zu stecken. Diese Enthüllung kontextualisiert endlich Chaucers Verweise auf Wade in seinen Werken, insbesondere in Troilus und Criseyde, wo Pandarus nach dem Abendessen die „Geschichte von Wade“ erzählt, wahrscheinlich um „ihre Leidenschaften“ im Rahmen der höfischen Romanze zu wecken. Ähnlich verhält es sich in „The Merchant's Tale“, wo Januars Verweis auf Wades Boot bei der Diskussion über die Ehe mit jüngeren Frauen in einem ritterlichen Kontext weitaus mehr Sinn ergibt als in einem fantastischen.cam+2
Die Neuklassifizierung von Wade als ritterlicher Held statt als mythologische Figur stammt aus der akribischen Analyse der Humiliamini-Predigt in MS 255 durch Dr. James Wade und Dr. Seb Falk, einer Sammlung, die sich im Besitz des Peterhouse College befindet. Ihre Arbeit hat Ähnlichkeiten zu Alexander Neckams Schreiben in der Predigt aufgedeckt, was darauf hindeutet, dass er der Autor gewesen sein könnte oder zumindest Einfluss darauf hatte. Dies dient als seltener Beweis dafür, dass ein mittelalterlicher Prediger Popkultur – das „Meme“ seiner Zeit – in religiöse Predigten einbaute, um sein Publikum besser einzubinden, was zeigt, wie Prediger schon im 12. Jahrhundert zeitgenössische Geschichten nutzten, um eine Verbindung zu ihren Gemeinden herzustellen.phys+3
Das Fragment des Liedes von Wade wurde 1896 von dem renommierten Mediävisten Montague Rhodes James entdeckt, als er lateinische Predigten in der Perne-Bibliothek des Peterhouse College in Cambridge untersuchte. James, der sich bereits durch seine umfassende Katalogisierung von Manuskripten an Cambridge-Colleges als führender mittelalterlicher Gelehrter etablierte, fand unerwartete englische Passagen in diesem lateinischen Text, die später als Humiliamini-Predigt bekannt wurden. Nach Rücksprache mit seinem Kollegen Israel Gollancz stellten sie fest, dass diese Passagen eine heute verlorene Version des Liedes von Wade aus dem 12. Jahrhundert zitierten.phys+2
Die wissenschaftliche Karriere von M.R. James war von zahlreichen bedeutenden Entdeckungen jenseits des Wade-Fragments geprägt. Ein Jahr vor diesem Fund, 1895, veröffentlichte er seinen ersten beschreibenden Manuskriptkatalog neben seiner ersten Geistergeschichte, inspiriert von seiner mittelalterlichen Forschung. Seine archäologische Arbeit führte 1902 zur Wiederentdeckung der Gräber von Äbten aus dem 12. Jahrhundert in Bury St. Edmunds, die seit der Auflösung der Klöster verloren waren. 130 Jahre lang interpretierten Gelehrte die Entdeckung von James falsch, bis der jüngste Durchbruch von Wade und Falk enthüllte, dass die Geschichte eine ritterliche Romanze und kein monsterreiches Epos war, womit eines der hartnäckigsten Rätsel der Literatur gelöst wurde.wikipedia+4
Mittelalterliche Prediger waren gar nicht so anders als die heutigen Social-Media-Influencer, wie sich herausstellt. Die Lösung des Chaucer-Rätsels kam durch die Erkenntnis, dass die Humiliamini-Predigt das enthielt, was Forscher als mittelalterliches „Meme“ beschreiben – eine zeitgenössische Popkultur-Referenz, die bewusst in den religiösen Diskurs eingewoben wurde, um das Publikum bei der Stange zu halten. „Hier haben wir eine Predigt aus dem späten 12. Jahrhundert, die ein Meme aus der erfolgreichen Liebesgeschichte des Tages einsetzt“, erklärte Dr. Seb Falk und hob damit einen der frühesten dokumentierten Fälle hervor, in denen ein Prediger Popkultur in religiöse Botschaften einbaute.popsci
Die Predigt selbst bietet eine Lektion in Demut durch ungewöhnliche Vergleiche, indem sie mächtige Männer, die plündern, mit Wölfen und betrügerische Menschen mit Nattern oder Wasserschlangen vergleicht. Sie verweist sogar auf einen realen Kreuzritter namens Hugh of Gournay, der mehrmals zwischen England und Frankreich die Seiten wechselte – eine Geschichte, die in keiner anderen überlebenden Quelle vorkommt, aber für das zeitgenössische Publikum eindeutig erkennbar war. Diese Enthüllung löst nicht nur ein literarisches Rätsel, sondern zeigt auch, wie mittelalterliche religiöse Persönlichkeiten, wie Alexander Neckam (der wahrscheinliche Autor der Predigt), kulturelle Anknüpfungspunkte – das Äquivalent zu heutigen viralen Inhalten – nutzten, um moralische Lektionen zu vermitteln, die immer noch nachhallen: „Es warnt davor, dass wir Menschen die größte Bedrohung darstellen, nicht Monster.“phys+1