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slguardianslguardianslguardianChinesische Automobilzulieferer haben ihre Kontrolle über die europäische Lieferkette durch eine anhaltende Welle von Übernahmen lokaler Lieferanten leise ausgeweitet. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Untersuchung der Financial Times hervor. Die Ergebnisse zeigen mehr als 130 Investitionen in europäische Teilehersteller seit Mitte der 2000er-Jahre, vor allem in Deutschland und Frankreich. Dies sorgt bei politischen Entscheidungsträgern für Beunruhigung, da sie sich mit Chinas wachsender industrieller Präsenz auf dem Kontinent auseinandersetzen müssen.slguardian+1
Die vom Beratungsunternehmen Rhodium erfassten Übernahmen blieben weitgehend unter dem politischen Radar. Viele Transaktionen der letzten Dekade hatten einen Wert von weniger als 100 Millionen Euro und lagen damit unter den Schwellenwerten, die ein Eingreifen europäischer Regulierungsbehörden auslösen könnten. Pekings „Go Global“-Strategie ermutigte chinesische Firmen erstmals zur Internationalisierung ihrer Geschäftstätigkeit. Die Investitionen erreichten Mitte der 2010er-Jahre ihren Höhepunkt, was sich etwa in der 1,8 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Volvo Cars durch Geely widerspiegelte.slguardian
Das tatsächliche Ausmaß der chinesischen Eigentümerstrukturen könnte größer sein als öffentlich bekannt. Das Wirtschaftsdatenunternehmen Sayari fand heraus, dass von den von ihm erfassten chinesisch kontrollierten Automobilwerten in Deutschland „ungefähr vier von fünf über mindestens einen Offshore-Zwischenhändler gehalten werden oder eine in Deutschland registrierte Holdinggesellschaft mit einem lokalen Namen beinhalten“, so CEO Farley Mesko.slguardian
Die Pläne Brüssels, strengere Auflagen für den lokalen Wertschöpfungsanteil einzuführen, haben chinesischen Unternehmen neue Anreize gegeben, europäische Zulieferer zu übernehmen, anstatt eigene Standorte von Grund auf aufzubauen. Der Industrial Acceleration Act der EU, der Anfang dieses Jahres entworfen wurde, bündelt lokale Fertigungsanforderungen, die Unternehmen mit bestehenden europäischen Produktionsstätten effektiv belohnen. Ein leitender Manager eines führenden japanischen Teilezulieferers erklärte gegenüber der Financial Times, dass der Kauf europäischer Unternehmen chinesischen Anbietern die Möglichkeit biete, rasch den Status „Made in EU“ zu erlangen.arc-group+1
Diese Strategie hat an Dringlichkeit gewonnen, seit die EU im Jahr 2024 zusätzliche Zölle auf chinesische Elektrofahrzeughersteller wie BYD erhoben hat. Ein EU-Beamter bezeichnete Chinas Herausforderung für den europäischen Automobilsektor als „die Herausforderung des Jahrzehnts für Europa“.slguardian
Der europäische Automobilzuliefersektor beschäftigt direkt rund 1,7 Millionen Menschen. Große Zulieferer wie Bosch, Valeo und Forvia haben in den vergangenen zwei Jahren bereits mehr als 100.000 Arbeitsplätze abgebaut. Finanzielle Schwierigkeiten europäischer Hersteller haben Chancen für chinesische Käufer eröffnet.slguardian
Als der Elektronikkonzern Luxshare im vergangenen Jahr der Übernahme des deutschen Unternehmens Leoni für 525 Millionen Euro zustimmte, erhielt die Transaktion „aktive Unterstützung“ von Leonis europäischen Kunden, die Zugang zu den schnellen Entwicklungszyklen Chinas erhalten wollten.slguardian
Leoni-Chef Klaus Rinnerberger lieferte eine unverblümte Einschätzung des Wettbewerbsdrucks: „Ich bin der festen Überzeugung, dass viele Zulieferer zunehmend in Schwierigkeiten geraten werden. Denn wenn man nicht bereit ist, mit den Chinesen statt gegen sie zu arbeiten, wird man mit dem bevorstehenden Tempo der Veränderungen nicht Schritt halten können“.slguardian