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www.eso.org+1arXiv.org+1arXiv.orgAstronomen haben die ersten starken Hinweise auf ein mondähnliches Objekt außerhalb unseres Sonnensystems gefunden, allerdings umkreist es keinen Planeten. Stattdessen zieht der jupitermassereiche Körper im rund 71 Lichtjahre von der Erde entfernten System CD-35 2722 seine Bahnen um einen Braunen Zwerg. Die am 22. Juli in Nature veröffentlichte Entdeckung fordert bestehende Definitionen von Planeten und Monden heraus.www.eso.org+1
Die Entdeckung gelang mithilfe des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile unter Anwendung derselben Radialgeschwindigkeitsmethode, mit der 1995 der erste Exoplanet um einen sonnenähnlichen Stern aufgespürt wurde. Forschende der Universidad Diego Portales in Chile, der ESO und des Italienischen Nationalen Instituts für Astrophysik (INAF) wiesen periodische Schwankungen im Spektrum von CD-35 2722 B nach, einem Braunen Zwerg mit etwa der 30-fachen Jupitermasse, der einen Roten Zwergstern umkreist.arXiv.org+2
Der Kandidat für den Satelliten weist eine Mindestmasse von etwa 0,74 Jupitermassen und eine Umlaufzeit von 169 Tagen auf. Ein zweiter, weniger gesicherter Begleiter mit einer Mindestmasse von 0,28 Jupitermassen und einer Umlaufzeit von 87 Tagen könnte ebenfalls vorhanden sein. Die beiden befänden sich nahe einer 2:1-Bahnresonanz, was das Bahnverhältnis widerspiegelt, das auch bei den galileischen Monden des Jupiters zu beobachten ist.arXiv.org
Da Braune Zwerge weder Sterne noch Planeten sind, fügt sich das Objekt nicht ohne Weiteres in die Kategorie „Exomond“ ein. Das Forschungsteam prägte daher den Begriff „Exosatellit“, um es zu beschreiben. „So exotisch es auch sein mag, dieses System ist wirklich einzigartig und stellt einen Durchbruch dar: den ersten plausiblen Nachweis eines Exosatelliten“, sagte Alice Zurlo, eine der Forscherinnen, in einer Mitteilung der ESO.www.eso.org
Wie Science News berichtete, besitzt diese Hierarchie der Umlaufbahnen, ein Satellit umkreist einen Braunen Zwerg, der selbst einen Stern umkreist, keine Entsprechung in unserem eigenen Sonnensystem, weshalb es Astronomen an passenden Begriffen fehlt.physicsworld.com+1
Der Nachweis eröffnet neue Wege zur Erforschung der Frage, wie sich Objekte mit planetarer Masse um substellare Körper bilden und ob solche Systeme Bedingungen bieten könnten, die für Habitationsmöglichkeiten relevant sind. Frühere Arbeiten legten nahe, dass sich CD-35 2722 B wahrscheinlich durch Gravitationsinstabilität statt durch Kernakkretion gebildet hat, ein Detail, das Rückschlüsse darauf zulassen könnte, wie seine Satelliten entstanden sind.arxiv.org
Eine Bestätigung und weitere Charakterisierung werden voraussichtlich Instrumente der nächsten Generation erfordern, darunter das Extremely Large Telescope der ESO, das derzeit in Chile gebaut wird. Vorerst zeichnet die Entdeckung die Karte dessen neu, wo Monde, oder ihre Entsprechungen, im Kosmos existieren können.arXiv.org+1