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medicalxpress+1medicalxpressmedicalxpressForscher des Radboud University Medical Center haben eine Studie im New England Journal of Medicine veröffentlicht, in der sie empfehlen, einen neuen Long-Read-Genomsequenzierungstest weltweit zur ersten Wahl für die Diagnose seltener genetischer Störungen zu machen. Der Test, der DNA-Segmente mit einer Länge von bis zu 20.000 Basenpaaren liest, verglichen mit dem aktuellen Standard von etwa 300, lieferte 3 % mehr Diagnosen und kann bis zu 15 bestehende Tests ersetzen.medicalxpress+1
Die am 13. Juni veröffentlichte Studie verglich aktuelle Standarddiagnostik mit dem neuen Long-Read-Ansatz bei etwa 1.000 Patienten. Bei 832 Patienten mit seltenen genetischen Erkrankungen wurde bei 160 Patienten (19,2 %) eine schlüssige Diagnose mittels Long-Read-Genomsequenzierung gestellt, verglichen mit einer niedrigeren Rate bei herkömmlichen Short-Read-Methoden.nejm+1
"Wir haben gezeigt, dass der neue Test 3 % mehr Diagnosen liefert. Er kann zudem 15 andere Tests ersetzen. Wir empfehlen, diesen Test weltweit als erste Wahl einzusetzen", sagte Lisenka Vissers, Professorin für Translationale Genomik am Radboudumc.medicalxpress
Die Technik funktioniert wie das Zusammensetzen eines Puzzles mit viel größeren Teilen, was es weitaus einfacher macht, ein vollständiges Bild des Genoms eines Patienten zu erstellen. Über das Lesen der DNA-Sequenz selbst hinaus erfasst der Test auch epigenetische Modifikationen – chemische Markierungen an der Außenseite der DNA, die Gene ein- oder ausschalten und manchmal seltene Störungen verursachen können.medicalxpress
"Bei der aktuellen Diagnostik erfordert dies zusätzliche spezialisierte Tests, aber mit Long-Reads erfassen wir diese Modifikationen als Bonus – 2 in 1", erklärte Christian Gilissen, Professor für Genom-Bioinformatik am Radboudumc.medicalxpress
Weltweit leben bis zu 400 Millionen Menschen mit einer seltenen Krankheit, verteilt auf mehr als 7.000 verschiedene Arten, von denen 80 % eine genetische Ursache haben. Patienten warten oft jahrelang auf eine Diagnose, die Klarheit über die Prognose verschaffen, sie mit anderen in ähnlichen Situationen verbinden und bei Entscheidungen zur Familienplanung helfen kann.medicalxpress
Die Forschung baut auf früheren Arbeiten desselben Radboud-Teams auf, die im Januar 2025 im American Journal of Human Genetics veröffentlicht wurden und zeigten, dass Long-Read-Sequenzierung 93 % der schwierigen pathogenen Varianten identifizieren konnte, die mit herkömmlichen Short-Read-Techniken schwer oder gar nicht zu erkennen sind.pubmed.ncbi.nlm.nih+1
Alexander Hoischen, Professor für Genomtechnologien am Radboudumc, sagte, dass die diagnostische Ausbeute voraussichtlich weiter steigen werde. "Dank Long-Reads erhalten wir einen noch vollständigeren Blick auf die DNA und können komplexe und schwer zu findende Anomalien erkennen. Wir verknüpfen diese dann mit spezifischen Erkrankungen. Auf diese Weise wächst unser Wissen und wir können mehr Diagnosen stellen".medicalxpress