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straitstimes+1straitstimes+1indexboxDie Renditen langfristiger Staatsanleihen in den großen Volkswirtschaften der Welt sind auf Niveaus gestiegen, die seit der Zeit vor der globalen Finanzkrise nicht mehr gesehen wurden. Angetrieben wird dies durch eine Kombination aus Energiepreisschocks infolge des Nahostkonflikts, hartnäckiger Inflation und ausufernden Haushaltsdefiziten, die keine Anzeichen einer Entspannung zeigen.
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe hat 4,8 Prozent erreicht und scheint auf die 5-Prozent-Marke zuzusteuern, während die 30-jährige US-Anleihe im August bei über 5,3 Prozent schloss, dem höchsten Stand seit 2007. In Großbritannien berührte die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen letzte Woche 5,28 Prozent, den höchsten Stand seit 2008. Deutschlands 10-jährige Bundesanleihen näherten sich 3,4 Prozent, und die japanischen 10-Jahres-Renditen überschritten erstmals seit Jahrzehnten die 3-Prozent-Marke, wobei die 30-jährige japanische Rendite 4,2 Prozent erreichte.straitstimes+3
Der Preis für Brent-Rohöl erreichte am 9. September 100 Dollar pro Barrel aufgrund der anhaltenden Blockade rund um die Straße von Hormus infolge des US-Iran-Konflikts, was die Kosten in der Weltwirtschaft in die Höhe treibt. Die europäischen Gaspreise sind seit Jahresbeginn um 150 Prozent gestiegen, was die Inflationssorgen vor dem Winter verschärft.londonlovesbusiness+1
Die fiskalische Lage verschärft den Druck. Die US-Bruttostaatsverschuldung hat 40 Billionen Dollar überschritten, wobei die Bundesregierung im Finanzjahr, das im September 2025 endete, ein Defizit von 1,78 Billionen Dollar verzeichnete. Regierungen weltweit konkurrieren mit Unternehmen um Investorenkapital zur Finanzierung von Verteidigungsausgaben, Infrastruktur und KI-bezogenen Investitionen, was die Kreditkosten in die Höhe treibt.straitstimes+1
Eine Analyse von ING stellte fest, dass es "keine wesentliche Gegenkraft" gibt, um diesen Bewegungen entgegenzuwirken, die überwiegend durch höhere Realzinsen getrieben werden. Das Rückkaufprogramm von Finanzminister Scott Bessent, das am 9. September begann, könnte Schwierigkeiten haben, den Druck zu mildern.indexbox
UBS hat davor gewarnt, dass US-Aktien unter den entwickelten Märkten am anfälligsten sind, falls steigende Renditen beginnen, die Aktienkurse zu belasten. HOLT-Analyst Michel Lerner schrieb, dass viele US-Unternehmen, insbesondere in der KI-Wertschöpfungskette, zu Bewertungen gehandelt werden, die rekordverdächtige zukünftige Cashflows implizieren, was sie "sehr empfindlich gegenüber steigenden Kapitalkosten" macht.investing
"Dies macht die USA faktisch zum Aktienmarkt mit der längsten Duration unter den entwickelten Volkswirtschaften", schrieb Lerner und fügte hinzu, dass höhere Renditen die Hürde für Wachstumsprojekte erhöhen, deren Renditen bereits in Frage gestellt werden.investing
Die US-Termingewinnmultiplikatoren sind laut Bloomberg-Daten, die von AJ Bell zitiert wurden, bereits von 23-mal im Oktober 2025 auf 19,4-mal auf einer gemischten 12-Monats-Basis gesunken. Der S&P 500 bleibt nahe an Rekordhochs, aber die Lücke zwischen langfristigen Staatsanleiherenditen und Aktiendividendenrenditen hat sich auf Niveaus ausgeweitet, die seit der Dotcom-Ära nicht mehr gesehen wurden.ajbell+1
Die Märkte preisen nun eine 60-prozentige Wahrscheinlichkeit ein, dass die Federal Reserve die Zinsen bei ihrer Sitzung am 17. September anheben wird, nachdem die Beschäftigungsdaten für August mit 162.000 neu geschaffenen Stellen stärker als erwartet ausgefallen sind. Auch von der Europäischen Zentralbank wird in dieser Woche eine Zinserhöhung erwartet, und die Bank of England steht unter ähnlichem Druck.londonlovesbusiness+1
Für Investoren ist die Botschaft der Analysten eine der Vorsicht ohne Panik. Wie Goh Rong Ren von Eastspring Investments anmerkte: Wenn das Wirtschaftswachstum weiterhin die Kreditkosten übersteigt, könnten die Märkte höhere Renditen absorbieren – aber der Spielraum für Fehler wird kleiner.economictimes.indiatimes