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energyconnects+1tradingeconomics+1interactivebrokers+1Langfristige Staatsanleihen rund um den Globus sind auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008 geklettert, angetrieben von einem Ölpreissprung über 100 Dollar je Barrel, nachdem eskalierende militärische Konflikte im Nahen Osten die Inflationsangriffe neu entfacht und eine Neubewertung der Zinserwartungen erzwungen haben.
Brent-Rohöl überstieg am Donnerstag zum ersten Mal seit zwei Monaten die Marke von 100 Dollar je Barrel, nachdem Huthi-Angriffe auf Tanker im Roten Meer eine neue Front im Konflikt eröffnet hatten und US-Präsident Donald Trump drohte, die Angriffe auf den Iran auszuweiten. Die globale Referenzsorte stieg allein in dieser Woche um rund 14 Prozent, während West Texas International bei knapp 92 Dollar gehandelt wird.energyconnects+1
Die Ölpreisrallye hat direkte Auswirkungen auf den Ausverkauf am Anleihemarkt. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen lag am 24. Juli laut Trading Economics bei 5,14 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit 2007. Die Rendite zehnjähriger Anleihen erreichte am selben Tag 4,67 Prozent. Daten der Federal Reserve zufolge liegt der effektive Leitzins bei 3,63 Prozent, während der Diskontsatz für Primärkredite bei 3,75 Prozent steht.tradingeconomics+3
Die Durchschnittsrendite von Staatsschulden mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren oder mehr hat laut von Marktanalysten zitierten Bloomberg-Daten den höchsten Stand seit Juli 2008 erreicht. Der globale Index für langfristige Anleihen ist 2026 um 4,6 Prozent gefallen, nachdem er Ende Februar noch mit 3 Prozent im Plus gelegen hatte.equiti
Die Verbraucherumfrage der Fed von New York für Juni zeigte, dass die einjährigen Inflationserwartungen auf 3,7 Prozent gestiegen sind, den höchsten Wert seit September 2023. Der Verbraucherpreisindex stieg im Juni um 3,5 Prozent im Jahresvergleich, nach 4,2 Prozent im Mai, liegt damit aber weiterhin deutlich über dem Ziel der Fed von 2 Prozent.reuters+1
Die Bank of America prognostiziert drei aufeinanderfolgende Zinsschritte um jeweils 25 Basispunkte im September, Oktober und Dezember, womit der Leitzins auf 4,25 bis 4,50 Prozent steigen würde. Die Deutsche Bank erwartet ähnlich zwei Zinserhöhungen vor Jahresende. Die Zinsterminkurse haben mindestens eine Anhebung im Frühherbst und eine weitere im Jahr 2027 eingepreist.interactivebrokers+2
Eine Umfrage der Bank of America im Mai ergab, dass 62 Prozent der globalen Fondsmanager erwarten, dass die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen 6 Prozent erreicht, was den höchsten Stand seit Ende 1999 bedeuten würde.wsj+1
Der Ausverkauf geht weit über die Vereinigten Staaten hinaus. Langfristige britische Gilts sind auf Niveaus gestiegen, die seit 1998 nicht mehr gesehen wurden, womit Großbritannien beim 30-jährigen Laufzeitspektrum den Markt mit den höchsten Renditen unter den Industrienationen darstellt. Auch Japans 30-jährige Rendite erreichte Anfang des Jahres einen Rekordwert, während Deutschlands langfristige Bundesanleihen stark gestiegen sind.cnbc+1
Strategen warnen, dass die Neubewertung noch weitergehen könnte. Wenn der Schiffsverkehr im Roten Meer minimal bleibt, prognostizieren wir 120 Dollar als eine Art Wendepunkt für Öl, sagte Jay Hatfield, Chef von Infrastructure Capital Management. Solange keine glaubwürdige Entspannung im Nahen Osten eintritt oder die Wachstumserwartungen nach unten korrigiert werden, dürften langfristige Anleihen unter Druck bleiben.equiti+1