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globalbankingandfinanceeconomictimes.indiatimes+1globalbankingandfinanceDas Mitglied des EZB-Rats Martins Kazaks erklärte, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen möglicherweise in den restriktiven Bereich anheben muss, da der Krieg im Iran die Energiepreise nach oben treibt und die Inflation in der Eurozone weit über dem 2-Prozent-Ziel der Zentralbank hält.
"Die Argumente für eine weitere Straffung mehren sich", sagte Kazaks, der auch lettischer Zentralbankchef ist, in einem am Sonntag veröffentlichten Telefoninterview mit Reuters. Seine Äußerungen fielen wenige Tage nachdem die EZB am Donnerstag ihren Leitzins von 2,25 % auf 2,5 % angehoben hatte, was die zweite Erhöhung im Jahr 2026 war.economictimes.indiatimes+1
Kazaks deutete an, dass der aktuelle Zinssatz von 2,5 %, den die EZB als das obere Ende der geschätzten neutralen Spanne ansieht, nicht als Obergrenze betrachtet werden sollte. "Die Zinssätze müssen womöglich in den restriktiven Bereich steigen", sagte er. "Es gibt keine unsichtbare Schwelle oder eine höhere Hürde, um die Zinsen über 2,50 % anzuheben."globalbankingandfinance
Obwohl Kazaks zu einer möglichen Zinserhöhung im Oktober keine Stellung beziehen wollte, erklärte er, dass die EZB den Straffungskurs schrittweise fortsetzen könne. "Dank früherer Entscheidungen, die sich als angemessen erwiesen haben, können wir es uns bislang leisten, ohne Eile oder Hektik zu handeln", sagte er.globalbankingandfinance
EZB-Präsidentin Christine Lagarde bekräftigte am Wochenende den falkenhaften Ton und erklärte laut Bloomberg, dass die Inflation im Euroraum noch einige Zeit erhöht bleiben werde.globaltimes
Die Inflation in der Eurozone lag im August bei 3,3 %, und die EZB rechnet für das vierte Quartal 2026 mit durchschnittlich 3,6 %. Der Iran-Konflikt hat die Ölpreise über 100 Dollar pro Barrel getrieben und erschwert die Aussichten für Zentralbanken weltweit. Es wird erwartet, dass sich sowohl die Federal Reserve als auch die Bank of Japan im Laufe dieser Woche mit der Zinspolitik befassen.devdiscourse+2
Kazaks warnte, dass die Wirtschaft der Eurozone nahe an ihrer Kapazitätsgrenze läuft, was die Weitergabe höherer Treibstoffkosten an Löhne und Verbraucherpreise erleichtern könnte. "Die Produktionslücke schließt sich, was bedeutet, dass sich der Durchgriff auf Preise und Löhne verstärken könnte", sagte er. "Das ist eindeutig ein Aufwärtsrisiko für die Inflation."globalbankingandfinance
Die Tariflöhne in der Eurozone stiegen in den drei Monaten bis Juni im Jahresvergleich um 2,44 %, verglichen mit 2,56 % im ersten Quartal. Die Abschwächung sorgt für etwas Erleichterung, doch Kazaks warnte, dass anhaltende Preisanstiege bei Dingen des täglichen Bedarfs wie Treibstoff und Lebensmitteln die Inflation aus dem bringen könnten, was er als Unaufmerksamkeitsbereich von Haushalten und Unternehmen bezeichnete.economictimes.indiatimes+1
Die EZB steht vor einem schwierigen Spagat zwischen der Eindämmung der Inflation und der Vermeidung einer zu starken Straffung, die das Wachstum schwächen könnte. Höhere Zinsen können die Nachfrage dämpfen, aber den Angebotsschock als Ursache steigender Energiepreise nicht lösen. Da der Iran-Konflikt anhaltende Unsicherheit für die Energieaussichten bringt, deuten die Worte von Kazaks darauf hin, dass die EZB die Märkte auf eine längere Phase der Geldpolitikstraffung vorbereitet, selbst auf die Gefahr einer schwächeren Konjunktur hin.globaltimes