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bloombergtradingviewbloombergDie Verbraucher in der Eurozone haben ihre Inflationserwartungen im Juli gesenkt, während sich das Tariflohnwachstum im zweiten Quartal verlangsamte. Dies liefert der Europäischen Zentralbank zwei wichtige Datenpunkte, die ihren Kurs der Disinflation stützen, auch wenn geopolitische Risiken die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen aufrechterhalten.
Die am Freitag veröffentlichte Umfrage der EZB zu den Verbrauchererwartungen zeigt, dass die privaten Haushalte für die kommenden 12 Monate mit einem Preisanstieg von 2,9 % rechnen, nach 3,0 % im Juni. Der Dreijahreswert, der bei den geldpolitischen Beratungen stärker ins Gewicht fällt, sank von 2,8 % auf 2,7 %. Die gefühlte Inflation in den vergangenen 12 Monaten ging ebenfalls leicht von 3,6 % auf 3,5 % zurück. Für das kommende Jahr erwarten die Befragten einen Rückgang der Wirtschaftsleistung in der Eurozone um 1,2 %, was eine Verbesserung gegenüber der zuvor prognostizierten Schrumpfung von 1,4 % darstellt.tradingview+2
Unabhängig davon zeigten am Freitag veröffentlichte Daten, dass die Tariflöhne in der Eurozone im zweiten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 2,44 % stiegen. Dies stellt eine Verlangsamung gegenüber den revidierten 2,56 % im ersten Quartal dar und liegt weit unter dem im Jahr 2024 verzeichneten Höchststand von 5,55 %. Der Wert deckt sich mit früheren Prognosen des EZB-Lohnindikators, die auf eine Stabilisierung des Tariflohnwachstums bei rund 2,6 % für das Gesamtjahr hindeuteten.reuters+2
Trotz der abkühlenden Daten erklärte EZB-Ratsmitglied Martins Kazaks am Freitag, die Zentralbank sei „gut aufgestellt“, um bei Bedarf weiter zu handeln. Er beschrieb die aktuelle Inflation als „etwas unangenehm“ und verwies darauf, dass sich der Anstieg der Verbraucherpreise „im Bereich von 3 % bewegt“. An den Märkten gilt eine Erhöhung des Einlagensatzes um einen Viertelprozentpunkt bei der Sitzung im nächsten Monat, die auf den ersten Zinsschritt im Juni folgen würde, weiterhin als nahezu sicher. Die Geldmärkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 25 % ein, dass der Einlagensatz bis März 2027 3 % erreicht, und etwa 60 % für September. Dies spiegelt die anhaltende Sorge über energiebedingten Preisdruck infolge des Konflikts zwischen den USA und dem Iran wider. Newsquawk merkte an, dass die Verbraucherumfrage eher als „Kontext, nicht als Katalysator“ zu verstehen sei, da Tariflöhne und die Dienstleistungsinflation in der Reaktionsfunktion der EZB ein größeres Gewicht haben.newsquawk+2