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fxstreet+1global.morningstarfxstreetDie Wirtschaft der Eurozone ist im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal um 0,4 Prozent gewachsen. Dies entspricht dem Doppelten der mittleren Prognose von 0,2 Prozent und ist das schnellste Wachstumstempo seit fast zwei Jahren. Dies schürt die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen im nächsten Monat erneut anheben wird.fxstreet+1
Die zweite Schätzung, die im Laufe dieser Woche veröffentlicht wird, soll die Zahlen bestätigen, wobei die jährliche Wachstumsrate bei 1 Prozent liegen dürfte. Die unerwartet starke Entwicklung hat die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf der EZB-Sitzung am 10. September auf rund 80 bis 83 Prozent steigen lassen, wie aus den Terminmärkten und Analystenschätzungen hervorgeht. Für eine weitere Erhöhung im Dezember stehen die Chancen in etwa unentschieden.xtb+1
Deutschland, die größte Volkswirtschaft der Eurozone, trug zu der Überraschung bei: Nach einem Plus von 0,4 Prozent im ersten Quartal wuchs das BIP im zweiten Quartal um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Dies entspricht einem kumulierten Wachstum im ersten Halbjahr von annualisiert rund 1,2 Prozent. In einer am Montag veröffentlichten Analyse von DWS hieß es, dass „die aktuelle wirtschaftliche Realität wesentlich weniger negativ ist, als es die vorherrschende Stimmung vermuten lässt“. Der Economic Surprise Index für die Eurozone drehte von rund minus 80 Punkten im Mai auf zuletzt plus 66 Punkte und übertraf damit den entsprechenden US-Indikator.thecorner
Die EZB hatte ihren Straffungszyklus im Juli pausiert, nachdem sie den Einlagensatz im Juni um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent angehoben hatte, was die erste Erhöhung seit drei Jahren war. Michael Field, Chef-Marktstratege bei Morningstar, erklärte, eine Erhöhung im September auf 2,50 Prozent sei „sehr wahrscheinlich“, wobei eine „Chance von fast 50 zu 50 für eine weitere Zinserhöhung im Dezember besteht, die den Einlagensatz auf 2,75 Prozent bringen würde“. Bastian Freitag von Rothschild & Co Wealth Management Germany gab jedoch zu bedenken, dass der Markt die Wahrscheinlichkeit einer Zinspause der EZB unterschätzen könnte. Er argumentierte, dass die Inflation nach wie vor weitgehend energiegetrieben sei und es „weder steigende Inflationserwartungen noch ein steigendes Lohnwachstum“ gebe, die eine anhaltende Straffung rechtfertigen würden.global.morningstar
Trotz der erfreulichen Daten häufen sich die Risiken. Jane Foley, leitende Devisenstrategin bei der Rabobank, warnte, dass das Scheitern des Abkommens zwischen den USA und dem Iran, die drohende Schließung der Straße von Hormus und der Wettbewerb aus China Abwärtsrisiken bergen. Deutschlands bereinigte Arbeitslosenquote stieg im Juli leicht auf 6,4 Prozent, wodurch die Zahl der Arbeitslosen auf unbereinigter Basis über die Marke von drei Millionen kletterte. Diese Entwicklung, so Foley, „deutet darauf hin, dass die Konsumausgaben für den Rest des Jahres stagnieren könnten“.fxstreet
Rohöl der Sorte Brent schloss die vergangene Woche angesichts der festgefahrenen Diplomatie im Nahen Osten über 80 US-Dollar pro Barrel, und die Gesamtinflation in der Eurozone stieg im Juli auf 2,9 Prozent, während die Kerninflation leicht auf 2,5 Prozent anzog. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte, die Notenbank beobachte „die Intensität und Dauer des Schocks sowie seine indirekten Zweitrundeneffekte genau“.xtb+1
Das Währungspaar EUR/USD hielt sich am Montag über 1,155 US-Dollar und damit nahe einem Drei-Wochen-Hoch, während die Märkte die gegensätzlichen Kräfte aus robusten Wachstumsdaten und einem unsicheren geopolitischen Umfeld abwägten.tradingview