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europaeuropareuters+1Die Konsumausgaben in der Eurozone haben sich im Juli abgeschwächt. Die Einzelhandelsumsätze sanken im Vergleich zum Vormonat um 0,6 %, wie aus den am Donnerstag von Eurostat veröffentlichten Daten hervorgeht. Der Rückgang machte einen nach oben korrigierten Zuwachs von 0,2 % im Juni zunichte und lag unter den Markterwartungen eines Plus von 0,3 %. Dies wirft neue Fragen über die Robustheit der Haushaltsnachfrage vor der erwarteten Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank in der nächsten Woche auf.tradingeconomics+1
Deutschland Deutsche Börse AG war für den Großteil der regionalen Schwäche verantwortlich und verzeichnete einen starken monatlichen Rückgang des Einzelhandelsvolumens um 3,4 %: der stärkste Rückgang unter den berichtenden Mitgliedstaaten. Spanien folgte mit einem Minus von 0,9 %, während Italien und Polen jeweils um 0,3 % nachgaben. Im Gegensatz dazu verzeichneten Lettland (+2,5 %), Zypern (+2,0 %) und Luxemburg (+1,8 %) die stärksten Zuwächse.europa
Die Schwäche konzentrierte sich auf Nicht-Nahrungsmittel, deren Umsatz in der Eurozone um 1,4 % zurückging. Die Ausgaben für Kraftstoffe sanken um 0,8 %, während Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren mit einem Plus von 0,4 % einen leichten Ausgleich boten. Im Jahresvergleich blieb die Einzelhandelsaktivität im positiven Bereich: ein Plus von 0,6 % im Vergleich zum Juli 2025 in der Eurozone und 1,0 % in der breiteren EU. Dies deutet darauf hin, dass sich die Nachfrage eher abkühlt als schrumpft.europa
Die schwachen Einzelhandelszahlen dürften die kurzfristigen Pläne der EZB kaum ändern. Es wird allgemein erwartet, dass die Zentralbank ihren Einlagensatz auf ihrer Sitzung am 10. September um 25 Basispunkte auf 2,50 % anheben wird, wie aus einer Reuters-Umfrage hervorgeht. Die Swap-Märkte haben diesen Schritt mit fast absoluter Sicherheit eingepreist, angetrieben durch den Inflationsdruck im Zusammenhang mit den hohen Energiekosten infolge des USA-Iran-Konflikts.global.morningstar+2
Die Analysten von Nomura gehen davon aus, dass die Zinserhöhung im September eine „beschlossene Sache“ ist, rechnen danach jedoch mit einer Pause der EZB, es sei denn, der Preis für Brent-Rohöl steigt über 100 US-Dollar pro Barrel, was eine weitere Straffung vorziehen könnte. TD Securities erwartet ebenfalls eine „begrenzte Forward Guidance“, wobei der EZB-Rat an seinem datenabhängigen Ansatz festhalten dürfte.fxstreet+1
Die Verlangsamung im Einzelhandel findet vor dem Hintergrund einer gedämpften, aber positiven wirtschaftlichen Dynamik statt. Das BIP der Eurozone wuchs im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal um 0,4 %, während die Inflation im Juli 2,9 % erreichte. Die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland haben sich auf der fiskalischen Seite verbessert: Das Ifo-Institut hat kürzlich seine Prognose für das BIP-Wachstum 2026 nach oben auf 1,4 % korrigiert, doch dürften höhere Inflationserwartungen von 2,8 % in diesem Jahr die Konsumausgaben dämpfen.interiordaily+1