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wtvbamwtvbamsedaily+1Die Markterwartungen für eine Zinsanhebung der Bank of Japan in diesem Monat sind auf eine Beinahe-Garantie gestiegen. Daten von Tokyo Tanshi zeigen eine Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent für eine Erhöhung um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent bei der Sitzung am 17. und 18. September, verglichen mit etwa 52 Prozent vor einem Monat. Dieser Wandel vollzieht sich, da Anleger zunehmend davor zurückschrecken, gegen den Yen zu wetten. Auslöser ist ein Zusammenspiel aus geldpolitischen Signalen der Notenbank, Kapitalrückführungen japanischer Institutionen und Druck aus Washington.wtvbam
BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda signalisierte nach einem Treffen der G20-Finanzminister in Asheville, North Carolina, eine hohe Chance für eine Zinserhöhung. Er erklärte vor Journalisten, dass der Rat die Geldpolitik mit Blick auf Aufwärtsrisiken bei den Preisen debattieren werde. Seine Äußerungen folgten auf eine Rede von BOJ-Ratsmitglied Hajime Takata, der die Möglichkeit von Zinsschritten um 50 Basispunkte oder schneller aufeinanderfolgenden Erhöhungen ins Spiel brachte und die Märkte damit überraschte.reuters+2
"Seine Äußerungen über aufeinanderfolgende Zinserhöhungen und deutlichere Schritte waren dramatisch", sagte Yoshio Iguchi, Chief Strategy Officer bei Traders Securities. "Wenn sich dies als Konsens durchsetzt, könnte es die Lage für den Yen grundlegend verändern."wtvbam
Daten von Citigroup deuten darauf hin, dass die Positionierung beim Yen seit Anfang August von bärisch auf bullisch gedreht hat, wobei Hedgefonds, Banken und Realgeld-Investoren durchweg per Saldo Yen kauften. J.P. Morgan JPMorgan Chase & Co. schätzt, dass sich die Yen-Short-Positionen seit dem Amtsantritt von Premierministerin Sanae Takaichi im vergangenen Oktober auf rund 17 Billionen Yen (108,74 Milliarden Dollar) aufsummiert haben. Die Bank warnt, dass eine vollständige Auflösung USD/JPY in die Spanne von 142 bis 146 drücken könnte.primexbt+1
US-Finanzminister Scott Bessent traf beim G20-Treffen getrennt mit Ueda und Finanzministerin Satsuki Katayama zusammen. Die Botschaft aus den Gesprächen wurde als unverblümt beschrieben: Japan solle einen Pfad zu Zinserhöhungen und finanzieller Tragfähigkeit aufzeigen. Katayama bestritt jedoch, dass Bessent direkte Forderungen bezüglich der Geldpolitik gestellt habe. Sie erklärte vor Journalisten, beide Seiten teilten die Auffassung, dass ihre jüngste koordinierte Währungsintervention von Nutzen war.newsquawk+3
Die seltene gemeinsame Intervention der USA und Japans Ende Juli, die ausgelöst wurde, nachdem der Yen auf 163,99 pro Dollar abgerutscht war, einen seit 1986 nicht mehr erreichten Stand, markierte einen entscheidenden Wendepunkt. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen erreichte seitdem 3 Prozent, den höchsten Stand seit 1996.cnbc+1
Der schrumpfende Zinsabstand zwischen Japan und den USA erhöht den Druck auf Carry Trades, bei denen Anleger günstige Yen leihen, um in höher verzinsliche Vermögenswerte im Ausland zu investieren. Stephen Jen, CEO von Eurizon SLJ Asset Management, verglich die aktuelle Dynamik mit dem Kollaps von Long-Term Capital Management im Jahr 1998. "Wenn eine Währung so extrem unterbewertet ist und die Positionierung so überdehnt ist, werden Bewegungen wie diese vor einem großen Ausschlag immer häufiger auftreten", sagte Jen. "Es ist ein bisschen wie bei Erdbeben."wtvbam
Offizielle Daten zeigen, dass japanische Anleger ausländische Anleihen so schnell abstoßen wie seit vier Jahren nicht mehr. Die Aussicht, dass der 1,8 Billionen Dollar schwere staatliche Pensionsfonds GPIF sein Kapital wieder verstärkt in heimische Anlageklassen umschichtet, versetzte den globalen Märkten bereits im Juli einen Dämpfer.wtvbam