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reutersreutersbloombergDie Europäische Zentralbank (EZB) warnte am Dienstag, dass Chinas rasanter industrieller Wandel europäische Unternehmen aus den globalen Märkten verdrängt. Deutsche Firmen tragen dabei die Hauptlast des intensiver werdenden Wettbewerbs in Sektoren, die lange Zeit das Fundament des europäischen Wirtschaftswachstums bildeten.
In einem am 22. September veröffentlichten Artikel im Wirtschaftsbericht der EZB stellte die Bank fest, dass der Anteil der EU an den weltweiten Warenexporten gesunken ist, insbesondere in Sektoren und Zielmärkten, in denen China seine globale Präsenz gestärkt hat, vor allem bei Maschinen und Transportmitteln. Unter den größten Volkswirtschaften der EU weist Deutschland die größte Exportähnlichkeit mit China auf, was es am stärksten dem direkten Wettbewerb aussetzt, während Italien die geringste Überschneidung aufweist. Kleinere Länder wie Irland und Griechenland waren am wenigsten betroffen.reuters
Die EZB merkte an, dass China auch weniger europäische Produkte importiert, da die heimische Produktion expandiert. Diese Verschiebung ist in Volkswirtschaften, die in europäische Fertigungs- und Automobilwertschöpfungsketten integriert sind, am stärksten ausgeprägt, darunter Deutschland und mehrere mitteleuropäische Länder.reuters
Die Ergebnisse wurden zeitgleich mit dem jährlichen Positionspapier der EU-Handelskammer in China veröffentlicht, die mehr als 1.600 Mitgliedsunternehmen vertritt. Kammerpräsident Jens Eskelund bezeichnete die aktuelle Entwicklung als nicht nachhaltig und verwies auf anhaltende Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage in China, die einen Exportboom befeuert haben. Die Kammer stellte fest, dass Chinas Anteil an den weltweiten Containerexporten im vergangenen Jahr auf 37 Prozent gestiegen ist, während der gesamte Handelsüberschuss ein Rekordhoch erreichte. Chinas Handelsüberschuss mit der EU allein erreichte bis Ende August 242 Milliarden Dollar und übertraf damit den Überschuss mit den Vereinigten Staaten.nst
Chinas Handelsminister Wang Wentao reagierte mit der Aufforderung an die EU, ihre Automärkte offen zu halten. China sei nicht die Quelle der wirtschaftlichen und handelspolitischen Probleme der EU, sondern ein Partner bei deren Lösung, sagte Wang nach einem Treffen am Montag mit der Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie, Hildegard Müller. In einem separaten Telefonat mit dem CEO von Mercedes-Benz, Ola Källenius, sagte Wang, die Automobilindustrie sei ein Schlüsselbereich der Zusammenarbeit zwischen China und der EU, und begrüßte es, wenn europäische Automobilhersteller ihre Investitionen in China ausweiten würden.bloomberg+1
Wang äußerte sich zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland wirtschaftssicherheitsrelevante Maßnahmen vorbereitet, die neue Zölle auf Hybrid-Elektrofahrzeuge und strengere Exportkontrollen umfassen könnten, wobei eine Kabinettsentscheidung für den 14. Oktober angestrebt wird. EU-Spitzenpolitiker planen für nächsten Monat ein Treffen, um das Handelsdefizit mit China zu erörtern, und Peking sowie Brüssel haben sich auf eine Frist bis Oktober geeinigt, um Fortschritte bei den Handelsstreitigkeiten zu erzielen. Die EU-Handelskammer forderte China auf, sich stärker in Richtung einer dienstleistungsorientierten Wirtschaft zu bewegen, um die Ungleichgewichte abzubauen, die für Reibungen zwischen den beiden Handelspartnern sorgen.scmp+1