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reutersreutersreuters+1Der japanische Yen hat am Donnerstag eine fünftägige Verlustserie beendet. Er erholte sich von einem Zwei-Wochen-Tief gegenüber dem Dollar, nachdem die Märkte ihre Erwartungen für eine Zinserhöhung der Bank of Japan im September drastisch nach oben korrigierten und die US-Einzelhandelsumsätze den stärksten Rückgang seit über einem Jahr verzeichneten.
Die Erholung des Yen folgte auf einen Bericht von Reuters, wonach die BOJ eine Zinserhöhung bereits für ihre Sitzung am 17. und 18. September ins Auge fasst. Zudem erwäge sie eine aggressivere Straffung als das bisherige Tempo von etwa zweimal pro Jahr, so drei mit den Überlegungen vertraute Personen. Laut Daten von Tokyo Tanshi preisen die Märkte nun eine Wahrscheinlichkeit von fast 80 Prozent für eine Zinserhöhung im September ein, verglichen mit nur 24 Prozent am 30. Juli.reuters+1
Dieser Umschwung folgt auf die BOJ-Sitzung vom 30. und 31. Juli, bei der die Notenbank den Leitzins zwar bei 1 Prozent beließ, aber die Tür für einen Schritt im September öffnete. Eine Anfang des Monats veröffentlichte Zusammenfassung der Meinungen dieser Sitzung zeigte, dass ein Ratsmitglied angesichts von Aufwärtsrisiken für die Preise argumentierte, das Tempo der Zinserhöhungen werde schneller sein als vom Markt erwartet. Die Renditen kurzfristiger japanischer Staatsanleihen sprangen auf Mehrjahreshöchststände, da Händler sich auf eine schnellere Straffung einstellten. Die Rendite zweijähriger Staatsanleihen lag bei 1,50 Prozent, während die zehnjährige Rendite 2,88 Prozent erreichte.tradingeconomics+3
Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Yen durch die US-Einzelhandelsumsätze, die im Juli um 0,6 Prozent zurückgingen. Dies war laut dem Handelsministerium der stärkste monatliche Rückgang seit Mai 2025 und das erste Minus seit neun Monaten. Ökonomen hatten mit einem Zuwachs von 0,1 Prozent gerechnet. Die Umsätze bei Autohändlern sanken um 1,8 Prozent, während der Online-Handel um 2,2 Prozent einbrach. Die für die Berechnung des BIP herangezogene Kontrollgruppe sank um 0,4 Prozent, was neue Fragen zur Verfassung der US-Verbraucher aufwirft.industryweek+2
Die schwächeren Daten belasteten den Dollar und dämpften die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Federal Reserve. Dadurch verringerte sich die Zinsdifferenz, die den Yen über weite Teile des Jahres 2026 unter Druck gehalten hatte.
Die Bewegung des Yen vollzog sich zudem vor dem Hintergrund jüngster koordinierter Deviseninterventionen der USA und Japans, die den Kurs des USD/JPY Anfang des Monats kurzzeitig von über 163 auf rund 157 drückten. Mitsuhiro Furusawa, Tokios ehemaliger oberster Währungsdiplomat, warnte am 14. August, dass Japan jederzeit gemeinsame Interventionen durchführen und schneller als erwartete Zinserhöhungen signalisieren könnte, um den Verfall der Währung aufzuhalten.cnbc+1
Da die BOJ-Sitzung im September und der vorangehende Zinsentscheid der US-Notenbank am 15. und 16. September die nächsten großen Katalysatoren sind, steht Händlern beim USD/JPY eine entscheidende Phase bevor. Die Analysten von DBS merkten an, dass sie einer Zinserhöhung im September eine Wahrscheinlichkeit von fast 50 Prozent beimessen, wobei die Lohn- und Inflationsdaten für Juli und August voraussichtlich den Ausschlag geben werden.dbs