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phys+1scienmagifpriEine weit verbreitete Dürre in den wichtigsten Weizenanbaugebieten der Welt treibt die globalen Weizenpreise bereits in die Höhe – und der Klimawandel könnte die Lage noch drastisch verschlimmern. Dies geht aus einer Studie hervor, die diese Woche in der Fachzeitschrift Earth's Future veröffentlicht wurde.
Die internationale Studie, an der unter anderem Jørgen E. Olesen von der Universität Aarhus mitgewirkt hat, zeigt, dass extreme Wasserknappheit allein etwa 74 % der jährlichen Schwankungen der weltweiten Weizenpreise zwischen 2000 und 2021 erklärt. Das Forschungsteam entwickelte einen neuen Indikator, der den Anteil der weltweiten Anbauflächen misst, die in den Monaten von Dürre betroffen sind, in denen die Pflanzen am anfälligsten für Wassermangel sind.phys+2
„Wir wissen bereits, dass der Klimawandel die landwirtschaftliche Produktion beeinflusst. Neu ist hier, dass wir einen klaren Zusammenhang zwischen weit verbreiteten Dürren auf der ganzen Welt und den Preisen für Verbraucher und Lebensmittelmärkte nachweisen können“, so Olesen.phys
Historisch gesehen waren in einem bestimmten Jahr etwa 5 % der weltweiten Weizenanbauflächen von schwerer Wasserknappheit betroffen. In besonders trockenen Jahren wie 2000, 2010, 2012 und 2020 lag dieser Wert jedoch bei über 15 %.phys
Mithilfe von Klimamodellen prognostizierten die Forscher, wie steigende Temperaturen den Anteil der von Dürre betroffenen Weizenanbauflächen vergrößern werden. Bei einer globalen Erwärmung um 2 Grad schätzt das Modell den durchschnittlichen Weizenpreis auf etwa 273 US-Dollar pro Tonne. Bei 3 Grad steigt der geschätzte Durchschnittspreis auf rund 364 US-Dollar pro Tonne – etwa das Dreifache des inflationsbereinigten weltweiten Weizenpreises von 2010.scienmag+2
Der Zusammenhang zwischen Wasserknappheit und Preis erwies sich bei Weizen als weitaus stärker als bei Mais, während bei Reis kein vergleichbarer Zusammenhang festgestellt wurde.phys
Die Ergebnisse fallen in eine Zeit, in der die Weizenmärkte bereits unter akutem Druck stehen. Nach Angaben des International Food Policy Research Institute stiegen die Weizenpreise in den letzten Wochen um fast 25 % über das Niveau von Januar 2026, angetrieben durch Dürre und Schifffahrtsstörungen im Schwarzen Meer. Der Hauptautor der Studie, Miroslav Trnka, hatte zuvor gezeigt, dass ohne Klimaschutzmaßnahmen bis zum Ende dieses Jahrhunderts bis zu 60 % der heutigen Weizenanbauflächen gleichzeitig von schwerer Wasserknappheit betroffen sein könnten.science+1
„Weizen ist eine der wichtigsten Nahrungspflanzen der Welt, was bedeutet, dass klimabedingte Produktionsprobleme schnell globale Folgen haben können“, sagte Olesen. „Diese Studie zeigt, dass wir Dürre als eine internationale Herausforderung betrachten müssen und nicht als eine Reihe isolierter lokaler Ereignisse.“phys