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news-medical+1medicalxpress+1news-medical+1Ein internationales Forscherteam hat acht verschiedene genetische Fußabdrücke identifiziert, die für etwa 85 Prozent aller Prostatakrebsfälle verantwortlich sind. Dies bietet eine neue Möglichkeit, zwischen harmlosen Tumoren und solchen, die lebensbedrohlich werden könnten, zu unterscheiden. Die am Mittwoch in Nature veröffentlichte Studie analysierte Tumorproben von fast 1.000 Patienten und ergab, dass vier dieser acht Muster direkt mit aggressiven Krebsarten verknüpft sind, die dazu neigen, über die Prostata hinaus zu streuen.news-medical+2
Die Forschung unter der Leitung von Joachim Weischenfeldt, Professor am Biotech Research & Innovation Centre der Universität Kopenhagen und am Rigshospitalet, verfolgte einen anderen Ansatz als die konventionelle Krebsgenetik. Anstatt sich auf einzelne krebserregende Gene zu konzentrieren, untersuchte das Team Mutationssignaturen – Muster, die durch die biologischen Prozesse, die die Tumorentwicklung vorantreiben, im gesamten Genom hinterlassen werden.medicalxpress+1
"Es ist ein bisschen wie an einem Tatort. Das Krebsgen ist der Täter, während die genetischen Signaturen die hinterlassenen Fingerabdrücke sind", sagte Weischenfeldt.news-medical+1
Die Studie ergab zudem, dass DNA-Replikationsfehler eine weitaus größere Rolle spielen als bisher angenommen und für etwa ein Drittel der Prostatatumoren verantwortlich sind. Diese Erkenntnis eröffnet laut Weischenfeldt "ein völlig neues Feld für das Verständnis der zugrunde liegenden Biologie und für die Entwicklung neuer Behandlungen". Weitere genetische Muster wurden mit Alter und Abstammung in Verbindung gebracht, darunter Fußabdrücke, die bei schwarzen Männern häufiger vorkommen.independent+2
Die Entdeckung könnte langfristig verändern, wie Prostatakrebs behandelt wird. Prostatakrebs ist weltweit die zweithäufigste Krebsart bei Männern, doch Kliniker haben seit Langem Schwierigkeiten zu bestimmen, welche Fälle ein aggressives Eingreifen erfordern. Sobald sich die Krankheit ausbreitet, sinkt die Fünf-Jahres-Überlebensrate auf 30 Prozent, so Jüri Reimand, Hauptforscher am Ontario Institute for Cancer Research und Mitautor der Studie.medicalxpress+1
Die Forscher fanden Hinweise darauf, dass die acht Signaturen helfen könnten vorherzusagen, welche Patienten auf Chemotherapie oder Hormontherapie ansprechen würden – ein Schritt in Richtung einer stärker personalisierten Behandlung. Geoff Macintyre, Mitautor und Gruppenleiter am spanischen Centro Nacional de Investigaciones Oncológicas, warnte jedoch, dass "die Ergebnisse in anderen Patientengruppen bestätigt werden müssen", bevor sie in Krankenhäusern Anwendung finden.news-medical+1
Weischenfeldt betonte, dass die Methode auf Sequenzierungstechnologien basiert, die in der Krebsdiagnostik bereits weit verbreitet sind, was darauf hindeutet, dass sie "innerhalb der nächsten Jahre" zur Risikobewertung eingesetzt werden könnte. Dennoch bleibt die klinische Validierung ein notwendiger nächster Schritt, bevor sich die Patientenversorgung ändert.medicalxpress+1
"Unser Ziel ist es, die Behandlung auf die Krankheit jedes einzelnen Patienten zuzuschneiden, und dies bringt uns einen Schritt näher daran, dies Wirklichkeit werden zu lassen", sagte Weischenfeldt.medicalxpress