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eurekalert+1eurekalert+1eurekalert+1Forscher haben 641 bisher unbekannte Gene identifiziert, die mit Schizophrenie in Verbindung stehen, indem sie kartierten, wie Gennetzwerke im Gehirn kommunizieren. Diese Erkenntnis könnte die Suche nach gezielten Behandlungen für eine der komplexesten psychiatrischen Störungen neu ausrichten.
Die am 22. Juni in Nature Genetics veröffentlichte Studie wurde vom Lieber Institute for Brain Development in Baltimore in Zusammenarbeit mit der Universität Bari in Italien und mehr als 60 psychiatrischen Kliniken weltweit geleitet. Das Team analysierte genetische Daten von über 102.000 Personen sowie postmortale Hirngewebeproben von Hunderten von Spendern aus sechs kortikalen Regionen.eurekalert+2
Traditionelle genetische Studien konzentrieren sich auf DNA-Varianten in der unmittelbaren Umgebung bekannter Gene. Der neue rechnergestützte Ansatz modelliert jedoch weitreichende regulatorische Beziehungen zwischen Genen – er erfasst, wie entfernte Varianten ihre Wirkungen koordinieren, ähnlich wie soziale Netzwerke Menschen verbinden, die nicht in der Nähe voneinander leben.eurekalert
„Die meisten genetischen Studien haben nur dort nach Antworten gesucht, wo das Licht am hellsten war, und sich nur auf Gene in der Nähe von krankheitsassoziierten DNA-Varianten konzentriert“, sagte Dr. Giulio Pergola, Hauptautor und Forscher am Lieber Institute. „Durch die Einbeziehung von Gen-Co-Expressionsnetzwerken haben wir im Grunde das Licht in der gesamten Nachbarschaft eingeschaltet und enthüllt, wie entfernte genetische Varianten koordinieren, um die genetische Basis der Schizophrenie zu bilden.“eurekalert
Die neu identifizierten Gene gruppieren sich um biologische Pfade, die an der Glutamat-Signalübertragung, der Kommunikation von Gehirnzellen, Immunprozessen und der Neuroentwicklung beteiligt sind. Diese Pfade bieten potenzielle Ansatzpunkte für Therapien, die über die Dopamin-fokussierten Medikamente hinausgehen, welche die Schizophrenie-Behandlung seit Jahrzehnten dominieren.medicalxpress+1
„Diese Arbeit zeigt, dass das Schizophrenie-Risiko nicht nur von einzelnen Genen abhängt, die nacheinander agieren – es geht darum, wie Netzwerke von Genen zusammenarbeiten“, sagte Dr. Daniel Weinberger, CEO und Direktor des Lieber Institute. „Das Verständnis dieser koordinierten genetischen Programme bringt uns der Präzisionspsychiatrie näher, bei der Behandlungen auf das spezifische biologische Profil eines Individuums zugeschnitten werden können.“eurekalert
Die Ergebnisse kommen inmitten schneller Fortschritte in der Schizophrenie-Genetik. Eine wegweisende Studie aus dem Jahr 2014 identifizierte erstmals 108 Genomregionen, die mit der Störung in Verbindung stehen, und Anfang dieses Jahres deckte ein separates internationales Konsortium mehr als 100 weitere genetische Regionen auf, indem es erstmals Populationen afrikanischer Abstammung einbezog. Die Studie des Lieber Institute baut auf dieser Dynamik auf, indem sie von der Katalogisierung von Risikovarianten dazu übergeht, zu erklären, wie diese innerhalb der regulatorischen Architektur des Gehirns zusammenwirken.time+2