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reuterssedailyreuters+1Stark steigende Wertpapierkredite (Margin Debt) in China, Indien und Japan schüren neue Warnungen vor einer fremdfinanzierten Marktkrise in Asien, während die Folgen des sommerlichen Börseneinbruchs in Südkorea weiterhin durch die Region wehen. In einem am Montag veröffentlichten Kommentar argumentierte Manishi Raychaudhuri, Gründer und CEO von Emmer Capital Partners sowie ehemaliger Leiter der Asien-Pazifik-Aktienanalyse bei BNP Paribas Securities, dass sich die Bedingungen für einen weiteren fremdfinanzierten Crash auf mehreren Märkten stillschweigend aufbauen.reuters+1
Der KOSPI brach zwischen dem 22. Juni und dem 30. Juli um 39 % ein, nachdem Millionen südkoreanischer Kleinanleger im KI-Rausch Brokerkredite nutzten, um in Tech-Aktien und gehebelte Einzelaktien-ETFs zu strömen. Als Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der KI-Investitionen die Tech-Titel im Juni auf Talfahrt schickten, lösten sinkende Sicherheiten Nachschussforderungen (Margin Calls) bei mehr als einer Million gehebelter Konten aus. Es folgten Zwangsliquidationen, die eine sich selbst verstärkende Kaskade auslösten und Marktwert in Milliardenhöhe vernichteten. Samsung Electronics und SK Hynix machten zusammen fast 31 % der gesamten KOSPI-Hebelwirkung aus und fielen um 43 % bzw. 55 %, als die Auflösung einsetzte.sedaily+1
Das Muster steigender Wertpapierkredite reicht weit über Korea hinaus. Das Margin-Trading-Volumen in Indien ist laut Daten der National Stock Exchange und der Bombay Stock Exchange BSE Ltd von knapp über 1 Milliarde Dollar Ende 2020 auf 16,3 Milliarden Dollar per 31. August angewachsen. Chinas Margin-Saldo an der Shanghai Stock Exchange hat sich von 68 Milliarden Dollar Anfang 2019 auf rund 200 Milliarden Dollar verdreifacht und liegt nun 8 % über seinem vorherigen Höchststand vom Mai 2015, einem Niveau, dem ein Absturz des Shanghai Composite Index um 48 % folgte. Japans Bestand an Wertpapierkrediten hat sich von 18 Milliarden Dollar Anfang 2020 auf über 35 Milliarden Dollar fast verdoppelt.reuters+1
Chinas Verhältnis von Wertpapierkrediten zur Marktkapitalisierung von 2 % ist das höchste unter den großen asiatischen Märkten und stellt die Quote von 0,6 %, die sich in Südkorea als verheerend erwies, weit in den Schatten. In Indien entfallen 55 % der Wertpapierkredite auf Small- und Mid-Caps, was bedeutet, dass sich Zwangsverkäufe auf größere, liquide Titel ausweiten könnten, wenn Anleger händeringend nach Liquidität suchen.sedaily+1
Die Regulierungsbehörden in der gesamten Region haben Schritte unternommen, um den Aufbau einzudämmen. Südkoreas Financial Services Commission stellte im September Maßnahmen vor, um volatile gehebelte Einzelaktien-ETFs einzuschränken. Die Reserve Bank of India verbot im Juli Kredite gegen Aktien zum Kauf von Wertpapieren oder zur Zeichnung von Börsengängen. Chinas Wertpapieraufsicht hob im Januar die Mindesteinschussforderung für neue Konten auf 100 % an. Raychaudhuri warnte jedoch, dass diese Maßnahmen die Ausbreitung des Risikos eher verlangsamt als beseitigt haben. Da die Zinsen in den meisten Teilen der Region außerhalb Chinas steigen, könnten die Kreditkosten den Druck auf gehebelte Positionen weiter erhöhen.bloomberg+1
"Die nächste fremdfinanzierte Schwachstelle wird möglicherweise nicht dem Muster Südkoreas folgen", schrieb Raychaudhuri, "sondern könnte stattdessen die spezifischen Hohlräume an Fremdkapital treffen, die sich in der gesamten Region stillschweigend aufbauen."reuters