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ocula+1.puck+1.puck.luxurydaily+1.puck.Das Auktionshaus Phillips führt in diesem Herbst ein neues "Priority Bidding"-System ein, das Sammlern, die mindestens 48 Stunden vor einer Live-Auktion verbindliche Gebote in Höhe oder oberhalb des niedrigen Schätzwerts abgeben, deutlich reduzierte Aufgelder bietet. Dies stellt eine strategische Innovation dar, die darauf abzielt, frühes Engagement zu fördern und Verkäufern gleichzeitig mehr Sicherheit zu bieten.
Im Rahmen des Priority-Bidding-Modells müssen Sammler schriftliche, verbindliche Gebote mindestens 48 Stunden vor Auktionsbeginn einreichen, wobei der Gebotsbetrag den veröffentlichten niedrigen Schätzwert des Loses erreichen oder übertreffen muss. Dieses neue System, das von Martin Wilson, dem Chief Executive Officer von Phillips, angekündigt wurde, stellt einen branchenweit einzigartigen Ansatz dar, der darauf ausgelegt ist, frühes Engagement zu belohnen und gleichzeitig "lebhaftes Bieten" sowie ein "überzeugendes Auktionserlebnis" zu erzeugen.ocula+1
Die Innovation erfolgt in einer Zeit, in der Auktionshäuser nach neuen Wegen suchen, um den Verkauf anzukurbeln und Preisprobleme anzugehen. Zuvor hatte Sotheby's versucht, die Gebührenstruktur drastisch zu ändern, was jedoch bei den Einlieferern, die andere Anreize bevorzugten, auf wenig Gegenliebe stieß, sodass das Haus innerhalb eines Jahres zur alten Struktur zurückkehren musste. Phillips verfolgt einen vorsichtigeren Ansatz und verpflichtet sich nur bis zu den Herbstauktionen 2025 zu diesem System, um die Marktreaktion bewerten zu können, bevor es möglicherweise dauerhaft eingeführt wird.luxurydaily+1
Die neue Gebührenstruktur bietet eine bemerkenswerte Reduzierung gegenüber den Standardsätzen, wenn Priority-Bieter den Zuschlag erhalten. Frühbieter zahlen nur 25 % auf die ersten 1 Million US-Dollar (im Vergleich zum neuen Standardsatz von 29 %), 20 % auf Beträge zwischen 1 Million und 6 Millionen US-Dollar und nur 14 % auf Beträge über 6 Millionen US-Dollar. Dies stellt einen erheblichen Rabatt dar, der nicht nur auf den ursprünglichen Gebotsbetrag angewendet wird, sondern auf den gesamten Zuschlagspreis, falls der Priority-Bieter das Los gewinnt – selbst wenn er während der Live-Auktion weiterbietet und das Stück zu einem höheren Preis als seinem ursprünglichen Gebot sichert.ocula+2
Mit diesem gestaffelten Ansatz liegt Phillips bei den Aufgeldern für die ersten 1 Million US-Dollar über den anderen großen Auktionshäusern, da Christie's 26 % und Sotheby's 27 % für denselben Bereich berechnen. Die rabattierten Sätze machen Phillips jedoch möglicherweise wettbewerbsfähiger für strategische Bieter, die bereit sind, sich frühzeitig zu binden, insbesondere bei hochwertigen Losen, bei denen die prozentualen Unterschiede zu erheblichen Einsparungen führen.ocula
Die strategische Neugestaltung zielt darauf ab, wertvolle Marktinformationen wiederherzustellen, die durch die Zunahme von Online-Aktivitäten und Kunstberatern verloren gegangen sind. Da immer mehr Sammler Kataloge digital einsehen und sich online registrieren, hat Phillips den direkten Austausch verloren, der historisch Einblicke in die Absichten der Bieter gab. Durch die Verpflichtung, Gebote 48 Stunden vor der Auktion abzugeben, erhalten Verkäufer entscheidende Informationen über das potenzielle Käuferinteresse, was es ihnen ermöglicht, Mindestpreise zu überdenken oder Lose zurückzuziehen, falls keine Priority-Gebote vorliegen. Diese Funktion der Informationsbeschaffung stellt einen bedeutenden sekundären Vorteil jenseits der Gebührenanreize dar und könnte zu fundierteren Entscheidungen und weniger unverkauften Losen führen – auch wenn dies bei schwachen Signalen vor der Auktion die Rückzugsraten erhöhen könnte.ocula
Der Schritt von Phillips hin zu einem Priority-Bidding-Modell erfolgt vor dem Hintergrund erheblicher Verschiebungen in der Auktionsdynamik, wobei Garantien Dritter zunehmend große Verkäufe dominieren. Laut Daten von Pi-eX erreichte die Garantieabdeckung bei den Abendauktionen für moderne und zeitgenössische Kunst in New York im Mai 2025 einen Rekordwert von 73 %. Dabei sicherte Christie's 83 % seines Zuschlagsvolumens durch unwiderrufliche Gebote ab, während Sotheby's und Phillips mit 63 % bzw. 65 % folgten. Dieses Umfeld wirft Fragen zur tatsächlichen Marktnachfrage auf, sobald Geschäfte vorab arrangiert werden, was zu einer stark choreografierten Auktionslandschaft führt.observer
Die neue Struktur scheint darauf ausgelegt zu sein, einige der Vorteile, die normalerweise Garanten vorbehalten sind, einem breiteren Kreis von Käufern zugänglich zu machen und gleichzeitig die Wettbewerbsposition von Phillips zu stärken. Trotz des höchsten Standard-Aufgelds auf die ersten 1 Million US-Dollar (29 % im Vergleich zu 26 % bei Christie's und 27 % bei Sotheby's) kann Phillips nun strategische Vorteile für Frühbieter anbieten. Diese Innovation folgt auf die starke Leistung des Hauses im Frühjahr 2025, bei der eine Verkaufsquote von 90 % erreicht wurde, was einem Anstieg des Gesamtumsatzes um 24 % gegenüber den Zahlen von Mai 2023 entspricht. Als kleinstes der drei großen Auktionshäuser nutzt Phillips weiterhin seinen kundenorientierten Innovationsansatz in einem zunehmend vorsichtigen Markt, in dem Sammler und Berater wie Sandy Heller öffentlich ihre Frustration über steigende Transaktionskosten geäußert haben.puck+3