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Türkiye Today+1Reuters+1Global Energy Flow+1Asiatische und europäische Abnehmer von verflüssigtem Erdgas (LNG) bereiten sich darauf vor, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate zu niedrigeren Preisen und einem stärkeren vertraglichen Schutz zu drängen. Hintergrund ist der anhaltende Konflikt zwischen den USA und dem Iran, der die Kosten für Transportversicherungen weiter in die Höhe treibt und Lieferungen durch die Straße von Hormus beeinträchtigt, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Reuters-Bericht hervorgeht.Türkiye Today+1
Sechs in Asien ansässige Händler erklärten gegenüber Reuters, dass sich künftige Verhandlungen mit den Produzenten am Golf auf Preissenkungen sowie auf die Erhöhung der Versorgungssicherheit und -diversifizierung konzentrieren würden. Die Käufer wollen Garantien dafür erwirken, dass im Falle von Lieferausfällen durch die Straße von Hormus Ersatzladungen bereitgestellt werden: beispielsweise aus Projekten in anderen Regionen wie dem Golden Pass LNG-Terminal von QatarEnergy und der Exxon Mobil Corporation in Texas.Global Banking & Finance Review+1
Golden Pass, ein Joint Venture zwischen QatarEnergy und ExxonMobil, hat im April seine erste LNG-Exportladung von seiner Anlage in Sabine Pass verschifft. Derzeit ist nur eine der drei geplanten Verarbeitungsanlagen in Betrieb, die künftige Kapazität soll bei 18 Millionen Tonnen pro Jahr liegen. Die Lage außerhalb des Nahen Ostens macht das Terminal zu einer potenziellen Quelle für vertraglich abgesicherte Ersatzlieferungen für Käufer, die das Transitrisiko in der Straße von Hormus scheuen.Reuters
Der Vorstoß für bessere Konditionen erfolgt, nachdem Kriegsversicherer den Reedern Anfang Juli geraten hatten, Fahrten durch die Straße von Hormus vorübergehend einzustellen. Zuvor hatte es erneute iranische Angriffe auf Tanker gegeben. Die Bedrohungsstufe für Schiffe, die die Meerenge passieren, wurde nach Angriffen auf mehrere Schiffe auf „schwerwiegend“ angehoben.Reuters+1
Die Vertragsneuverhandlungen finden vor dem Hintergrund einer angespannten europäischen Gasversorgung statt. Die EU-Gasspeicher waren Mitte Juli zu etwa 51 bis 54 % gefüllt, was rund 14 Prozentpunkte unter dem Fünfjahresdurchschnitt für diesen Zeitpunkt der Befüllungssaison liegt. Die europäische Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) warnte im April, dass die EU-Staaten das Ziel der Allianz, die Speicher vor dem Winter zu 90 % zu füllen, wahrscheinlich verfehlen werden. Grund dafür seien die durch den Iran-Konflikt verursachten Störungen auf den globalen Kraftstoffmärkten.Reuters+2
Europa starte laut dem Center on Global Energy Policy der Columbia University mit dem niedrigsten Speicherstand seit 2018 (31 Milliarden Kubikmeter) in die Einspeisesaison 2026. Shell warnte im Juni, dass die Störungen in der Straße von Hormus den weltweiten LNG-Handel in diesem Jahr stagnieren lassen könnten.Reuters+1
Asiatische Käufer haben seit Beginn der Krise im März einen immer größeren Anteil an Spot-Ladungen abgenommen, die von den Routen am Golf umgeleitet wurden. Damals wurden die Exporte Katars gestoppt und die LNG-Preise stiegen sowohl in Europa als auch in Asien im Vergleich zum Vorjahr um rund 50 % an. Die Umleitung von Ladungen aus dem Atlantikbecken in die zahlungskräftigeren asiatischen Märkte hat den Wettbewerb zwischen den Regionen vor dem Winter auf der Nordhalbkugel verschärft.Reuters+2
Die EU-Gaskoordinierungsgruppe erklärte am 1. Juli, dass eine Speicherfüllung von 80 %: statt der zuvor vorgeschriebenen 90 %: ausreichen würde, um die Versorgung für den nächsten Winter zu sichern. Dies ist ein Zugeständnis an den angespannten Markt.Energy