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timesofindia.indiatimes+1.timesofindia.indiatimes+2.startribune+2.timesofindia.indiatimes+2.timesofindia.indiatimes+1.Mexikanische Behörden haben Adidas wegen kultureller Aneignung eines neuen Sandalendesigns beschuldigt, das traditionellem indigenem Schuhwerk stark ähnelt. Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigte am Freitag an, dass sich das Unternehmen bereits in Gesprächen über Entschädigungen für die betroffenen Gemeinschaften befinde.timesofindia.indiatimes+2
Die Kontroverse dreht sich um den "Oaxaca Slip-On", eine Sandale, die vom US-Designer Willy Chavarria für Adidas Originals entworfen und diese Woche bei einer Veranstaltung in Puerto Rico vorgestellt wurde. Das Design weist dünne Lederriemen auf, die in einem Stil geflochten sind, der den traditionellen Huaraches der Zapoteken-Gemeinschaft aus Villa Hidalgo Yalalag im Süden Oaxacas ähnelt, kombiniert das traditionelle Obermaterial jedoch mit einer klobigen Sportschuhsohle.startribune+3
Oaxacas Gouverneur Salomón Jara Cruz hat von Adidas gefordert, den Schuh zurückzuziehen und dessen Ursprung öffentlich anzuerkennen. Er bezeichnete das Design als kulturelle Aneignung, die "gegen mexikanisches Recht verstoßen könnte". In einer in den sozialen Medien veröffentlichten Videobotschaft erklärte Jara: "Dies ist nicht nur ein Design, es geht um die Kultur, die Geschichte und die Identität eines ursprünglichen [Volkes], und wir werden nicht zulassen, dass es wie Handelsware behandelt wird".timesofindia.indiatimes+2
Präsidentin Sheinbaum bestätigte während ihrer morgendlichen Pressekonferenz, dass Adidas bereits mit den Behörden in Oaxaca verhandelt und dass ihre Regierung Gesetzesreformen vorbereitet, um das zukünftige Kopieren von mexikanischem Kunsthandwerk zu verhindern. "Es ist kollektives geistiges Eigentum. Es muss eine Entschädigung geben. Das Kulturerbegesetz muss eingehalten werden", erklärte Sheinbaum.startribune+1
Das Ministerium für Kultur und Kunst des Bundesstaates hat Adidas aufgefordert, den Verkauf der Sandale auszusetzen und einen "Dialog und Wiedergutmachung" mit der Yalalag-Gemeinschaft zu beginnen. Beamte äußerten zudem Bedenken hinsichtlich der unbefugten Verwendung des Namens "Oaxaca" für den Schuh.euronews+1
Kunsthandwerk stellt in Mexiko eine entscheidende wirtschaftliche Lebensader dar, die landesweit etwa 500.000 Menschen Arbeit bietet und in Bundesstaaten wie Oaxaca, Jalisco, Michoacán und Guerrero etwa 10 % des Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Villa Hidalgo Yalalag, eine Zapoteken-Gemeinschaft, die für ihre handgewebten Huaraches und traditionelles Kunsthandwerk bekannt ist, liegt etwa 90 Kilometer nordöstlich von Oaxaca-Stadt.timesofindia.indiatimes+3
Für die lokale Kunsthandwerkerin Viridiana Jarquín García, die in Oaxacas Hauptstadt Huaraches herstellt und verkauft, stellen die Adidas-Schuhe eine "billige Kopie" sorgfältig gefertigter Arbeit dar. "Die Kunstfertigkeit geht verloren. Wir verlieren unsere Tradition", sagte sie.independent
Chavarria, ein mexikanisch-amerikanischer Designer aus Kalifornien, der dafür bekannt ist, Chicano-Kultur in seine Arbeit einzubeziehen, hat sich nicht öffentlich zu der Kontroverse geäußert. Bei der Veranstaltung in Puerto Rico, auf der er die Zusammenarbeit vorstellte, sagte Chavarria gegenüber Sneaker News: "Es macht mich sehr stolz, mit einem Unternehmen zusammenzuarbeiten, das Kultur auf die wahrhaftigste Weise respektiert und fördert".latimes+2
Kritiker haben jedoch darauf hingewiesen, dass der Schuh trotz des "Oaxaca"-Brandings anscheinend in China und nicht in Mexiko hergestellt wird, was Fragen zur Authentizität und zum Nutzen für die lokalen Gemeinschaften aufwirft. Einige haben zudem angemerkt, dass das Design möglicherweise eher mit der Huarache-Tradition aus Michoacán verbunden ist als mit dem spezifischen Stil aus Oaxaca.latimes
Dieser Streit stellt den jüngsten Test für das mexikanische Bundesgesetz zum Schutz des kulturellen Erbes indigener und afro-mexikanischer Völker und Gemeinschaften dar, das im Januar 2022 in Kraft trat. Die Gesetzgebung sieht Strafen vor, die von hohen Geldstrafen bis hin zu Gefängnisstrafen für die unbefugte Nutzung indigener kultureller Ausdrucksformen reichen.wikipedia+1
Das Gesetz folgte auf jahrelange Konfrontationen zwischen mexikanischen Behörden und internationalen Marken wie Zara, Anthropologie, Patowl, Carolina Herrera und Isabel Marant wegen Designs, die angeblich von indigenen Gemeinschaften kopiert wurden. In einem seltenen Erfolgsfall handelte die japanische Marke Comme des Garçons kürzlich eine Entschädigung mit mexikanischen Kunsthandwerkern aus, nachdem sie Serape-Designs verwendet hatte, was Experten als eine "beispiellose" Lösung bezeichneten.timesofindia.indiatimes+2
Da Mexiko den rechtlichen Schutz seines kulturellen Erbes zunehmend durchsetzt, könnte der Fall Adidas einen wichtigen Präzedenzfall dafür schaffen, wie globale Marken mit indigenen Gemeinschaften interagieren müssen, bevor sie traditionelle Designs kommerzialisieren.