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phys.phys+1.phys+1.phys+1.phys.Google DeepMind hat ein Modell der künstlichen Intelligenz namens Aeneas vorgestellt, das antike lateinische Inschriften aus dem Römischen Reich mit bemerkenswerter Präzision entschlüsseln und restaurieren kann, wie eine diese Woche in Nature veröffentlichte Studie zeigt. Die nach dem mythischen trojanischen Helden benannte KI stellt einen Fortschritt in der digitalen Archäologie dar und könnte die Art und Weise verändern, wie Historiker die antike Welt untersuchen.phys
Das System kann die geografische Herkunft von Inschriften aus 62 römischen Provinzen mit einer Genauigkeit von 72 % schätzen, den Zeitpunkt der Entstehung von Texten auf etwa 13 Jahre genau vorhersagen und fehlende Segmente selbst dann wiederherstellen, wenn die Länge der Lücken unbekannt ist. Aeneas wurde mit dem Latin Epigraphic Dataset trainiert, das 176.861 Inschriften mit 16 Millionen Zeichen aus der Zeit vom 7. Jahrhundert v. Chr. bis zum 8. Jahrhundert n. Chr. enthält, und analysiert sowohl textuelle als auch visuelle Elemente antiker Schriften.bioengineer+2
Eine gemeinsame Studie mit 23 professionellen Historikern demonstrierte die Praxistauglichkeit von Aeneas. Bei der Arbeit ohne Unterstützung erreichten Historiker eine Zeichenfehlerrate von 39 % bei der Restaurierung beschädigter Texte. Mit der Unterstützung von Aeneas sank diese Fehlerrate auf 21 %. Die KI wurde in 90 % der Fälle als nützlicher Ausgangspunkt für die Forschung bewertet und steigerte das Vertrauen der Historiker um 44 %.marktechpost+2
„Das Einzigartige daran ist, dass sie von den antiken Menschen selbst aus allen sozialen Schichten zu jedem beliebigen Thema geschrieben wurden. Es ist nicht nur Geschichte, die von der Elite geschrieben wurde“, sagte Studien-Co-Autor Yannis Assael, Forscher am KI-Labor DeepMind von Google.phys
Das Modell zeichnet sich durch die Identifizierung von „Parallelen“ aus – Inschriften mit ähnlichem Wortlaut, ähnlichen Formeln oder kulturellen Kontexten –, ein Prozess, der traditionell umfangreiche manuelle Recherchen in riesigen Bibliotheks- und Museumssammlungen erfordert. Thea Sommerschield, Epigraphikerin an der University of Nottingham und Mitentwicklerin des Modells, verglich das Studium von Inschriften mit dem „Lösen eines gigantischen Puzzles“, bei dem 90 % der Teile fehlen.phys
Um die Fähigkeiten zu validieren, testeten die Forscher Aeneas an den berühmten „Res Gestae Divi Augusti“, der autobiografischen Inschrift von Kaiser Augustus, die in der Wissenschaft zu Debatten über ihr Entstehungsdatum geführt hat. Die KI identifizierte zwei mögliche Datierungszeiträume – das späte 1. Jahrhundert v. Chr. und das frühe 1. Jahrhundert n. Chr. –, die genau mit der laufenden historischen Debatte übereinstimmen.phys+2
In einer weiteren Fallstudie analysierte Aeneas einen Votivaltar aus dem antiken Mainz, Deutschland, datierte ihn korrekt auf etwa 211 n. Chr. und identifizierte seine Herkunft in der Provinz Germania Superior. Das System enthüllte zuvor unbemerkte sprachliche Verbindungen zwischen diesem Altar und früheren lokalen Inschriften.bioengineer+1
Angesichts von jährlich etwa 1.500 neu entdeckten lateinischen Inschriften begegnet die KI einer wachsenden Herausforderung in den Altertumswissenschaften. Diese antiken Texte, die von kaiserlichen Dekreten und Rechtsdokumenten bis hin zu Grabsteinen und Graffiti reichen, sind oft nur als fragmentarische Überreste erhalten, die durch jahrtausendelange Verwitterung und menschliche Aktivitäten beschädigt wurden.phys
Das Werkzeug ist für Forscher über die Plattform „Predicting the Past“ mit Open-Source-Code und Datensätzen frei zugänglich. DeepMind hat zudem Lehrpläne entwickelt, die Aeneas in den Unterricht der digitalen Geisteswissenschaften integrieren. Das Modell kann potenziell an andere antike Sprachen und Schriften angepasst werden, von Papyri bis hin zu Münzen, wodurch seine archäologischen Anwendungen über die lateinische Epigraphik hinaus erweitert werden.marktechpost