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arise+1imf+1arise+1Der Internationale Währungsfonds hat die Zentralbanken weltweit aufgerufen, die Praxis fest zugesagter Zinspfade aufzugeben. Der IWF argumentiert, dass sich solche Versprechen in einer globalen Wirtschaft, die zunehmend von unerwarteten Schocks getroffen wird, nach hinten losgehen können.
In einem am Mittwoch veröffentlichten Blogbeitrag von Tobias Adrian, dem Finanzberater des IWF und Direktor der Abteilung für Geld- und Kapitalmärkte, erklärte der Fonds, dass sich die Kommunikation der Zentralbanken stattdessen darauf konzentrieren sollte, wie die Politik auf sich ändernde Bedingungen reagiert, anstatt einen festen Kurs festzulegen.arise+2
Der IWF stellte fest, dass sich die Zentralbanken in den Jahren nach der globalen Finanzkrise stark auf die sogenannte „Forward Guidance“ verlassen hatten, als die Zinsen nahe Null lagen und die Inflationserwartungen sanken. Dieser Ansatz, so räumte der Fonds ein, könne unter diesen spezifischen Umständen effektiv sein.thesun+1
Doch die Ära berechenbarer Volkswirtschaften mit niedriger Inflation ist vorbei. „Angebotsschocks, Inflationsüberraschungen oder abrupte Verschiebungen in der Risikobilanz können politische Entscheidungsträger dazu zwingen, den Kurs anzupassen“, erklärte der IWF und warnte, dass im Voraus festgelegte Zinspfade Zentralbanken zu kostspieligen Kehrtwenden zwingen könnten, wenn sich die Bedingungen unerwartet ändern.arise+1
Der Fonds forderte die Währungshüter auf, stattdessen ihre „Reaktionsfunktion“ zu erläutern: wie sie eingehende Daten interpretieren, Risiken abwägen und Zielkonflikte bewältigen, damit Öffentlichkeit und Märkte die Logik hinter den Entscheidungen verstehen können, ohne ein vorab festgelegtes Ergebnis zu erwarten.thesun+1
Der IWF warnte davor, dass zu präzise präsentierte Wirtschaftsprognosen Gefahr laufen, als feste Zusagen missverstanden zu werden. „Wenn Prognosen zu präzise kommuniziert werden oder Projektionen des Leitzinses als Verpflichtungen interpretiert werden, können Revisionen als politische Kehrtwenden missverstanden werden“, hieß es in dem Blogbeitrag.arise
Der Fonds empfahl den Zentralbanken, Szenarien zu nutzen, um zu veranschaulichen, wie die Politik unter verschiedenen wirtschaftlichen Entwicklungen reagieren könnte, während gleichzeitig klargestellt werden muss, dass künftige Entscheidungen von der Datenlage abhängen. Jegliche Zusagen für Zinspfade sollten „ausnahmsweise und bedingt sein, mit klaren Ausweichklauseln“, so der IWF.thesun+1
Der Fonds äußerte sich auch zurückhaltend bezüglich des Umfangs der Botschaften von Zentralbanken. Angesichts von sozialen Medien, automatisierter Nachrichtenanalyse und künstlicher Intelligenz, die jede Erklärung in Echtzeit analysieren, könne eine zu detaillierte Kommunikation dazu führen, dass sich die Märkte darauf konzentrieren, „die Zentralbank zu dekodieren, anstatt Fundamentaldaten zu bewerten“.arise+1
Das Ziel der Kommunikation bestehe „nicht darin, Volatilität zu beseitigen“, betonte der IWF, sondern darin, die Unsicherheit darüber zu verringern, wie die Währungshüter reagieren werden, was Überraschungen bei Entscheidungen verringert. Eine gewisse Marktvolatilität sei gesund, argumentierte der Fonds, da sie den Prozess der Preisbildung widerspiegle, während Anleger neue Wirtschaftsinformationen verarbeiten.imf+1
„Angesichts der hohen globalen Unsicherheit müssen die Zentralbanken Risiken explizit ansprechen, mit dem Ziel, den Grad der zugrunde liegenden makroökonomischen Unsicherheit genau widerzuspiegeln“, schloss der IWF.thesun+1