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bloomberg+1news.un+1ecb.europa+1Mehrere Mitglieder des EZB-Rats äußerten am Mittwoch Bedenken hinsichtlich der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten nahe der Straße von Hormus und warnten, dass weitere Störungen der Energieversorgung den Weg der Eurozone zurück zur Preisstabilität untergraben könnten.
In einer Rede in Rom sagte der Gouverneur der italienischen Zentralbank, Fabio Panetta, die EZB-Politik müsse "ausreichend maßvoll bleiben, um die Inflationserwartungen auch in einer unsicheren geopolitischen Lage verankert zu halten". Er fügte hinzu, der EZB-Rat werde "die Bedingungen auf den Energiemärkten sowie die Entwicklung der wirtschaftlichen Lage bei Löhnen sowie Preisen für Waren und Dienstleistungen sorgfältig bewerten", mit dem Ziel, "indirekte Effekte und Zweitrundeneffekte von Schocks zu begrenzen".bloomberg
Unabhängig davon sagte EZB-Ratsmitglied Moulin laut Berichten vom 15. Juli, die Bank "müsse auf alle Eventualitäten bei der Inflation vorbereitet sein".x+1
Geoff Yu von der BNY's The Bank of New York Mellon Corporation berichtete, dass die EZB-Vertreter Piero Cipollone und Martin Kocher darauf fokussiert seien, zu verhindern, dass der Energieschock und die Unsicherheit im Nahen Osten in die breitere Inflationsdynamik der Eurozone einfließen. Cipollone sagte, die EZB sehe "die direkten Auswirkungen höherer Energiepreise und eine gewisse indirekte Weitergabe an die Produktionskosten, aber noch keine Zweitrundeneffekte durch Löhne oder das Preisverhalten der Unternehmen". Kocher schloss sich dieser Ansicht an und merkte an, die "Politik müsse angesichts der erhöhten Unsicherheit an den Erwartungen kalibriert bleiben".mitrade
Die Warnungen kommen zu einer Zeit, in der sich die Spannungen um die Straße von Hormus drastisch verschärft haben. Präsident Trump versprach kürzlich, eine Blockade der iranischen Schifffahrt wieder einzuführen, und schlug eine Abgabe von 20 % auf Schiffe vor, die die Wasserstraße passieren. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten zwei Tanker, die entlang der südlichen Schifffahrtsroute getroffen wurden, und die UN berichteten, dass der Schiffsverkehr in der Straße nahezu zum Stillstand gekommen sei, wodurch etwa 6.000 Seeleute festsaßen.youtube+2
Die EZB hob die Zinsen im Juni um 25 Basispunkte an – die erste Erhöhung seit fast drei Jahren –, wodurch der Einlagensatz auf 2,25 % stieg. Die Gesamtinflation in der Eurozone lag im Mai bei durchschnittlich 3,2 % und damit deutlich über dem EZB-Ziel von 2 %, was hauptsächlich auf die Energiepreise zurückzuführen ist, die nach dem Ausbruch des Krieges unter Beteiligung des Iran Anfang des Jahres in die Höhe schnellten.aa+3
Die Prognosen der Mitarbeiter sehen die Gesamtinflation im Jahr 2026 bei durchschnittlich 3,0 %, wobei sie erst 2028 wieder auf 2,0 % zurückkehren soll. Die Märkte gehen derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 98 % davon aus, dass es bei der nächsten EZB-Sitzung im Juli zu keiner Zinsänderung kommt, obwohl weitere Erhöhungen im Laufe des Jahres bereits eingepreist sind.ecb.europa+3
Das zentrale Spannungsfeld für die Entscheidungsträger bleibt klar: Handelt man zu langsam, könnten sich die Inflationserwartungen lösen; handelt man zu aggressiv, könnte eine schwächelnde Wirtschaft in der Eurozone in eine Rezession abgleiten.