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ecb.europa+1investingliveglobal.morningstar+1Die jüngste Unternehmensbefragung der Europäischen Zentralbank zeigt für das zweite Quartal 2026 eine deutliche Beschleunigung der Kreditkosten im Euroraum, obwohl sich die Erwartungen der Unternehmen für Löhne und Verkaufspreise abschwächten. Dieses gemischte Bild zeigt sich nur wenige Tage vor der nächsten Zinssitzung der Währungshüter.
Die am Montag veröffentlichte 39. Runde der EZB-Umfrage über den Zugang von Unternehmen zu Finanzierungsmitteln (SAFE), die den Zeitraum von Ende Mai bis Ende Juni 2026 abdeckt, ergab, dass netto 42 % der Unternehmen im Euroraum von höheren Zinssätzen für Bankkredite berichteten, verglichen mit 26 % im ersten Quartal. Sowohl kleine und mittlere Unternehmen als auch Großkonzerne verzeichneten ähnliche Zuwächse. Auch andere Finanzierungskosten, einschließlich Gebühren und Provisionen, stiegen weiter an, wenn auch etwas langsamer als in der vorangegangenen Runde.investinglive+1
Die Beschleunigung der gemeldeten Kreditkosten spiegelt die Zinserhöhung der EZB im Juni wider, bei der der Einlagenzins um 25 Basispunkte auf 2,25 % angehoben wurde: Dies war die erste Erhöhung seit dem Ende des Straffungszyklus nach der Pandemie. Die Kreditnachfrage zog im Quartal leicht an, während sich die Kreditverfügbarkeit insgesamt kaum veränderte, was die Finanzierungslücke bei Bankkrediten der EZB leicht von 2 % auf 3 % ansteigen ließ.ecb.europa+1
Trotz der strafferen Finanzierungsbedingungen lieferte die Umfrage den Währungshütern einige ermutigende Signale. Die Unternehmen im Euroraum erwarten nun, dass ihre Verkaufspreise in den nächsten 12 Monaten um 3,2 % steigen werden, nach 3,5 % in der vorherigen Umfrage. Die Erwartungen für das Lohnwachstum schwächten sich von 2,8 % auf 2,5 % ab, während sich das erwartete Wachstum der sonstigen Vorleistungskosten von 5,8 % auf 5,2 % verlangsamte.investinglive
Die Inflationserwartungen blieben weitgehend verankert: Die mittleren Erwartungen für ein und drei Jahre verharrten bei 3,0 %, während die Erwartungen für fünf Jahre leicht auf 3,1 % anstiegen. Die meisten Unternehmen sahen weiterhin Aufwärtsrisiken für die längerfristigen Inflationsaussichten.investinglive
Die Daten werden vor der Sitzung des EZB-Rats am Donnerstag, dem 23. Juli, veröffentlicht, bei der die Märkte mit überwältigender Mehrheit eine Zinspause erwarten. Die Swap-Märkte implizieren eine Wahrscheinlichkeit von 93 % für eine unveränderte Beibehaltung der Zinsen, wobei Analysten allgemein damit rechnen, dass der nächste Schritt im September erfolgen wird.global.morningstar+1
Die Abschwächung der Lohn- und Preiserwartungen dürfte die Währungshüter darin bestärken, dass der energiegetriebene Inflationsschub (die Gesamtinflation im Euroraum erreichte im Mai 3,2 %) noch keine Zweitrundeneffekte ausgelöst hat, die eine sofortige weitere Straffung erforderlich machen würden. Pierre Wunsch, Mitglied des EZB-Rats, erklärte im vergangenen Monat, er würde eine weitere Erhöhung nur dann unterstützen, wenn sich die Inflation über den Energiesektor hinaus auf Dienstleistungen und Löhne ausweiten sollte.reuters+1